Die 10 spannendsten Videospiel-Mythen

Bigfoot, Kühe und Saddam Hussein

Spiele, die sich selbst löschen und Melodien, die Krankheiten auslösen sollen? Die Welt der Videospiele hat so einige bizarre Geschichten zu Tage gefördert. Hier lest ihr die 10 unterhaltsamsten Gerüchte und Mythen. 

In einer Zeit, in der sich alles in Sekundenbruchteilen im Internet überprüfen lässt, geht man normalerweise davon aus, dass Mythen und Gerüchte eine kurze Lebensdauer haben sollten. Glücklichweise tragen aber Youtube, Reddit & Co. auch maßgeblich dazu bei, dass immer wieder neue Gerüchte in die Welt gestreut werden. 

Die meisten der großen Videospielmythen sind mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen, doch genau hier liegt der besondere Reiz. Wie können sich diese Geschichten, die im ersten Moment oftmals wie absoluter Unsinn wirken, über Jahrzehnte hinweg halten? Oft genug bekommt man das Gefühl, dass sich die Gamer schlichtweg nicht von ihren Mythen trennen wollen - auch wenn diese längst aufgelöst wurden. Hier kommen 10 Geschichten zwischen Gerücht, Mythos und handfester Verschwörungstheorie. 

1. E.T. - Das Computerspielbegräbnis

Den Anfang macht ein Mythos, der eigentlich gar keiner mehr ist. Denn die Gesichte rund um "E.T. the Extra-Terrestrial" von Atari wurde längst bestätigt und sogar zur Grundlage für eine Netflix-Dokumentation gemacht. Als sich das Spiel - ganz im Gegensatz zum Film - als einer der größten kommerziellen Flops und eines der schlechtesten Videospiele aller Zeiten herausstellte, ließ Hersteller Atari 1983 kurzerhand mehrere Millionen Exemplare des Spiels in der Wüste New Mexicos vergraben.

Über Jahrzehnte hinweg ging man davon aus, dass es sich hier um einen Mythos handeln würde - bis 2014 die Arbeiten zur Dokumentation begannen und erste Exemplare ausgegraben wurden. Mittlerweile lassen sich die Wüsten-Spiele zu teils horrenden Preisen online ersteigern.

2. Das "Lavander Town"-Syndrom

Nachdem sich die Welt mittlerweile wieder vom "Pokemon Go"-Hype erholt halt, lohnt sich ein Blick zurück auf die Spiele der Vergangenheit. Denn auch wenn der moderne Ableger für massenhaft Unfälle gesorgt hat, gab es die echten Horrorgeschichten bereits 1996. Als in Japan "Pokemon: Grüne Edition" erschien, verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit ein Gerücht über eine Melodie, welche beim Betreten von "Lavender Town" zu hören ist. 

Sehr hohe Frequenzen dieser Melodie sollen lediglich für Kinder hörbar sein und zu Kopfschmerzen, psychischen Erkrankungen und sogar einer erhöhten Selbstmordrate geführt haben. Beweise für diesen Mythos gab es niemals, in den Versionen für den amerikanischen und europäischen Markt ließ Nintendo die Musik dennoch entfernen. 

3. Killswitch

Ein Spiel, das nicht existiert. So wird "Killswitch" vom russischen Entwicklerstudio "The Karvina Corporation" oftmals bezeichnet. Denn: 1989 sollen lediglich 5.000 Exemplare weltweit veröffentlicht worden sein, welche sich selbst automatisch löschen, sobald man das Spiel durchgespielt hat. Das letzte Exemplar soll angeblich der Yamamoto Ryuichi für 733.000$ ersteigert haben, um es mit einem Let's Play für die Ewigkeit festzuhalten. 

Das fertige Let's Play hat es niemals ins Netz geschafft - stattdessen jedoch ein Clip vom Käufer, welcher weinend vor seinem PC zusammenbricht. Verfluchtes Spiel, gut gemachter Fake? Heute würde das Ganze vermutlich problemlos als Kunstaktion durchgehen. 

4. Playstation 2-Armee für Saddam Hussein

Achtung, hier kommt die vielleicht beste Videospiel-Geschichte aller Zeiten. Beim Gedanken an die "Playstation 2" dürften viele von uns glücklich in Nostalgie schwelgen. Immerhin bedeutete die Konsole zu ihrer Zeit eine kleine Revolution im Gaming-Bereich - allen voran auf technischer Seite. Es entstand das Gerücht, dass Saddam Hussein mehrere hundert der Konsolen gehortet haben soll, um sich an den verhältnismäßig günstigen 32-Bit-Prozessoren zu bedienen und diese beispielsweise zur Drohnensteuerung zu verwenden. 

Konsolenknappheit wegen eines iranischen Staatspräsidenten? Nein, auch wenn zu dieser Zeit tatsächlich in Europa zu wenige Konsolen auf dem Markt zu finden waren, handelt es sich bei der Geschichte um eine bloße Verschwörungstheorie, welche lediglich zur richtigen Zeit von genügend Medien verbreitet wurde. 

