Die Ärzte sammeln Spenden für das SO36

Von Corona betroffener Punkclub braucht dringend Geld

Das SO36 benannt nach dem gleichnamigen Stadteil in Kreuzberg war das Wohnzimmer des Punk. Die Ärzte starteten hier ihre Karriere und helfen nun mit einer Lesung den bedrohten Liveclubs der Stadt.

Es ist kein Geheimnis: unsere Clubs sind in ihrer Existenz bedroht. Vermutlich sind Zusammenkünfte vieler Menschen auf engem Raum dieses Jahr nicht mehr erlaubt, trotzdem müssen Miete, Löhne und Nebenkosten weitergezahlt werden.

Die Ärzte springen jetzt dem Club beiseite, in dem sie Anfang der 80er ihre ersten Konzerte gegeben haben. Noch heute ist das SO36 Heimat zahlreicher Punkkonzerte, aber auch queere Events wie das Kiezbingo oder das Café Fatal haben im Kreuzberger Wohnzimmer Tradition. Auch die weltweit erste schwul-lesbische Party für muslimische Menschen aus der Nachbarschaft "Gayhane" findet seit 1997 in den heiligen Hallen statt und erfreut sich bei Gästen aus aller Welt großer Beliebtheit.

Bela B und Farin Urlaub gaben jetzt eine Lesung der Bücher ihres Berliner Lieblingskomikers Fil, der es mit seinen beiden Berliner Orijinalen Didi & Stulle zu lokalem Ruhm in der Hauptstadt gebracht hat. Wer sich das Video anschauen will, wird darum gebeten, eine Spende zu hinterlassen, um die Berliner Liveclubs über diese schwierige Zeit zu retten. 200.000 Euro sollen so eingesammelt werden, um den Konzertlocations etwas Zeit zu kaufen und ihn über die nächsten Monate zu bringen.

► Das ganze Video schauen und spenden auf Betterplace.org

Ihr Manager betreibt selbst mehrere Clubs in Berlin sowie eine Konzertagentur und kennt die Sorgen und Nöte der Szene also aus eigener Erfahrung. Es ist also ernst und es geht jetzt ans Eingemachte.

Schließlich kann nicht jeder nebenberuflich die beste Band der Welt betreuen, deshalb sind wir jetzt alle gefragt: Schau auf der Homepage DEINER Stammclubs, was für Spendenaktionen sie anbieten und spende, was immer du dort ausgegeben hättest, wäre kein Corona. Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, weil letztlich nur ein Bruchteil der Besucher tatsächlich spendet, kann aber für jeden Club helfen, seine Miete zu bezahlen und nicht in die tiefroten Zahlen abzurutschen und erstmal einfach zu überleben.

Über das SO36

In einem ehemaligen Kino öffnete 1978 das SO36 seine Pforten als Punkclub in der Oranienstraße und beheimatete viele Bands wie Slime, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Einstürzende Neubauten oder die Dead Kennedys auf und prägte die Westberliner Undergroundszene maßgeblich. 2009 war der Clubs schon einmal in seiner Existenz bedroht, da Nachbarn einen Lärmschutz forderten. Nach einem Umbau nahm der Club seinen Betrieb wieder auf. 

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