Internet-Giganten steigen ins Musik-Streaming ein

Apple, Google und Amazon wollen den Streamingmarkt dominieren

Spotify, Deezer, Wimp, Napster und Rdio heißen die Streaming-Pioniere, die den großen Download Shops von Apple oder Amazon seit einigen Jahren das Wasser abgraben. Nun steigen auch die Internetgiganten ins Streaminggeschäft ein.

Den Anfang macht Google mit seinem kostenpflichtigen Angebot Youtube Music Key, das letzte Woche in sieben Ländern gestartet ist. Es verbindet das hauseigene Streamingangebot Google Play mit einer werbefreien Version von Youtube. So bietet Google zwei Dienste zum Preis von einem, denn dieses Angebot soll nicht mehr kosten, als ein reguläres Streaming-Abo. Vorteil Google: Youtube hat eine extrem hohe Reichweite und so kann der Konzern die Konkurrenz mit enormem Werbedruck angreifen und diejenigen, die sich bisher mit Youtube-Streams begnügen zu zahlenden Kunden machen. Deutschland wird aber bis auf weiteres in die Röhre schauen, da Youtube nach wie vor auf Kriegsfuß mit der Gema steht.

Apple will im kommenden Jahr mit Beats Music direkt auf dem hauseigenen Betriebssystem iOS auf iPhones und iPads vorinstallieren. Damit verfolgt Apple weiterhin die Strategie seines geschlossenen Systems. Wer irgendwann zu Android wechseln will, kann seinen Streamingdienst dann nicht mitnehmen. So wird das Angebot auch zur strategischen Kriegsführung gegen Googles mobiles Betriebssystem Android, das mit einem Marktanteil von 75 Prozent Apple das Leben zunehmend schwer macht.

Und auch Amazon wartet mit einem eigenen Streamingangebot auf. In den USA ist Amazon Prime Music im Sommer gestartet und bietet Prime Kunden das Musikstreaming als Zusatzservice komplett kostenlos. Nun soll auch eine werbefinanzierte Version ohne Abo auf den Markt kommen. Ob und wann Amazon Music Prime auch in Deutschland startet ist derzeit noch unklar, aber Amazon wird sicher nicht tatenlos zuschauen, wie der Streamingmarkt unter der Konkurrenz aufgeteilt wird.

Die Streaminganbieter im Vergleich

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