Die fünf skurrilsten Deutschrap-Fanboxen

T-Shirts und Poster haben ausgedient

Eines der größten Mysterien ist, wie viele Stückzahlen physischer Tonträger Deutschrapper an ihre juvenile Fanbase absetzen. Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte „Deluxe-Boxen“, die neben dem Hauptalbum noch eine ganze Handvoll Goodies enthalten - mal mehr, mal weniger nützlich. Wir stellen euch die kuriosesten davon vor.

Mit ihren aufwendig gestalteten Fanboxen, die für teilweise viel Geld verkauft werden, stellen die Rapper sicher, dass ihr Album schon anhand der Vorbesteller-Umsätze in die Albumcharts geht.

Denn die werden nicht anhand von Stückzahlen, sondern anhand von Umsätzen erstellt. Je mehr Geld ein Album einspielt, desto höher klettert es in den Charts.

Rapper haben das als erstes für sich genutzt und bieten seit einiger Zeit geradezu abenteuerliche Fanboxen an.

Ali As – „Insomnia“

Im besten Fall ist ein Album natürlich nicht einschläfernd. Heißt das Album dagegen „Insomnia“, bietet sich die Idee für ein passendes Goodie durchaus an: Ali As legte dem Finale seiner LP-Trilogie letztes Jahr eine Schlafmaske bei, die von niemand Geringerem als dem Luxusbrillenanbieter Cazal designed wurde. Dieser Umstand wurde zwar in der Promophase dezent nervig ausgewalzt, machte aber im Kontext mit dem Albumtitel wenigstens Sinn.

Majoe – „Auge des Tigers“

Irgendwie stimmig war auch die Idee von Majoes Deluxe-Version zu „Auge des Tigers“ – allerdings auch mindestens genauso dreist. In der zugehörigen Box zum Album verteilte der Duisburger nebst Stickern, Shirt und dem üblichen Krimskrams obendrein einen Gutschein für eine bekannte Fitnessstudio-Kette. Als vollwertigen Inhalt, wohlgemerkt. Fast seltsam, dass es bei dem Versuch Werbung als Merchandise zu verkaufen keinen Aufschrei gab.

Fler & Jalil – „Epic“

Zum Gucci-Outfit gehört der passende Duft, das weiß auch Fler. Und so kreiierte er (oder ließ kreiieren) für sein letztes Kollabo „Epic“ konsequenterweise ein eigenes Parfum, getauft auf den Namen des Vorgängeralbums. Aber warum soll es in Zeiten, in denen gefühlt jeder Rapper eine eigene Modelinie besitzt, nicht auch das geben?

SpongeBOZZ: „Started from the Bottom / Krabbenkoke“

Nicht nur Longpapes und ein Grinder sollte es sein, nein, Spongebobs Gangster-Alter Ego stattete seine Fanbox zu „Started From the Bottom / Krabbencoke“ gleich mit “Kreditkarte” und „Koksröhrchen“ aus. Das darf man angesichts der Zielgruppe durchaus moralisch verurteilen – andererseits wurde wohl doch eher Capri Sonne aus dem Zubehör geschlürft.

Massiv – „Raubtier“

Unangefochten auf Platz Eins im Kuriositäten-Kabinett: Massiv. Schon zum Auftakt der Promophase zu seinem jüngsten Album stellte der Berliner einen Teaser ins Netz, der Böses erahnen ließ. Als Abnehmer der „Raubtier“-Box war man am Ende nicht nur um ein durchschnittliches Straßenrap-Album reicher, sondern zugleich auch der Besitzer von Massivs „Raubtier-DNA“. Tatsächlich hatte er sein echtes Blut in tausende, kleine Plastikanhänger gefüllt und zum Inhalt der Deluxe-Box gemacht. Wir raten übrigens ausdrücklich vom Konsum des Videos ab, in dem ein Fan den Inhalt tatsächlich trinkt.

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