Die deutschen Rap-Charts

Die Highlights der Rap-Landschaft

Diese Woche neu in den offiziellen Rap Charts: Es brechen ungewohnte Zeiten an - eine Frau platziert sich an der Spitze.

Seit vielen Jahren werden die deutschen Albumcharts regelmäßig von deutschsprachigem Rap dominiert. Deshalb wollen wir euch neben den deutschen Album Charts und den Top 100 Single Charts auch die offiziellen deutschen Hip-Hop-Charts vorstellen. 

Die Rap Charts im Juni 2019

1. Juju - Bling Bling (NEU!)

"Dieses Album sollte mindestens dafür sorgen, dass Juju ihren Status nicht mehr innehat, weil sie von irgendwelchen 14-Jährigen als "fickbar" abgestempelt wird, die lediglich respektieren können, dass sie ab und an 'Hurensohn' in ihren Texten unterbringt. Juju sollte ihren Status haben, weil sie eines der besten Deutschrap-Alben der ersten Jahreshälfte abgeliefert hat."

★★★★☆

2. Kontra K - Sie wollten Wasser doch kriegen Benzin

"'Sollte Quentin Tarantino deutschen HipHop hören, dann wird er das Stück lieben!' heißt es unter anderem im Pressetext. Hollywood-Glitzer gibt es bei Kontra K seit jeher nicht, stattdessen weicht die gewohnte Macher-Attitüde einem Realismus, der deutlich an Kraft gewonnen hat." 

★★★☆☆

3. Capital Bra - CB6

"So hat man das Gefühl an einer Art Post-Musik angekommen zu sein. Capitals Album wird zwar gehört und vor allem kritisiert werden, durch die nahezu vorherbestimmte Platz-1-Positionierung in den Charts kann diese Kritik innerhalb der Zielgruppe jedoch niemals an Kraft oder Bedeutung gewinnen. "CB6" dürfte ein Album sein, das unabhängig von seiner Musik funktioniert."

 ★☆☆☆☆

4. PTK - Kein Mensch ist digital (NEU!)

5. Bonez MC & Raf Camora - Palmen aus Plastik 2

"Am stärksten ist das Album in den Momenten, in denen es nah an seiner eigenen Vorlage bleibt. [...] Bonez versteht es nach wie vor, mit seemannsähnlichen Gesängen einen Ohrwurm nach dem anderen auf RAFs Produktionen zu zaubern und zusammen empfehlen sich beide mit massentauglichem Sound für den Album-Blockbuster des Herbstes."

 ★★☆☆☆

6. 18 Karat - Je M'appelle Kriminell

Der Titel nimmt bereits vorweg, welche Stufe der Kreativität auf diesem Album zu erwarten ist. 18 Karat steht seit Jahren stellvertretend für uninspirierten Gangsterrap und feiert damit durchweg Erfolge. Kein Wunder also, dass auch das neue Album - ungeachtet der tatsächlichen Qualität - direkt auf Platz 1 einsteigen konnte. In der dritten Woche reicht es weiterhin für die Top 10. 

7. KC Rebell - Hasso

Zum fünften Mal in seiner Karriere platzierte sich KC Rebell auf Platz 1 der Album-Charts und somit auch an der Spitze der Rap-Charts. Dabei liefert er ein gut produziertes Album, welches leider - wie erwartet - unter der momentanen Themenlosigkeit im deutschen Rap leidet. Autos, Uhren und Geld sollten nicht als Grundlage für ein Nummer-1-Album reichen, sorgen aber dafür, dass sich KC Rebell seit mehreren Wochen in den Top 10 hält. 

8. Fatoni - Andorra

"Fatonis großes Augenzwinkern und Layer-Jonglage hat immer Spaß gemacht und sorgt auch jetzt wieder für gute Momente, doch irgendwie erwischt man sich dabei, dass dieser ehrliche Fatoni viel näher zu einem vordringt. Könnte es sein, dass Ironie und Sarkasmus zwar oft wichtige Stilmittel waren, dabei aber nie seine künstlerische Identität ausgemacht haben?" 

 ★★★★☆

9. Mero - YA HERO YA MERO

"Und so überrascht es eben auch nicht, dass sich 'YA HERO YA MERO' ziemlich nach Schnellschuss anfühlt. Dass Mero rappen und flowen kann, steht seit seinen ersten Instagram-Videos außer Frage. Wenn sich der selbe Stil jedoch nahezu unverändert durch 12 Songs zieht, geht irgendwann auch die Freude an der technischen Finesse des Rüsselsheimers verloren."

 ★★☆☆☆

10. Azet & Zuna - Super Plus

Die KMN-Gang findet sich mal wieder an der Chartspitze ein. Musikalisch haben Azet & Zuna das Rad zwar definitiv nicht neu erfunden, charttechnisch fährt das Duo aber erwartungsgemäß auf der Überholspur. Vor dem Einfluss der jungen Rap-Zielgruppe sind eben auch die Charts nicht sicher.

Die besten Deutschrap-Tracks 2019

Wie werden die deutschen Rap Charts erstellt?

Die offiziellen deutschen Musikcharts werden seit 1977 im Auftrag der deutschen Musikindustrie erhoben. Die Charts beruhen auf einer repräsentativen Ermittlung von Verkaufsdaten und umfassenden gesamten Markt bespielter Bild/Tonträger und Downloads. Das Kernstück der Charts bilden die TOP-100-Longplay- und Single-Charts.

So fließen seit Mitte September 2004 auch Downloadverkäufe in die deutschen Charts ein. Seit Mitte 2007 werden auch Titel für die Single-Charts gezählt, die zunächst nur als Downloads verkauft werden, seit Mitte 2012 gilt dies auch für Alben. Seit Januar 2014 zählen auch Streamings für die Single-Charts.

Bei den Charts zählt der Umsatz, nicht die verkaufte Menge und da Rap-Künstler gerne aufwendige (und teure) Fan-Boxen verkaufen, sind diese häufig sehr erfolgreich in den Charts. Zudem streamen die meist jungen Rap-Fans viel mehr als die älteren.

Sofern die Rap Charts nicht vollständig sind, liegt das daran, dass einzelne Titel vom Label nicht fürs Streaming frei gegeben wurden. 

Juju - Bling Bling (Artwork)

Juju

Über Frauen im Deutschrap wurden viele Texte geschrieben. Juju sorgt dafür, dass man auch einfach wieder guten Rap hören darf. 

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