Katholische Kirche lehnt neuen GEMA-Vertrag ab

Feste, Jugenddiscos und Kindersingen wird in Zukunft für Gemeinden teuer

Nicht einmal die Katholische Kirche kommt um die GEMA herum und muss Gebühren an die Verwertungsgesellschaft zahlen, wenn sie Musikstücke im Rahmen von Veranstaltungen aufführt: Nun konnten sich beide nicht auf einen neuen Pauschalvertrag einigen, so dass den Gemeinden dies teuer zu stehen kommen wird.

Die GEMA und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) verhandeln regelmäßig über einen Pauschalvertrag, der nun von 45 auf 75 Euro jährlich und pro Kirchengemeinde erhöht werden sollte. Die Kirche lehnt dies ab, so dass die Gemeinden Musik-Stücke nun einzeln bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte anmelden und abrechnen müssen.

Das bedeutet nicht nur hohe Kosten, sondern auch ein organisatorischer Mehraufwand. Einzig die Gottesdienste samt Musik darin bleiben kostenlos. Wenn Künstler wie Nils Frahm oder Poppy Ackroyd in der Kirche St. Aposteln in Köln spielen, kostet dies natürlich weiterhin GEMA.

Poppy Ackroyd, 2015 Ambientfestival Köln

Die GEMA findet die Erhöhung des Tarifs zwingend notwendig: "Wir haben 2017 eine Angemessenheitsprüfung gemacht und die durchgeführten Kirchenkonzerte und Gemeindeveranstaltungen mit der Pauschale verglichen", so Jürgen Baier von der Verwertungsgesellschaft. Und die Katholische Kirche lässt in der Frage ihre Gemeinden alleine, denn sie hat nun mit der Finanzierung von Musik nichts mehr zu tun.

Leidtragenden sind die tatsächlich aktiven Gemeindemitglieder, die Seniorenfeste, Kindertagesstätten-Singabende, Jugenddiscos etc. anbieten. Die Gier der Gema und der Geiz der eigentlich reichen Katholischen Kirche verhindern damit beide gemeinsam erfolgreich kulturelles und musikalisches Leben in den Gemeinden des Landes.

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