Illegales Streaming? Spotify auf Schadensersatz in Milliardenhöhe verklagt

Neues aus dem Haifischbecken Musikbusiness

Spotify ist von einem US-Musikverlag auf 1,6 Milliarden Schadensersatz verklagt worden. Spotify habe für über zehntausend Songs von teilweise sehr prominenten Künstlern bisher keine Tantiemen bezahlt.

Wixen Music Publishing hat die Verlagsrechte an Künstlern wie Neil Young, Tom Petty oder The Doors, also Künstlern, die sich noch sehr gut auf Tonträgern vermarkten lassen.

Der Verlag wirft Spotify vor, Hits wie "Free Falling" von Tom Petty, "Light My Fire" von The Doors und Zehntausend weitere Songs illegal anzubieten. Die Rechte dafür habe man dafür nie angefragt.

Video: Tom Petty - "Free Fallin"

Pro Song verlangt der Verlag nun 150000 Dollar Schadensersatz. Insgesamt summiert sich die Forderung so auf stolze 1,6 Milliarden Dollar.

"Spotify brazenly disregards United States Copyright law and has committed willful, ongoing copyright infringement. Wixen notified Spotify that it had neither obtained a direct or compulsory mechanical license for the use of the Works. For these reasons and the foregoing, Wixen is entitled to the maximum statutory relief."

Dass die Klage so kurz vor Jahreswechsel bei Spotify einging hat einen triftigen Grund: Der zum 1.1.2018 in den USA in Kraft tretende "Music Modernization Act" würde es Rechteinhabern erschweren, ihre mechanischen Rechte einzuklagen.  

"We are very disappointed that these services will retroactively get a free pass for actions that were previously illegal unless we actually file suit before Jan. 1, 2018. Neither we nor our clients are interested in becoming litigants, but we have been faced with a choice of forfeiting rights and damages, or taking action at this time. We regret that this otherwise admirable proposed bill has had this effect, and we hope that Spotify nonetheless comes to the table with a fair and reasonable approach to reaching a resolution with us. We are fully prepared to go as far forward in the courts as required to protect our clients’ rights.”

Es handelt sich also bei der spektakulären Streitsumme ganz offensichtlich nur um Säbelrasseln, um eine bessere Verhandlungsposition mit Spotify zu haben. Spotify hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert.

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