Die Beastie Boys aus der Fan-Perspektive

Das New Yorker Hip-Hop-Trio macht mit einem ungewöhnlichen Konzertfilm von sich reden

"Awesome: I Fuckin` Shot That" wurde zu einem guten Teil von den Fans der Band gefilmt. Das Ergebnis des kinematographischen Experiments feierte vor Kurzem beim US-Independent-Filmfestival Sundance Premiere.

Bevor die Beastie Boys im Oktober 2004 auf die Bühne des New Yorker Madison Square Gardens gingen, verteilten sie rund 60 Hi-8- und digitale Videokameras an ihre Fans im Auditorium. "Macht damit was ihr wollt" lautete die kurze, aber unmissverständliche Anweisung an die Amateur-Filmer im Publikum. Zwar wurden die Fan-Aufnahmen noch um professionelles Material ergänzt, rund 85 bis 90 Prozent des Films wurden nach Angaben von Beastie Boy Adam Yauch, der unter dem Pseudonym Nathanial Hornblower als Regisseur genannt wird, von den Konzertbesuchern aufgenommen. Bevor die Masse an Aufnahmen zum Endprodukt montiert wurde, feilten drei Teams unabhängig voneinander an verschiedenen Schnittversionen der Fan-Doku. In der finalen Fassung bringt es "Awesome: I Fuckin` Shot That!" immerhin auf 75 Schnitte pro Minute.

Erste Reaktionen auf den Konzertfilm fielen durchaus wohlwollend aus. Das US-Onlinemagazin "Film Threat" schwärmte von einem "Geschenk an die Fans". Das Branchemagazin "Variety" befand, dass einige Passagen der Dokumentation sich auch als Musikvideos "exzellent" eignen würden. Die Beastie Boys selbst bezeichneten die Doku gegenüber dem US-Onlinemagazin "Wired News" als "authorisiertes Bootleg". Sie wollten damit auch den "Do-it-Yourself"-Ethos des frühen Punk- und Hip Hop einfangen, meinte Yauch bescheiden.

Ende März soll "Awesome: I Fuckin` Shot That" in den US-Kinos starten. Ob und wann der Film auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist vorerst nicht bekannt. Auf die DVD-Version darf man sich, nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Unmengen an Bonus-Material, aber in jedem Fall freuen. (dax)

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