Fair geht vor!

Initiative für Fairness und Gerechtigkeit in der Musikwirtschaft gegründet

Fair gehandelte Nahrungsmittel gibt es inzwischen in jedem Supermarkt. Eine neu gegründete Initiative will mit Unterstützung der UNESCO jetzt für faire Regeln in der Musikwirtschaft sorgen und klare Standards festlegen, nach denen Musik als fair gehandelt zertifiziert werden kann.

"Erhaltung kultureller Vielfalt", "Schutz künstlerischer Freiheit", "Etablierung fairer Regeln im Musikleben", "Stärkung der Stellung von KünstlerInnen und HörerInnen": hohe Ziele, die sich Fair Music gesetzt hat. Ähnlich wie bei Kaffee oder Bananen möchte Fair Music in naher Zukunft erreichen, dass bei fair gehandelter Musik ein angemessener Teil beim Urheber landet. Bisher, so Wolfgang Seierl, Präsident von Mica (Music Austria), dem Initiator von Fair Music, "wird das musikalische Angebot durch Marktinteressen verzerrt."

Um dem entgegen zu wirken arbeitet die Initiative daran, ausgewogene Verträge für Musiker zu entwerfen, die für eine "faire Honorierung" sorgen. Fair Music will vor allem Musiker aus Entwicklungsländern stärken, die momentan oftmals mit Kleingeld abgespeist werden, wenn ihre Rechte als Urheber überhaupt gewahrt werden. Ein Blick auf die schwierige Urheberrechtslage des notorisch überhitzten Singlesmarkt in Jamaika genügt, um zu wissen wieviel Arbeit auf fair music wartet.

Obwohl die Initiative erst kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, soll im Rahmen der vom 05. bis 11. September stattfindenden Ars Electronica in Linz der erste "Fair Music Award verliehen werden. (fs)

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