Die deutschen Rap-Charts

Die Highlights der Rap-Landschaft

Diese Woche in den offiziellen Rap Charts: eine sichere Eins, feierwütige Jungs und ein erfolgsverwöhntes Duo aus Essen!

Seit vielen Jahren werden die deutschen Albumcharts regelmäßig von deutschsprachigem Rap dominiert. Deshalb wollen wir euch neben den deutschen Album Charts und den Top 100 Single Charts auch die offiziellen deutschen Hip-Hop-Charts vorstellen. 

Die Rap Charts im November 2019

1. RAF Camora - Zenit

"Die Zeichen stehen auf Abschied. Angeblich hat RAF Camora mit "Zenit" sein siebtes und letztes Soloalbum veröffentlicht. Doch schon im Opener schenkt er seinen Fans Hoffnung: 'Karriereende niemals, glaub mir, erst jetzt beginnt die Party'."

★★★☆☆

2. Apache 207 - Platte

"Endlich ein Newcomer, der die Modus-Mio-Playlist mit frischen Ansätzen bereichert. Apache 207 sieht nicht nur ungewöhnlich aus, auf seiner Debüt-EP 'Platte' klingt er auch anders."

★★★☆☆

3. 102 Boyz - Asozial Allstars 3

What you see is what you get: Alkohol statt Wasser.

★★★☆☆

4. Capital Bra & Samra - Berlin lebt 2

"Der Reiz von 'Berlin lebt 2' liegt nicht in den Ideen und Inhalten, sondern im Zusammenspiel zwischen Capital Bra und Samra. Trotz unterschiedlicher Stimmen, Delivery und Vortragsweisen, ergänzen sie sich wie Kevin Nash und Scott Hall. Dass das Album nach einem bekannten Muster entstand, lockt zwar keine Musik-Nerds an, versorgt die Zielgruppe aber verlässlich mit neuem Stoff."

★★★☆☆

5. 257ers - Abrakadabra

Auf ihrem sechsten Studioalbum bleiben sich die 257ers treu: Albern für immer.

★★★☆☆

6. Sido - Ich & keine Maske

"Mittlerweile ist Sido ein besserer Songschreiber als Rapper. 'Ich & keine Maske' bietet daher kaum Überraschungen, die das Genre beeinflussen werden. Musikalische Neuerungen steuern die Gäste bei. Dass sich Sido auf die neue Generation nicht nur einlässt, sondern sie auch aktiv unterstützt, spricht für seine Liebe zur Musik. 'Ich & keine Maske' zeigt einen sympathischen Rapper, der künstlerisch auf einem ganz hohen Niveau stagniert. Das können nur wenige Legenden von sich behaupten."

★★★☆☆

7. Loredana - King Lori

Das ist neu: Die Schweizerin Loredana krönt sich auf ihrem Debütalbum nicht zur Königin, sondern zum König.

★★☆☆☆

8. Kummer - KIOX

"'KIOX' fällt durch verschenktes Potenzial auf. Der Kehrvers von Max Raabe auf 'Der Rest meines Lebens' klingt wie ein Vocal-Sample und nicht wie ein vollwertiges Feature. Grämen muss sich Kummer trotzdem nicht. Ungeachtet einiger Abstriche zündet die künstlerische Vision. Zudem unterscheidet sich die Platte deutlich von seiner Hauptband, ohne dabei abzustinken. Ein größeres Kompliment kann es für ein Soloprojekt kaum geben."

★★★☆☆

9. Kontra K - Sie wollten Wasser doch kriegen Benzin

"'Sollte Quentin Tarantino deutschen HipHop hören, dann wird er das Stück lieben!' heißt es unter anderem im Pressetext. Hollywood-Glitzer gibt es bei Kontra K seit jeher nicht, stattdessen weicht die gewohnte Macher-Attitüde einem Realismus, der deutlich an Kraft gewonnen hat."

★★★☆☆

10. Trettmann - Trettmann

"'Es  war David gegen Goliath / Alle  gönnen mir, dass ich gewonnen hab'', fasst es Trettmann im Intro zusammen. Daran ändert sich auch mit seinem zweiten Album in der KitschKrieg-Ära nichts. Wer sich auf ein verändertes Klangbild einlässt, wird die gleichen Glücksgefühle wie mit '#DIY' erleben. Das schmälert auch ein zeitlich ungünstig angefragtes Gzuz-Feature nicht."

★★★★☆

Die besten Deutschrap-Tracks 2019

Wie werden die deutschen Rap Charts erstellt?

Die offiziellen deutschen Musikcharts werden seit 1977 im Auftrag der deutschen Musikindustrie erhoben. Die Charts beruhen auf einer repräsentativen Ermittlung von Verkaufsdaten und umfassenden gesamten Markt bespielter Bild/Tonträger und Downloads. Das Kernstück der Charts bilden die TOP-100-Longplay- und Single-Charts.

So fließen seit Mitte September 2004 auch Downloadverkäufe in die deutschen Charts ein. Seit Mitte 2007 werden auch Titel für die Single-Charts gezählt, die zunächst nur als Downloads verkauft werden, seit Mitte 2012 gilt dies auch für Alben. Seit Januar 2014 zählen auch Streamings für die Single-Charts.

Bei den Charts zählt der Umsatz, nicht die verkaufte Menge und da Rap-Künstler gerne aufwendige (und teure) Fan-Boxen verkaufen, sind diese häufig sehr erfolgreich in den Charts. Zudem streamen die meist jungen Rap-Fans viel mehr als die älteren.

Sofern die Rap Charts nicht vollständig sind, liegt das daran, dass einzelne Titel vom Label nicht fürs Streaming frei gegeben wurden. 

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