Hingehört: Digitalism - Idealism

Das Ende der minimalen Monokultur

"So langsam wird es Zeit, dass sich etwas Neues durchsetzt, das nicht so minimal ist". Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei, jetzt sind Digitalism dran. Jens Mölle spricht aus, was viele insgeheim hoffen: ein Ende der minimalen Monokultur. Minimalismus ist dann auch das letzte, womit man Digitalism assoziieren würde. Eher streiten sie mit Simian Mobile Disco, Justice und all den anderen um die Nachfolge auf dem Thron von Daft Punk.

Digitalism mögen es plakativ, gerade heraus. Hauptsache es rockt, so abgegriffen, das auch klingt. Damit erobern sich Digitalism Stück für Stück ein Terrain, das Clubmusikern lange verschlossen blieb: die Bühne, am liebsten die Mainstage eines großen Festivals.

Nur hinter Laptops verschanzt ein bisschen mit dem Kopf zu nicken, das würde nicht zu Digitalism passen. Lieber reproduzieren sie die Gestik von Rock, fahren breitbeinige Keyboardsequenzen auf, tragen in Sachen Beats richtig dick auf. Alles vermischt sich, Indiesozialisation mit Partykultur, Rockfestival mit Clubnacht. Viele Clubber erwarten inzwischen von einer Partynacht mehr als nur Djing. Indiekids wollen sich auch mal im Licht des Strobo sonnen. Digitalism bieten beides. Jens: "Bei uns geht es darum, richtig einen vor den Latz geknallt zu bekommen!" Wohl wahr! (fs)

Digitalism live:

09.06.07 Wien (A), Flex
22.06.07 Felden, Shining Festival
01.07.07 Hanau, Love Family Park
14.07.07 Gräfenhainichen, Melt! Festival
04.08.07 Dresden, Showboxx Open Air
16.08.07 Salzburg, Frequency Festival

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