Printsterben: Groove Magazin wird nach 29 Jahren eingestellt

Die Groove ist tot, lang lebe die Groove.

Eine der großen Institutionen der Techno- und House-Szene verabschiedet sich. Nach 29 Jahren wird das Print-Magazin der Groove eingestellt. 

Kurzdokumentation: Groove Magazin 1996

Am 25. Oktober 2018 erscheint die 175. Print-Ausgabe des Groove-Magazins. Und es wird die letzte sein. Wie heute bekanntgebeben wurde, will das Magazin ab 01.01.2019 vollständig auf den Online-Markt umsteigen und die Print-Sparte wird der Vergangenheit angehören. Nachdem erst im vergangenen Juli die Intro ihr offizelles Ende bekanntgab, haben wir unsere Gedanken zum zunehmenden Printsterben in Deutschland bereits detalliert gesammelt und einen Ausblick für die kommenden Monate und Jahre formuliert.

So überrascht es zwar nicht, dass auch die Groove nach massivem Verlust von Reichweite in den letzten Jahren ihre Print-Sparte einstellt, immerhin bleibt allen Elektro-Fans hier - im Gegensatz zur Intro - weiterhin der Online-Bereich erhalten. Dieser wird voraussichtlich auf ein Abo-Modell umgestellt. 

Geschäftsführer Alexander Lacher, der neben der Groove auch die Spex, die Juice und das Classic Rock Magazin herausgibt, äußerte sich in einem Statement folgendermaßen:

"Wir haben uns den Entschluss alles andere als leicht gemacht. In den Gesprächen mit der Redaktion seit Ende letzten Jahres haben wir gemeinsam festgestellt, dass es keine wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Groove als Printtitel mehr geben kann. [...] Wir sehen mehr denn je, dass es eine Berechtigung für Berichterstattung über anspruchsvolle elektronische Musik gibt und wollen dem weiter unsere volle Aufmerksamkeit widmen. 

Die Ideen, die wir mit der Redaktion entwickelt haben, werden einerseits im Kern die Heftinhalte mit gewohnter Qualität und Leidenschaft fortführen, andererseits aber dem neuen Umgang mit Musik und Clubkultur in Zeiten von Streaming und Social Media gerecht werden. Wir freuen uns auf ein neues Kapitel für die Groove."

Ob die Groove und andere Musikmagazine online überhaupt eine Chance haben wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Viele Printtitel haben derzeit noch überschaubare Online-Reichweiten, weil sie jahrelang den Fokus auf ihre Printausgabe gerichtet haben. Zudem ist der Wettbewerb im Netz ungleich größer als am Zeitungskiosk.

Ob ausreichend viele DJs bereit sind, für eine Groove auch online zu zahlen, ist jedenfalls noch keine ausgemachte Sache. Bisher gibt es jenseits von politischen Magazinen noch nicht viele Online-Angebote in Deutschland, die sich über Abos refinanzieren könnten. 

▶ Das Intro Magazin wird nach 26 Jahren eingestellt - Unsere Gedanken zum Printsterben

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Magazin (CC0 Creative Commons) / Pixabay

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