Die 10 besten Alben des Monats Mai 2020

Die besten Musik Neuerscheinungen im Überblick

Jeden Monat bewertet die Tonspion Redaktion die wichtigsten Musik-Neuerscheinungen mit Punkten von 6 (herausragend) bis 1 (schlimm). Hier unsere Charts für die neuen Alben im November 2019.

Alles neu macht der Mai? Zumindest schafften Neubauten erstmals nach 40 Jahren Bandgeschichte den Sprung in die deutschen Albumcharts, die unkaputtbaren Achtziger sind auch wieder neu interpretiert und die Nummer 1 wartet mit neuen Sound auf, der Sixties-Pop wie Eighties-Synths gleichermaßen umspannt!

ALBUM DES MONATS:

1. Perfume Genius - Set My Heart On Fire Immediately Ø 4.6

"Set My Heart On Fire Immediately" heißt das fünfte Album von Perfume Genius, das mit getragenem Cembalo, theatralischer Dramatik und shoegazigen Elementen, wieder ein intimer wie individueller Geniestreich darstellt, der Sixties-Pop wie Eighties-Synths gleichermaßen umspannt. Auch dieses Album befasst sich wieder mit Themen wie Liebe, Sex, Beziehungen und Männlichkeit, ist aber trotz melancholischem Barock-Pop spielerischer als die Vorgänger.

2. Einstürzende Neubauten – Alles in Allem  Ø 4.4

Das 40-jährige Bandjubiläum wird mit einem neuen Album gefeiert, das selbstbewusst wie selbstreferenziell  "Alles in Allem" heißt und thematisch um Berlin, aber auch die Band selbst kreist: So finden sich in Tracks wie "Ten Grand Goldie" Anleihen an die Industrial-Phase, es gibt Avandgardistisches oder gar Folkiges zu hören und Blixa Bargeld changiert stimmlich zwischen Rio Reiser und Nick Cave. Das erste "richtige" Neubauten-Album seit 10 Jahren ist damit immer noch relevanter und revolutionärer als so manch gehypter deutscher Indie-Act.

3. I Break Horses - Warnings Ø 4.2

Dreampop aus Schweden, der zwischen albtraumhaft geschichtetem Electro und traumwandlerisch schönen Synth-Flächen: So wird sogar aus einem siebenminuten Stück ein Hit, der Sekunde für Sekunde wächst.

4. Nation Of Language - Introduction, Presence Ø 4.16

Ultra-Eighties-Revival mit ultra traurigen Texten: Nation Of Language sind ein Trio aus Brooklyn, dessen Debüt-Album irgendwo zwischen OMD, Kraftwerk und Human League schillert. Keine Kopie, sondern kompromisslos gut.

5. Moses Sumney – Græ Ø 4.11

Ein furioser Mix aus R’n’B, Soul, Art Rock, Jazz und eine Ahnung, wie Prince vielleicht 2020 geklungen hätte: Moses Sumneys Kammerpop schillert hier in allen Farben und ist alles andere als grau.

6. Austra - HiRUDiN Ø 3.85

Austra, der Act aus Kanada um die charismatische Sängerin Katie Stelmanis, veröffentlicht mit dem mysteriös betitelten "HiRUDiN" sein viertes Album voller hypnotischer Hymnen.

7. The 1975 - Notes On A Conditional Form Ø 3,7

Wie jedes Album der Band beginnt auch dieses mit einem Song namens "The 1975", in dem diesmal die Klima-Aktivistin Greta Thunberg zu zivilem Ungehorsam und zum Rebellieren auffordert. Und auch sonst wartet das Album mit illustren Stars auf, denn in der nach Phil Collins klingenden Single "If You’re Too Shy (Let Me Know)" samt Saxophon steuert FKA Twigs Vocals bei. Ansonsten findet man wieder den gewohnten wilden wie wüsten Ritt durch sämtliche Genres (EDM, Country, Autotune-R'n'B, Hardcore, New Wave... bitte bedienen Sie sich!), der Spaß machen kann, zugleich aber angesichts des offensichtlichen Marketinggags auch ermüdet.

8. Owen Pallett – Island Ø 3,5

Pet Shop Boys, R.E.M, Robbie Williams, Taylor Swift, Linkin Park oder The National: Für all diese unterschiedlichen Künstler hat Owen Pallett Streicher arrangiert und an seinem neuen eigenen Album "Island" arbeitete er sechs Jahre lang. Darauf verarbeitet er schwierige Themen wie Depressionen oder Suizidgedanken mit melancholischem Kammerpop.

9. Charli XCX - How I'm Feeling Now Ø 3,4

Das vierte Album von Charli XCX ist ein Quarantäne-Album, das sich mit der surrealen Zeit befasst in der wir momentan leben: Der Sound dazu ist kein melancholischer, sondern brachialer Hardstyle, Breakbeat und Rave, der einen Lagerkoller brachial orchestriert.

10. Badly Drawn Boy - Banana Skin Shoes Ø 3,2

Inide-Darling Badly Drawn Boy schrieb den Soundtrack zur Nick-Hornby-Verfilmung "About a Boy" und nach achtjähriger Pause erscheint nun mit "Banana Skin Shoes" ein neues Album mit verspultem und verspieltem Indie-Soul-Pop-Sound.

Jury: Nicole Ankelmann, Kerstin Kratochwill, Udo Raaf, Sebastian Cleemann, Christoph Prenner, Christoph Braun, Miriam Wallbaum, Satoru Teshima

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