Die 99 Cent-Frage

Labels wollen höhere Preise für Downloads

Die Majors drängen bereits seit geraumer Zeit auf Preiserhöhungen im Online-Musikgeschäft. Beim Weltmarktführern, dem iTunes Music Store, stoßen sie jedoch auf taube Ohren. Nun stehen stehen Lizenzverhandlungen an.

Die Fronten sind klar abgesteckt. Die großen Plattenfirmen haben die Losung der "variablen Preisgestaltung" ausgegeben. Neuveröffentlichungen sollen teurer werden, bei Titel aus dem Katalog soll es hingegen Preisnachlässe geben. Hits könnten damit bis zu 1,49 Euro kosten, ältere Songs könnten hingegen schon um 79 Cent angeboten werden. Beim Apple iTunes Music Store, der weltweit mehr als 70 Prozent der Musikdownloads verkauft, will man hingegen am Einheitspreis von 99 Cent pro Song festhalten, egal ob alt oder neu.

Auch Wayne Rosso, der mit der Online-Tauschbörse Grokster die Musikindustrie zur Weißglut trieb und nun an einem kostenpflichtigen Online-Musikservice arbeitet, sieht beim Preis von 99 Cent die "magische Grenze". "Wird diese Marke überschritten, geht der Absatz zurück", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur "AP".

Mit seiner Meinung ist Rosso nicht alleine. Zweifel an der Akzeptanz der Hochpreisstrategie der Labels hegt auch der Branchenanalyst Charles Wolf: "Natürlich können die Labels die Preise für die Hits anheben, aber das heißt nicht, dass die Kunden dies akzeptieren. Denn sie haben eine Alternative - sie besorgen sich die Songs einfach kostenlos." (dx)

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