Hoffen auf den Weihnachtsmann

Bundesverband spricht von Umsatzeinbußen und zweifelt an den Zahlen der IFPI

Laut Financial Times Deutschland hat die Musikbranche bis September dieses Jahres rund 4,8 Prozent weniger umgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zwar konnte die Talfahrt, die sich vor allem zu Beginn des Jahres mit einem Minus von bis zu 10 Prozent angekündigt hatte, im dritten Quartal abgefangen werden, Anlass zur Freude besteht beim Bundesverband Phono dennoch nicht.

Auf Nachfrage der Fachzeitschrift Musikmarkt wollte der Bundesverband dann auch die Zahlen, die der Internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) Anfang Oktober noch bekannt gegeben hatte, nicht bestätigen. Der internationale Verband hatte in seinem Bericht damals verlautbart, dass der globale Markt mit digitaler Musik boome wie nie zuvor und sich im ersten Halbjahr 2005 auf 790 Millionen Dollar sage und schreibe verdreifacht habe. Die genannte Zahl, so der Bundesverband, stelle nicht den gesamten Markt dar. Die Wachstumsraten bei legalen Musikdownloads entsprächen jedenfalls nicht den Erwartungen der Industrie.

Einzige Übereinstimmung zwischen IFPI international und Bundesverband: Dass das Geschäft mit den Musik DVDs in den ersten drei Vierteln des laufenden Jahres besonders enttäuschend verlaufen sei, darüber ist man sich einig.

Woran soll man bei so unterschiedlichen Auffassungen nicht nur innerhalb der gleichen Branche, sondern auch noch innerhalb des gleichen Verbandes eigentlich noch glauben? Die Antwort ist einfach: an den Weihnachtsmann. Vor allem vom Weihnachtsgeschäft erwartet man sich nämlich noch eine entscheidende Belebung des Marktes. Ob das traditionell lebhafte Geschäft vor dem Jahreswechsel das aufgelaufene Minus noch gänzlich wettmachen kann, ist allerdings mehr als fraglich. Ebenso fraglich ist auch, ob die Kampagne ?Freitag ist Musiktag? einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Situation liefern kann.

Die Branche wird sich auf jeden Fall anstrengen müssen, um den Prognosen des Bundesverbandes gerecht zu werden. Noch im März hatte dessen scheidender Vorsitzender Gerd Gebhardt für 2005 zwar einen stagnierenden Markt, für 2006 aber schon wieder leichte Zuwächse vorausgesagt. (md)

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