Die CD ist tot – es lebe der Download?

Eine Prognose von Universal-Manager Jörgen Larsen

Universal Music, das größte Musikunternehmen der Welt, möchte sich immer mehr auf den Absatz von Downloads konzentrieren, da das Geschäft mit CDs stetig sinkt.

Das Musikgeschäft des Majorkonzerns Universal wird außerhalb Nordamerikas maßgeblich von Jörgen Larsen koordiniert, dem CEO von Universal Music International. Larsen hat zuvor bereits für CBS und Sony gearbeitet. Mit der FAZ hat er sich über sich über den Musikvertrieb der Zukunft unterhalten ? und prognostiziert keine gute Zukunft für den CD-Verkauf, aber bessere Zeiten für das Downloadgeschäft.

Jörgen Larsen rechnet mit einem weltweiten Rückgang des Absatzes physischer Tonträger um ca. vier Prozent. Dieser Trend sei nicht mehr aufzuhalten: ?Wir müssen die Verluste im CD-Geschäft mit dem Download-Musikvertrieb ausgleichen?, so Larsen. Deswegen sollte Universal Music zukünftig bis zu einem Viertel des Gewinns durch Downloads erwirtschaften. Bisher sind es gerade einmal knapp zwei Prozent. ?Aber das wird noch einige Jahre dauern. Denn klar ist: Im CD-Verkauf wird es nie mehr einen signifikanten Aufschwung geben.? Online gäbe es zudem einige Konkurrenz. ?Bei der großen Zahl illegaler Musikanbieter im Internet werden wir aber wohl erst in vier oder fünf Jahren soweit sein". Larsen prognostiziert das Ende KaZaas per Gerichtsurteil, ist sich aber bewusst, dass dies aufgrund anderer Tauschbörsenangebote lediglich ein ?moralischer Sieg? wäre. Er betont auch, dass die Preise für Downloads keinesfalls teuerer werden dürfen, denn nur mit fairen Preisen könnten sich legale Angebote etablieren.

Was das deutsche Musikgeschäft für Universal betrifft, wäre nach Larsen dieses Jahr ?plus minus null? ein gutes Ergebnis. Die Arbeit der deutschen Musikmanager beurteilt er kritisch, sie hätten ?seit Jahren keine gute Arbeit geleistet? und ?die Plattenfirmen waren faul?. Außerdem hofft er auf eine Rückbesinnung auf die Qualität von Musik. ?Wenn die Musik wirklich gut ist, dann wollen die Leute sie auch legal kaufen, statt sie im Internet kostenlos herunter zu laden?.

Ein Preis von 1,50 Euro für einen DRM-geschützten Song ist jedoch noch nicht die ultimo ratio, wenn es darum geht, Downloads zu einer tragen Säule des Musikgeschäfts zu machen. Was das CD-Geschäft betrifft, musste Universal letztes Jahr notgedrungen wieder den Kopierschutz abschaffen: die Beschwerden der Kunden hatten deutlich gemacht, dass sie solche Beschränkungen nicht akzeptieren. (js)

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