ESC 2020: Kein Vorentscheid mehr, dafür zwei Jurys

Barbara Schöneberger singt ironisches über "Unser Lied für Rotterdam"-Verfahren

Mit viel Ironie, aber auch mit einer gewissen Verzweiflung, singt Barbara Schöneberger in einem Clip vor, wie der nächste Eurovision-Song-Contest-Beitrag für Deutschland ausgewählt werden wird: Ohne Vorentscheid, ohne Publikumsvotum, dafür mit zwei Jurys.

Im Prinzip klingt das eigentlich gar nicht so neu, was sich der NDR nun ausgedacht hat: Beim ESC 2020 wird es keinen nationalen Vorentscheid mehr geben, dafür sollen Experten den richtigen Track auswählen. Zwei Jurys suchen damit "Unseren Song für Rotterdam": "ine "Eurovisions-Jury" mit 100 Menschen aus ganz Deutschland und eine internationale Expertenjury aus 20 Musikprofis.

In einem mehrstufigen Verfahren haben diese beiden Jurys sowohl Künstlerinnen und Künstler als auch Songs bewertet und für welches Lied sich die Experten entschieden haben, zeigt dann der TV-Sender ONE am Donnerstag, den 27. Februar 2020 um 21.30h. Moderiert wird die 45 Minuten dauernde Sendung von Barbara Schöneberger, die auch den komplizierten neuen Modus – der ähnlich ermüdend kompliziert klingt wie der neue Fußball-EM-Qualifikationsmodus - singend ankündigen durfte.

Im durchaus lustigen Clip versprüht Schöneberger eine Stimmung zwischen Ironie und Verzweiflung, der Song endet mit ihren Worten "Diesmal hab ich ein gutes Gefühl". Wir nicht. Zum ersten Mal seit elf Jahren gibt es also wieder einen Entscheid ohne Publikum, damals wurde die Formation Alex Sings Oscar Swings! auserkoren, wer erinnert sich noch daran? Das Duo landete jedenfalls auf einem 20. von 25 Plätzen.

▹​ Video: Barbara Schöneberger singt über "Unser Lied für Rotterdam"

Christian Blenker, ARD-Teamchef für den Eurovision Song Contest sagt über den neuen Modus:

"Unsere beiden Jurys haben einen hohen musikalischen Sachverstand und einen einmaligen ESC-Instinkt. Mit diesem Verfahren haben wir auch deutlich mehr Zeit für die Inszenierung gewonnen. Die ersten spannenden Ideen von international erfolgreichen Choreographen und Staging-Profis liegen uns bereits vor. Zudem bleiben die mehr als 600 Künstlerinnen und Künstler, die bei der Auswahl dabei waren, geschützt - keiner hat verloren und vielleicht sind einige im kommenden Jahr wieder dabei."

Der gewählte Act hat laut Thomas Schreiber, ARD Koordinator Unterhaltung. Die die nationalen und internationalen Expertinnen und Experten begeistert, aber warum in die Ferne schweifen, vielleicht sollte man gleich Schönebergers Song nehmen? Dieser bekäme vielleicht ein paar Punkte in Sachen Selbstironie.

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