Gitarren und ihre attraktive Verwandtschaft

Alternative Zupfinstrumente Ukulele, Mandoline und Laute

Peter Buck stellte Anfang der 90er Jahre seine Gitarre in die Ecke und schrieb "Losing My Religion" auf einer Mandoline. Es gibt noch weitere interessante alternative Zupfinstrumente für Gitarristen. Hier ein Überblick.

Gitarren haben einen unverwechselbaren Klang und gehören zu den Zupfinstrumenten schlechthin. Dass es sich lohnt über den Tellerrand hinauszuschauen, beweisen zahlreiche Musiker auf der ganzen Welt, die statt zur klassischen Gitarre zu dessen Verwandtschaft greifen. Wir stellen die drei Gitarrenkollegen Ukulele, Mandoline und Laute kurz vor.

Ukulele

Die Ukulele: Der kleine Star

Das gitarrenähnliche Zupfinstrument Ukulele begeistert mit seinem exotischen Charme. Ihr Klang ist aufgrund der obersten Saite, die meist oktaviert ist, unverwechselbar. Das Instrument kann mit vier, sechs oder acht Saiten ausgerüstet sein und ist im Vergleich zur Gitarre deutlich kleiner. Meist sind es aber nur vier Saiten. Neben Stefan Raab und Ukulelen Virtuosin Taimane Gardner verhalfen Cliff Edwards, Julia Nunes und Jake Shimabukuro dem Instrument zu weltweiter Aufmerksamkeit.

Folgende Typen sind gängig:

  • Sopran-Ukulele
  • Konzert-Ukulele
  • Bariton-Ukulele
  • Tenor-Ukulele

Am größten ist in der Regel die Bariton-Ukulele, gefolgt von der Tenor-Variante und Konzert-Ausführung. Mit einer Länge von rund 55 Zentimeter ist die Sopran-Ukulele besonders populär, da sie besonders klein und handlich ist. Der individuelle Klang des Zupfinstrumentes kommt durch den Korpus aus Holz zustande. Besonders häufig sind Koa oder Mahagoni in Verwendung. Der Hals der Ukulele ist kürzer und leichter als es Musiker bei Gitarren gewohnt sind.

Ukulelenarten

Das Spielen auf der Ukulele ist für Gitarristen kein Problem. Der Einstieg fällt aufgrund der Ähnlichkeit leicht. Selbst Anfänger kommen mit dem Instrument schnell zurecht. Da es weniger Saiten sind, sind die Fingersätze deutlich einfacher und die Übungserfolge stellen sich schnell ein. Perfekt auch für alle musikalischen Kinder, die Spaß am Spielen haben wollen. Ebenfalls positiv sind der günstige Preis und die praktische Größe. Eine Ukulele lässt sich wesentlich komfortabler transportieren, als eine Gitarre.

Entscheidend bei der Anschaffung ist der Blick auf die Qualität. Wie das Musikportal Bluessource in einem Ratgeber thematisiert, gibt es vieles, worauf man beim Ukulelenkauf achten sollte. Unter anderem wird die Bundreinheit erwähnt: „Sie wird mit Flageolett-Tönen am zwölften Bund ermittelt. Daran erkennst du, ob die Ukulele in jedem Bund sauber klingt.“ Des Weiteren sollte auf Massivholz wert gelegt und der Korpus kritisch begutachtet werden. Da Massivholz gegenüber Temperaturschwankungen und einer ungünstigen Luftfeuchtigkeit empfindlich reagieren kann, sollten diese Faktoren kontrolliert werden. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent wäre ideal. Der optimale Temperaturbereich liegt zwischen 20 und 25°C. Eine saubere Verarbeitung sämtlicher Kanten und glatte Oberflächen sind ein Muss.

Zu den bekanntesten Herstellern für Ukulelen gehören Lanikai, Risa, Stagg, Kokio und Kala. Lanikai ist hervorzuheben, weil dessen Produkte auf Hawaii hergestellt werden, der Geburtsstätte des „hüpfenden Flohs“, was Ukulele übersetzt ins Deutsche heißt.

Wie gut sich eine Ukulele anhören kann, zeigt die talentierte Taimane Gardner im Video:

Die Laute: Zart besaitet, aber charakterstark

Die Laute stammt aus Arabien und kam über Nordafrika nach Europa. Auffällig sind der abgeknickte Hals und der lange Steg. Als eines der ältesten Instrumente haben sich im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl an Varianten entwickelt. Das Spektrum reicht von der Renaissancelaute über die Gitarrenlaute, die fast wie eine herkömmliche Gitarre gestimmt ist, bis hin zur Barocklaute. Wer Christina Pluhar schon einmal spielen sah, wird zudem die Theorbe kennen, eine übergroße Laute mit besonders dicken Basssaiten. „Früher zupfte man eine Laute wie eine E-Gitarre mit einem Plektrum. Das war meistens ein Vogelfederkiel. Später haben die Lautenisten dann gelernt, mit den Fingern zu zupfen“, heißt es im Musik-Lexikon von BR-online. Lauten sind ideal für alle Gitarristen und Musiker, die ein vergleichsweise zart klingendes Instrument ausprobieren möchten.

Die kleine Mandel: Mandoline im Fokus

Mandoline

Aus der Familie der Lauteninstrumente stammt die Mandoline. Ihr Korpus ähnelt einer Mandel und macht die charakteristische Optik der Mandoline aus. Gespielt wird sie mit einem Plektrum. Ähnlich wie bei der Ukulele, erfreute sich die Mandoline schon früh großer Beliebtheit aufgrund ihrer kompakten Bauform. Populär wurde das Instrument in den 1970er-Jahren, als das Folk-Revival junge Menschen darauf aufmerksam machte. Im Bereich Rock- und Popmusik sorgten Mike Oldfield, Flogging Molly oder Warren Ellis mit ihrer Mandolinen-Spielkunst für Aufsehen. Besondere Ähnlichkeit mit der Gitarre hat die mailändische Variante der Mandoline. Hier sind die Saiten auf dem Korpus mit einem Saitenhalter fixiert. Im Gegensatz dazu erfolgt die Befestigung bei der neapolitanischen Ausführung über den vorhandenen Steg am unteren Ende des Instruments.

Dass eine Mandoline keineswegs altmodisch, sondern sehr zeitgemäß klingen kann, zeigt der berühmteste Song von R.E.M..

R.E.M. - Losing My Religion

Quellenangaben: Tabelle (bluessource.de) / Bilder (pixabay.com: mark_az & StanleyLin)

MP3 Download: Tonspion präsentiert die besten Musik Downloads, die kostenlos und legal im Netz bereit gestellt werden. 

Empfohlene Themen