Donald Trumps Amtseinführung: diese Musiker treten auf

Eine traurige Liste der musikalischen Belanglosigkeit

Für Obama musizierten Beyoncé und Bruce Springsteen, Donald Trump kann sich bei seiner Amtseinführung am 20. Januar 2017 mit Jackie Evancho und einer Bruce Springsteen Coverband schmücken. 

Das Prinzip "I Want You" funktioniert bei Donald Trump leider nicht wie gewünscht (Screenshot NBC - Press Conference 11.1.2017).

Am 20. Januar 2017 findet die Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten statt. In der Vergangenheit waren dies stets festliche Anlässe mit prominenten Gästen und der musikalischen Unterstützung der absoluten A-Liste. Für Barack Obama traten einst Beyoncé, Alicia Keys und Bruce Springsteen auf, Bill Clinton konnte Michael Jackson und Elton John für sich gewinnen, John F. Kennedy feierte mit Frank Sinatra und selbst für George W. Bush sangen mit Destiny's Child und Ricky Martin keine No-Names.

Diese Tradition scheint mit der "Inauguration" des 45. Präsidenten der USA ein Ende zu nehmen. Donald Trump handelte sich von Künstlern wie Moby, The Chainsmokers, Andrea Bocelli und Elton John eine Absage nach der anderen ein und so liest sich die Liste der Musiker, die dann tatsächlich bei den Feierlichkeiten auftreten werden, eher traurig. Wir haben die Acts in der Übersicht:

3 Doors Down

Einen Tag vor Trumps Amtseinführung findet die “Make America Great Again! Welcome Celebration” statt. 3 Doors Down, die wohl bekannteste Band im Trump Line-up, hat ihren Auftritt nun bestätigt. Sie landete Anfang der 2000er mit dem Song "Kryptonite" einen Hit und hatte ein weiteres erfolgreiches Album mit dem Titel "Away from the Sun". Die offizielle Nachricht veröffentlichte die Band ohne politische Stellungnahme auf ihrem Instagram Account.

Toby Keith & Lee Greenwood

Auch Country Sänger Toby Keith und Lee Greenwood sind bei Trumps Pre-Party am 19. Januar dabei. Toby Keith hat kein Problem mit seinem Auftritt. Er habe bereits für Bush und Obama auf der Bühne gestanden und über 200 Gigs im Iraq und in Afghanistan gespielt.

Jackie Evancho

Donald Trumps Beyoncé ist Jackie Evancho. Sie soll in die Fußstapfen von Queen B. treten und die Nationalhymne singen. Wer Jackie Evancho ist? Sie ist 16 Jahre alt, belegte in der fünften Staffel von "America's Got Talent" den zweiten Platz und trat als Schauspielerin im Film "The Company You Keep" neben Robert Redford in Erscheinung.

The B-Street Band (Bruce Springsteen Cover Band)

Was Barack kann, kann Donald schon lange! 2009 schmetterte Bruce Springsteen mit einem riesigen Gospel Chor im Rücken zur ersten Amtseinführung Obamas seinen Song "The Rising". Trump ist offenbar auch Fan von Springsteens Musik, leider ist dies umgekehrt nicht der Fall. Der Boss bezeichnete Trump öffentlich als Idioten und bezichtigte ihn der Engstirnigkeit und des Rassismus. Bleibt für Trump nur eine Möglichkeit: eine Bruce Springsteen Cover Band.
Diese steht nun im medialen Kreuzfeuer, auch wenn die Bandmitglieder ihren Auftritt nicht als politisches Statement begreifen. Sie hatten den Vertrag für das Konzert bereits 2013 unterschrieben, als noch gar nicht klar war wie sich die Wahlen in den USA entwickeln würden. Will Fortes größte Sorge ist jedoch, der Boss könne auf sie sauer sein.

Update 17.01.2017: Die B-Street Band ist mittlerweile vom Vertrag zurückgetreten. Der Respekt vor und die Dankbarkeit für Bruce Springsteen ist das wichtigste Leitmotiv der Band.

The Radio City Rockettes

Die Rockettes sind eine berühmte Tanzformation in den USA und damit ein vergleichbar großer Name auf Trumps Gästeliste. Dumm nur, dass sich die Begeisterung bei einigen Mitgliedern der Gruppe in Grenzen hält und sich viele bereits negativ über den Auftritt geäußert haben. Den festen Mitgliedern der Radio City Rockettes bleibt laut Vertrag allerdings nichts anderes übrig als aufzutreten. Ob sie wollen oder nicht.

The Mormon Tabernacle Choir

Donald Trump kann sich auf einen Chor aus 360 Mormonen freuen. Diese müssen zwar einige Kriterien erfüllen - wie zum Beispiel nicht homosexuell sein -, ansonsten kommt der Mormon Tabernacle Choir allerdings gerne freiwillig. Ob das schon eine gruselige Vorschau ist, wer bald in den USA das Sagen hat?

Big & Rich

Big & Rich sind ein Country-Duo aus Nashville mit über 1 Millionen Facebook Fans und einem Album namens "Hillbilly Jedi". Das hat doch schon mal einen gewissen Flair.

Cowboy Troy

Mit dem letzten klangvollen Namen beweist Donald Trump, dass er gar nicht so engstirnig ist, denn Cowboy Troy bezeichnet sich selbst als "schwarzen Konservativen" und macht Country-Rap. Als überzeugter Republikaner unterstützte er auch schon John McCain 2008, nun kann er sich also tatsächlich wieder über einen Nicht-Demokraten als Präsident freuen.

Dass sich der Großteil der US-Prominenz nicht wirklich auf den Präsidenten Donald Trump freut, bewies kürzlich Meryl Streep bei ihrer Gloden Globes Rede aufs Neue. Die Entwicklungen um die Amtseinführung zeigen jedenfalls eindrucksvoll, dass der USA unruhige Zeiten bevorstehen.

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