GEMA will YouTube an den Kragen

Verwertungsgesellschaft vs. Internet-Revolution

Kurz nach der Übernahme von YouTube durch Google, droht dem Video-Portal nun bereits das Aus. Die deutsche GEMA, die für die Komponisten die Lizenzen eintreibt, fordert die Video-Plattform auf, sein Angebot kostenpflichtig zu machen.

YouTube hat sich innerhalb nur kurzer Zeit weltweit einen Namen gemacht, weil Nutzer ihre Videos ohne jegliche Kontrolle hochladen konnten. Darunter zahlreiche Musikvideos oder TV-Serien. Dem will die GEMA nun einen Riegel vorschieben und verlangt von dem Konzern Lizenzgebühren für auf YouTube verwendete Musiktitel.

Außerdem sollen die Videos entfernt werden, die das Urheberrecht verletzen. Da dies auf so gut wie alle Videos zutrifft, außer die selbst gedrehten Filme der Nutzer - sofern sie ohne gemapflichtige Musik auskommen - kommt das der Forderung einer Schließung der Erfolgsplattform gleich. Auch die Bundesliga hatte ein hartes Vorgehen gegen YouTube angekündigt, wenn weiterhin Fußballspiele auf der Plattform veröffentlicht werden sollten.

Die Geschichte erinnert inzwischen doch sehr an den Umgang mit der erfolgreichen MP3-Tauschbörse Napster, die im Jahr 2001 auf Druck der Musikindustrie komplett ausgelöscht wurde. Lediglich der Name wurde von einem Downloadshop-Betreiber gekauft und blieb somit als Mogelpackung erhalten. Ein ähnliches Schicksal könnte YouTube blühen, denn es ist nach wie vor kaum in Sicht, dass die Rechteinhaber auch in Web 2.0-Zeiten auf ihre Rechte - sprich: ihr Geld - verzichten werden. Das heißt: der Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material wie Musik und Filmen bleibt auch für YouTube oder MySpace im Jahr 2006 ein Spiel mit dem Feuer. Ein tragfähiges, legales Geschäftsmodell ist für YouTube zudem derzeit noch nicht in Sicht. (ur)

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Konzert (Credit: Unsplash / CC0)

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