The Diplomats: Die zehn besten Songs aus der Dipset-Ära

Von Cam'ron bis Jim Jones – Perlen aus einer der verrücktesten Phasen des Hip-Hops

In den Zweitausendern prägte kaum eine andere Crew den Sound und die Ästhetik des Hip-Hops so sehr wie die Diplomats. Hier sind zehn ihrer besten Songs.

Der Dipset-Hauptkader: Cam'ron, J.R. Writer, Jim Jones und Juelz Santana

Dipset beeinflusste von Anfang bis Ende der Zweitausender Hip-Hop maßgeblich mit. Auch in Deutschland übernahmen gestandene Rapper wie Kool Savas Style, Flows, Beatskizzen und Slang. Gekleidet in Fitted Caps und XXXXXXL-Shirts rappten sie mit ignoranten Punchlines über gepitchte Vocal-Samples und machten nebenbei das Adlib zum Hauptelement eines Rap-Parts. Dabei fluteten sie mit unzähligen Mixtapes nicht nur Harlems Straßen, sondern auch das Internet.

Neben der Kernmannschaft rund um Cam'ron, Juelz Santana, Jim Jones und J.R. Writer nahmen die Diplomats aka Dipset viele weitere Rapper in ihre Reihen auf. Ähnlich wie der Wu-Tang Clan, der mit GP Wu, Wu-Syndicate und anderen Weedbeutelträgern eine lange Mitgliederliste hatte, verstärkten sich auch die Diplomats über die Grenzen von New York hinaus. Mit S.A.S. rekrutierten sie Mitglieder unter anderem in Großbritannien.

Seit 2017 ist die alte Band wieder vereint. Das Gefühl von damals will sich trotzdem nicht einstellen. Um euch an früher zu erinnern, haben wir die zehn besten Songs aus der Hochphase der Dipset-Ära zusammengestellt.

Dipset Anthem (Cam'ron & Juelz Santana)

Wären die Diplomats tatsächlich Regierungsvertreter, das wäre die Nationalhymne ihres Landes – asozial, aber cool. Der von den Heatmakerz produzierte Songs befindet sich auf dem Debütalbum "Diplomatic Immunity" von 2003.

Oh Yes (Juelz Santana)

Wer "Please Mr. Postman" von den Marvelettes samplet und trotzdem wie die coolste Socke im Kleiderschrank klingt, hat es verstanden. 2005 stützt Juelz Santana den angeberischen Albumtitel "What The Game's Been Missing" mit handfesten Beweisen wie diesem.

Bright Lights, Big City (Jim Jones feat. Max B)

Jim Jones und Max B berichten aus dem Leben zweier Hustler. Mit dem dazugehörigen Album "Hustler's P.O.M.E." mauserte sich Jones vom umtriebigen Geschäftsmann der Truppe zum ernstzunehmenden Rapper.

Welcome To New York City (Cam'ron feat. Juelz Santana & Jay-Z)

Rap-Songs schreiben, die wie Hymnen klingen – wenige verstehen das besser als die Diplomats. Zusammen mit Jay-Z bringen Cam'ron und Juelz Santana nach den Anschlägen vom 11. September den Kampfgeist einer ganzen Stadt auf den Punkt: "It's the home of 9/11, the place of the lost towers / we still banging, we never lost power".

The Best Out (J.R. Writer, Bezzel, 40 Cal & Hell Rell)

Dass die Diplomats eine ganze Riege an talentierten Rappern hatte, geht neben den Cam'rons und Juelz Santanas schnell unter. Wer die Mixtapes durchforstet, findet zum Beispiel Perlen wie diese. Auf dem programmatisch betitelten "The Best Out" spuckt die zweite Reihe Zeilen, als befände sie sich in einer Cypher auf Harlems Straßen.

Dead Or Alive (Cam'ron feat. Jim Jones)

Eine Hook, die die Chipmunks singen, aber trotzdem die coole Sau herauslassen: Cam'ron und Jim Jones zeigen auf "Dead Or Alive", wie das geht.

Gun Go (Purple City feat. Un Kasa, Agallah, Juelz Santana & Jim Jones)

Und der ganze Block schießt in die Luft...

I Am Crack (Juelz Santana)

Auf einem überschwänglichen Reefa-Beat mit E-Gitarren-Outro kickt Juelz Santana ignorante Großer-Mann-Lyrik: "I'm so mean and nice, with the things I write / Jesus might say 'Jesus Christ!'".

Killa Cam (Cam'ron)

Auch ohne pinken Pelzmantel und teure Klunker an den Fingern kann sich Klein-Otto aus der deutschen Provinz wie ein Styler aus Harlem fühlen – Cam'ron macht es möglich.

Oh Boy (Cam'ron feat. Juelz Santana)

Cam'ron und Juelz Santana spielen mit dem Vocal-Sample, als wäre es Teil des Drum-Patterns. Dazu gibt's gewohnt eingebildete Zeilen über das Dasein als gutgekleidete Weiberhelden.

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