Die 10 besten Alben der Monate Juli/August 2018

Die besten Musik Neuerscheinungen im Überblick

Jeden Monat bewertet die Tonspion Redaktion die wichtigsten Musik-Neuerscheinungen mit Punkten von 6 (herausragend) bis 1 (schlimm). Hier unsere Charts für die neuen Alben im Juli udn August 2018.

Wegen des Sommerlochs gibt es diesmal die besten Alben des Juli und August in einem Aufwasch. Als Gastjuroren bewertet das Berliner Funk-Rock-Duo Odd Couple, das ab September auf großer Deutschlandtour* ist.

ALBUM DES MONATS:

1. Blood Orange - Negro Swan

Wertung: Ø 4,5

Zwischen "Black Existence", "Black Depression" und - in Kleinigkeiten verborgener - "Black Excellence" spricht Hynes über Hoffnung, Verzweiflung, Mobbing und Rassismus und wird dabei um einiges persönlicher als man nach den vergangenen Projekten vermutet hätte.

2. Mogwai - KIN

Wertung: Ø 4,3

Statt der gewohnten Post-Rock-Klänge klingt Mogwai hier fast wie eine Neoklassik-Band: Die Melodien sind schwelgerisch und elegisch, breiten sich episch und zugleich zart aus, so dass man auch ohne den Film zu kennen, in den Tracks versinken kann.

3. Helena Hauff - Qualm

Wertung: Ø 4,2

"Qualm" ist ein rohes sowie grobkörniges Album geworden, die Musik darauf getragen von einer nachdenklichen, trotzigen Grundstimmung: Analoge Drums, minimale Beats, Detroit-Techno und ein Hauch von Industrial sind das Grundgerüst des Werks, das wie ein DJ-Set aufgebaut ist.

Gasturteil:

Immerhin gibt es keine House-Anbiederungen, und das ist mir schonmal viel wert. Ich scheine von Natur aus überhaupt nicht auf "four to the floor elektro" zu reagieren. "No Qualms", "Qualms", "It Was All Fields Around Here When I Was A Kid" gefallen mir da schon eher. Dennoch: wenn ich elektronische Musik höre dann eher kosmische. Deswegen sagt Dennis dazu: "agressiver einschlag von acid mit alten maschinen aufs tape geprügelt“ (Odd Couple)

4. Philipp Boa & The Voodooclub - Earthly Powers

Wertung: Ø 4,2

Das 19. – in Worten neunzehnte – Album der deutschen Indie-Legende Phillip Boa & The Voodooclub ist ein Manifest für die Freiheit und Musik für die Freiheit: Und wenn man sich die Freiheit nimmt, richtig hinzuhören, auch mit kleinen cleveren Hits gespickt.

5. Kovacs – Cheap Smell

Wertung: Ø 4,0
Raue Stimme und riesige Emotionen: Diese starken Eckpfeiler umreißen die soulige Musik der Niederländerin mit dem ungewöhnlichen Namen Kovacs und dem ungewöhnlichen Haarschnitt à la Kojak, die jedoch den Soundtrack zu einem anderen Leinwandhelden komponieren könnte - Kovacs ist bereit für das ganz große Kino.

6. Chefket – Alles Liebe

Wertung: Ø 3,8

Die gewichtigen Themen offenbaren sich erst, wenn man genauer hinhört, denn die meiste Zeit klingt Chefkets neuester Streich durchaus lebensbejahend und positiv. Auch der Soul ist geblieben, selbst wenn es viele Fans beim ersten Hören der schweren Trap-Drums nicht wahrhaben wollen. Die Detailverliebtheit und Liebe zur Musik ist noch immer da - nun aber anders und um ein paar zeitgenössische Einflüsse reicher.

7. Death Cab For Cutie - Thank You For Today

Wertung: Ø 3,7

Das ist alles sehr clever gemacht und Death Cab For Cutie versteht es wie kaum eine andere Band, die Bittersüße ihres Namens in Songs zu transportieren: Dennoch ist ihr Indiepop ein wenig in eine Art Zeitschleife geraten, die keine Abzweigung in Richtung Zukunft findet.

8. Dirty Projectors – Lamp It Prose

Wertung: Ø 3,5

Es fiept, trompetet und trällert aus allen Ecken dieses Albums: Dirty Projectors haben mit "Lamp It Prose" ein Album voller Sonnenschein und Sound-Experimenten geschaffen, das sich irgendwo zwischen Paul Simon und Thundercat gemütlich einrollt und ein wenig mit seinem Einfallsreichtum prahlt.

9. Interpol - Marauder

Wertung: Ø 2,8

Interpol hatten Anfang der 00er Jahre mal ein (relativ) wichtiges Indierock-Album veröffentlicht. Die letzte Tour zu eben jenem Album bewies: so ganz taufrisch klingt das heute alles nicht mehr. Und das trifft auch fürs neue Album zu, das sich nichts destotrotz bestens verkaufte und beweist: Nostalgie sells.

10. Years & Years – Palo Santo

Wertung: Ø 2,7

Pure Pop: Mal süßlich wie ein Lollipop, mal episch wie ein Musical. Years & Years spielen sich auf ihrem zweiten Album "Palo Santo" fröhlich durch einen quietschbunten queeren Süßigkeitsladen. Dabei entsteht zuweilen leichte Überzuckerungsgefahr. 

*Tourdaten von Odd Couple 2018

14.09. DE Dresden, Beatpol

15.09. AT Dornbirn, SoundNoise Festival

19.09. DE Nürnberg, muzClub

20.09. DE Potsdam, Waschhaus

21.09. DE Hamburg, Reeperbahn Festival

22.09. DE Erfurt, Cafe Tikolor

23.09. DE Leipzig, So&So

25.09. HU Budapest, Dürer Kert

27.09. AT Wien, Waves Vienna

28.09. AT Linz, Kapu

29.09. DE Bayreuth, Schokofabrik

23.10. DE Münster Sputnik Café

24.10. DE Mainz, Kulturclub Schon Schön

25.10. DE Fulda, Kulturkeller

02.11. DE Bremen, Pusdorf Studios

03.11. NL Amsterdam, Pacific Parc

04.11. DE Hannover, Bei Chéz Heinz

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