IFA 2003: MP3 im Ohr - wohin geht der Trend?

Portable MP3-Player mit 64 oder 128 MB Compact Flashcards gibt es im Handel wie Sand am Meer. Auf der diesjährigen IFA konnte man sehen, daß zwar die Weiterentwicklung eben dieser Speicherkarten vorangetrieben wurde, die der dafür kompatiblen reinen MP3-Player higegen aber nicht.

Der Speicherkartenhersteller Lexar Media bietet ab sofort eine CompactFlash-Karte mit 4 GB Speicherkapazität an. Sie ist im Grunde genommen auch für einen MP3-Player zu gebrauchen, doch macht ihr stolzer Preis von 1500,- EUR die Kombination total unsinnig. Allerdings fallen dadurch natürlich auch die Preise der weniger großen Flash-Karten, z.B. sind 512 MB mit 130.- EUR nun nahezu bezahlbar. Davon profitieren aber eigentlich nur die, die bereits im Besitz eines MP3-Players sind, der mit solchen Karten gefüttert sein will. Der Thomson Lyra z.B, einer der gängigsten portablen Player mit CF-Einschub, wird bereits nicht mehr produziert.
Den populären SP600 von Pontis gibt es mittlerweile bereits 2 Jahre. Stattdessen geht der Trend bei diesen Playern eher in Richtung kleiner oder vielleicht noch kleiner. Philips stellte auf der IFA z.B. den Key Ring 006 vor. Ein Player im Pencam-Format, den man um den Hals gehängt trägt, und dessen wichtigste Bedienelemente im Halsband integriert sind. Iriver präsentierte den IFP-180/90, einen optisch sehr ansprechender Player mit UKW-Tuner und bis zu 512 MB festem Flash-Speicher. Mpio gewann 2003 mit seinem neuen FL100 sogar den IF-Desiggn-Award. Allerdings ist auch hier ein weiterer Trend erkennbar, die Player sind nicht erweiterbar, sondern mit einem festen Speicher von 128 MB - 1 GB ausgestattet und werden vom Rechner als USB-Wechselmedium erkannt. Wenn also Flash-Speicherbausteine, dann sehr klein und fest eingebaut, oder aber Player mit Multi-Media-Karten (MMC) oder Secure-Digital-Karten (SD), die vielseitiger einsetzbar sind, wie z.B. in Digitalkameras, Organizern oder Mobiltelefonen.

Also spaltet sich der Trend in zwei entgegengestzte Richtungen auf. Auf der einen Seite haben wir das akustische Pendant zur Pencam, klein, handlich und erschwinglich, daß in Zukunft wahrscheinlich ein Flashstick mit MP3-Abspielfunktion sein wird, und auf der anderen Seite die großen Alleskönner, von denen hier noch gar nicht die Rede war. Tragbare Festplatten mit Audio-Bedienelementen, die nicht nur vom Rechner aus gefüttert werden können, sondern auch per Line-In-Eingang Signale in Echtzeit zum MP3-Format umwandeln, wie der Jukebox Recorder 20 von Archos, mit einer 20 GB-Festplatte, oder der Thomson Lyra PDP 2860, ebenfalls 20 GB-Festplatte, beide in der Lage, auf einem Display MPEG-4-Video-Dateien oder JPEG-Bilder anzuzeigen.

Das portable Gerät, das Telefon/Foto/Video/Audio/Laptop befriedigend vereint, wurde auf der diesjährigen IFA noch nicht vorgestellt. Wir warten aber gespannt. (tk)

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