"Game of Thrones": Staffel 8 fällt bei Fans durch

Das heiß ersehnte finale Kapitel der Kultserie kommt nicht gut an

Der Liebling aller Serienfans steht gerade hart in der Kritik. Die achte und letzte Staffel von "Game of Thrones" ist in der Gunst ihrer Anhänger gesunken, nachdem die fünfte Folge für jede Menge Frust sorgte. Achtung: Spoiler-Alarm!

Wer aktuell noch nicht über die vierte Folge der achten und letzten Staffel von "Game of Thrones" hinaus ist, sollte jetzt besser nicht weiterlesen. Wir wissen, dass auf unangekündigte Spoiler die Höchststrafe steht. Ein Redakteur, der es dennoch wagt, geht vermutlich gemeinsam mit all den in der vorletzten Episode des Epos dahin siechenden Figuren in die ewigen Jagdgründe ein. Ab jetzt lest ihr also auf eigenen Gefahr weiter, wir übernehmen keinerlei Verantwortung. 

In der Folge "Die Glocken" kommt es zum Showdown zwischen Königin Cersei Lennister und Daenerys Targaryen, die Cersei vom Thron stoßen will und die Macht über die Sieben Königslande für sich beansprucht. Die Fans sind weniger darüber erzürnt als über die Tatsache, dass die Serienverantwortlichen in Sachen Charakterentwicklung bei der einen oder anderen Figur ziemlichen Schindluder betrieben haben.

Mehr Fragen als Antworten

Nach 20 Monaten Wartezeit hätten viele der 17 Millionen Zuschauer einfach mehr erwartet und machen ihrem Unmut in den sozialen Netzwerken Luft. Vor allem, weil trotz der aufwändigen und teuren Produktion einige kapitale Fehler auszumachen sind und die Handlungsstränge so viele Fragen offen lassen wie nie zuvor.

Beispiel gefällig? Daenerys beschließt, Königsmund per Drachenfeuer dem Erdboden gleich zu machen. Bisher war sie zwar ohne Mitleid für die, die ihr nicht folgten, aber durchaus gütig gegenüber allen anderen. Nun jedoch pfeift sie mit Ansage auf Unschuldige, auf Familien und Kinder, obwohl sich Cerseis Leute bereits ergeben haben. 

Andere wiederum stören sich an Cerseis Art des Ablebens. Anstatt überlistet oder besiegt zu werden, segnet sie beinahe still und heimlich das Zeitliche, als sie - ihrem Bruder Jaime in den Armen liegend - von einer herabstürtzenden Decke verschüttet wird. Dementsprechend sauer sind die Fans auch über den beinahe unbedeutenden Tod Jaimes, der eigentlich mit seiner Zwillingsschwester vor Daenerys Zerstörungswut das Weite suchen sollte. 

Planlose Serienmacher?

Viele sehen in der fehlenden Buchvorlage zur Staffel 8 das Problem. Seit "Game of Thrones" die Vorlage von Autor George R. R. Martin überholt habe, wüssten die Macher der Serie offenbar nicht mehr, wie sie die Erzählstränge sinnvoll miteinander verknüpfen sollen. Gerade die Charakterentwicklung und das oft überraschende Geflecht der Figurengeschichten standen sonst im Vordergrund der Serie. Die letzte Staffel aber blende nun mit mehr Spektakel, als durch Tiefe zu überzeugen, so die einhellige Kritik.

Autor George R.R. Martin überließ den Weg zum Ende von Westeros den Serienmachern David Benioff und D. B. Weiss. Nur der Schluss soll dann wieder so sein, wie vom Schöpfer selbst erdacht. Bleibt also die Hoffnung auf die nächste und wirklich aller-, aller-, allerletzte "GoT-"Folge und eine emotionale Versöhnung mit den insgesamt fast 80 Stunden Lebenszeit, die für diese Serie drauf gegangen sind.

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