GEMA vs. Youtube: Sperrt Youtube willkürlich Videos?

GEMA will gegen Sperrtafeln auf Youtube gerichtlich vorgehen

Der Streit zwischen GEMA und Youtube geht in eine neue Runde. Der Anlass: Viele Livestreams von den Demonstrationen in der Ukraine wurden auf Youtube mit einem Hinweis auf die GEMA gesperrt. Die GEMA will dagegen gerichtlich vorgehen.

„GEMA schaltet auf dem Maidan die Kameras ab“ hatte die Bild-Zeitung vor Wochenfrist reißerisch getitelt. In einem Statement auf der Website der GEMA hatte sich die Verwertungsgesellschaft zu den Vorwürfen geäußert und sie als falsch zurückgewiesen. In einem Interview mit der TAZ äußerte sich jetzt die GEMA-Sprecherin Ursula Goebel dazu.

Sie betont, das bis jetzt lediglich „12 Titel in einem Musterverfahren“ auf Youtube gesperrt wären. Konkret: „Youtube beeinflusst damit die öffentliche Meinung. So können sie mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: 'Wir würden euch die Videos ja gerne zeigen, aber die GEMA lässt uns nicht.' Das ist eine geschickte Marketing-Aktion.“, so die GEMA-Sprecherin Goebel im genannten Interview mit der Taz.

Und weiter: „Das mit den Sperrtafeln hat Youtube clever gemacht. Ich weiß nicht, welcher Algorithmus dem zugrunde liegt, ob die Sperrungen zufällig erfolgen oder bei Themen, die besonders viel Stimmung machen. Aber es führt ja zum Erfolg.“

Die Folge: Die GEMA fühlt sich in der Opferrolle und will gegen Youtube und die Sperrtafeln gerichtlich vorgehen. Ob sich ihr durch den umstrittenen DJ-Tarif und die Forderung nach einer Verwertung von eingebetten Videos ramponierte Ruf der GEMA damit verbessern lässt?

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