5. Die Goldshire-Kinder von World of Warcraft

Quelle: http://thegeekslife.com)

Wer selbst kein "WoW"-Spieler ist, wird diese Welt kaum richtig greifen können. Doch ein solch großes Online-Universum hat natürlich auch seine Eigenheiten und Geheimnisse parat. In der Stadt Goldshire befindet sich ein verlassenes Haus. Zu einer bestimmten Uhrzeit stellt sich dort eine Gruppe Kinder in einem Pentagram auf, in dessen Mitte der Spieler Schreie und Stimmen hören soll. 

Die Kinder-Gruppe wurde mittlerweile mehrfach gesichtet, was genau des mit dem gruseligen Easter-Egg auf sich hat, hat Entwickler Blizzard aber nie aufgeklärt. 

6. GTA: San Andreas - Bigfoot, Ufos & Leatherface?

Dass "Rockstar Games" so etwas wie die Könige der "Easter Egg"-Kultur sind, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Einen besonderen Höhepunkt fand diese Bewegung aber in "GTA: San Andreas" im Jahr 2004. Aufgrund verschiedenster Hinweise entstand das Gerücht, dass man im Spiel auf Bigfoot treffen könnte. Hunderte Spielstunden wurde gesucht, gefunden hat ihn letztendlich aber niemand - auch wenn auf Youtube gleich eine ganze Reihe überzeugender Fake-Aufnahme kursiert. 

Irgendwann wurde das Gerücht dann sogar von Entwicklerseite beerdigt, einen Ersatz hatte die Community aber schnell gefunden. Nicht nur Ufos, sondern auch "Leatherface" aus "The Texas Chain Saw Massacre" soll man begegnen können. Und ohne zu viel zu verraten: in späteren Teilen der Serie wurden diese Mythen wieder aufgegriffen.  

7. Super Luigi 64

Keine Gruselgeschichte, lediglich ein Mythos, der sich über sehr lange Zeit hält. Aufgrund einer beinahe unleserlichen Tafel mit der Inschrift "L Is Real 2401" gingen viele Spieler davon aus, dass Luigi in einer vorherigen Version des Spiels noch spielbar war und deshalb auch jetzt freischaltbar sein könnte. Es begann ein großes Rennen, es wurden Belohnungen ausgesetzt und hunderte Fakes kreiert - tatsächlich freigeschaltet hatte ihn letztendlich aber niemand.

Gehalten hat sich dieser Mythos aber bis heute und so hat man das Gefühl, dass auch heute noch täglich Spieler nach Marios grünem Bruder suchen dürften. 

8. Das Kuh-Level in Diablo

Ein Kuh-Level dient als Grundlage für eines der bekanntesten Gaming-Gerüchte der Welt. Angeblich soll man in "Diablo" ein geheimes Level freischalten können, indem man eine Gruppe Kühne in einer bestimmten Reihenfolge anklickt. Dieses Level hat zwar nie jemand offiziell zu Gesicht bekommen, der Mythos hielt sich aber über viele Jahre hinweg und endete in einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung. Denn Entwickler Blizzard spielte fortan mit und platzierte in den nachfolgenden Spielen genau solche Level. 

9. Der Kettensägen-Witz

Eine Anspielung auf "The Texas Chain Saw Massacre" gab es auch im Point&Click-Klassiker "Maniac Mansion" von 1987. Dort gab es an einer Wand eine Kettensäge samt Blutspritzern zu sehen. Wollte man diese aufheben, wurde dem Spieler jedoch gesagt, dass kein Benzin vorhanden sei. Fans durchforsteten verglich das komplette Spiel - kein Öl auffindbar. Doch irgendwo musste es doch sein?

Und auch wenn sich die Spieler bis heute sicher scheinen, dass es das Benzin geben muss, dient dieser Mythos eigentlich viel mehr als Grundlage für einen der besten Running Gags der Videospielgeschichte. Denn im nächsten Spiel von Zak McKracken findet der Spieler in einer Raumstation auf dem Mars einen Kanister Kettensägenbenzin. Und in "Monkey Island 2" lautet die Antwort auf die Frage nach dem Kettensägenbenzin schlichtweg "Das ist auf dem Mars."

10. Donkey Kong

Ja, wo ist denn eigentlich der Esel in "Donkey Kong"? Von Kommunitionsprobleme, über Übersetzungsfehler bis hin zu unverständlichen Telefongesprächen gab es zahlreiche Gründe dafür, weshalb aus dem, eigentlich doch viel sinnvolleren, "Monkey Kong" letztendlich "Donkey Kong" wurde. Die tatsächliche Erklärung ist aber so einfach wie unspektakulär. Schaffer Shigeru Miyamoto selbst klärte auf, dass sich der "Esel" in diesem Fall lediglich auf die Sturheit bzw. stellenweise Dummheit des Affen bezieht. 

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