Ein Jahr als David Bowie

Professor schlüpft für neue Biografie in die Rollen von Bowie

Für ein Buch über den Musiker schlüpft ein englischer Professor ein Jahr in die verschiedenen Alter Ego David Bowies.

Eine von vielen Persönlichkeiten Bowies

Da nimmt es jemand sehr genau. Will Brooker ist Professor für Film- und Kulturwissenschaften an der Kensington Universität in der Nähe von London und wurde damit beauftragt eine Monographie über die Musik-Ikone David Bowie zu schreiben. Das Wälzen einschlägiger Literatur, lange Online-Recherchen, Analysen, Interviews führen - das alles reicht Brooker offensichtlich jedoch nicht aus. Über David Bowie schreiben kann schließlich jeder. Als David Bowie schreiben, ist da eine ganz andere, bessere Ebene.

Als Method Actor lebt Brooker deshalb ein Jahr als David Bowie. Dabei durchläuft auch der Professor jede Phase, in der sich der Sänger neu erfand: Ziggy Stardust, Aladdin Sane etc. Ganz egal, ob Kleidungsstil, Ernährung, Bücher oder Filme, die Bowie während dieser Zeit sah und las - Brooker zieht das volle Programm durch. Er sagt, er wolle den Sänger so besser verstehen lernen, sich in und als die Person ‚David Bowie‘ denken, gleichzeitig aber einen objektiven Standpunkt einnehmen. Bisher scheint ihm das wohl ganz gut zu gelingen. Hat er in den 60er Jahren begonnen, befindet sich Brooker derzeit im Jahr 1974, in dem Bowie sich für den Philadelphia-Soul begeisterte.

Demnächst steht für Brooker eine Reise in die deutsche Hauptstadt auf dem Plan. Schließlich gehören zum Leben David Bowies auch die verschiedenen Orte, die ihn inspirierten. In Berlin lebte der Sänger Ende der 70er Jahre für zwei Jahre und widmete der Stadt die drei Alben Low, Heroes und Lodger, die sogenannte Berlin-Trilogie.

Was David Bowie von seinem Doppelgänger hält, ist nicht bekannt. Aber falls Brookers Methode hilft, müsste er es theoretisch schon wissen...

 

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