Geht`s jetzt den Unis an den Kragen?

Die deutsche Phonowirtschaft warnt Universitäten vor Gefahren durch Tauschbörsen. In Australien ist man da ein bisschen forscher: Die dortigen Bildungsstätten sollen verklagt werden, wenn sie nichts gegen das Tauschen ihrer Studenten unternehmen.

Universitäten in mehr als 20 Staaten haben in den letzten Tagen Post von den jeweiligen Lobbyverbänden der Musikwirtschaft bekommen. In Deutschland schickte der Phonoverband ein Schreiben an mehrere hundert Universitäten und andere wissenschaftliche Einrichtungen. Unter anderem wird darin vor den Sicherheitsgefahren durch P2P-Programme gewarnt. Außerdem warnt man vor juristischen Konsequenzen.

So heißt es in den Schreiben wörtlich: "Wenn Sie den Diebstahl geistigen Eigentums tolerieren, müssen Sie mit Risiken für die Sicherheit ? auch des Datenschutzes ? rechnen. Sowohl Ihre Universität als auch die User selbst müssen mit juristischen Konsequenzen rechnen. Sie senden damit auch eine falsche Botschaft an die Studierenden, von denen erwartet wird, dass sie bei der wissenschaftlichen Arbeit keine Plagiate vorlegen, und die ernsthafte Konsequenzen zu befürchten haben, falls sie im öffentlichen oder privaten Sektor geistiges Eigentum stehlen."

In anderen Ländern geht die Kampagne offenbar gleich noch einen Schritt weiter. Nach einem Bericht der britischen Times gehen die drei Plattenfirmen Sony, EMI und Universal juristisch gegen die Universitäten von Melbourne und Sydney vor, weil deren Studenten P2P-Nertzwerke zum Download der Musik der Labels nutzten.

Ganz neu ist die Kontroverse zwischen Plattenfirmen und Unis nicht. Während Napsters Hochphase drohten Metallica und Dr. Dre Hochschulen mit rechtlichen Konsequenzen. Einige reagierten darauf, indem sie den Zugang zur Mutter aller Tauschbörsen sperrten. Die betroffenen Studenten fanden jedoch innerhalb weniger Tage Wege, dennoch auf Napster zuzugreifen. Das renommierte Massachsetts Institute of Technology (MIT) in Boston weigerte sich zudem, den Gebrauch von Tauschbörsen zu unterbinden, da diese auch legal genutzt werden könnten und man die Aktivitäten der Studenten nicht zensieren wolle. (jr)

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