Kevin Spacey kontert Missbrauchsvorwürfe mit Coming Out

Hollywoodstar äußert sich zu Pädophilie-Vorwürfen

Kevin Spacey gilt nicht erst seit "House of Cards" als einer der besten Schauspieler Hollywoods. Sein Coming Out allerdings ist eine Schmierenkomödie. Und ein Affront gegen schwule Männer.

In der aktuellen #MeToo Debatte in Hollywood hatte sich kürzlich auch Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Disovery") zu Wort gemeldet und darüber gesprochen, dass Kevin Spacey ihn im Jahr 1986 sexuell belästigt habe. Konkret habe Spacey sich während einer Party an ihn heran gemacht und sich mit eindeutig sexuellen Absichten auf ihn gelegt. Rapp war damals 14 Jahre alt.

Spacey reagierte nun auf die Vorwürfe, in dem er schreibt sich nicht erinnern zu können, er sei wohl zu betrunken gewesen. Und um nicht weiter darauf eingehen zu müssen, legt er gleich sein Coming out nach: 

"Ich habe mich entschieden, als schwuler Mann zu leben." (Kevin Spacey)

Offenbar weiß Spacey genau, dass sich die Klatschpresse vermutlich lieber auf diese Nachricht stürzt, denn wenn sich ein Weltstar als schwul outet, schlägt das nach wie vor hohe Wellen. So wirft er der Presse einen Knochen hin, den diese gerne frisst, während die Pädophilievorwürfe einfach im Raum stehen bleiben. Frank Underwood hätte es in seiner intriganten Art nicht besser hinbekommen können.

Gleichzeitig schadet Spacey der gesamten schwulen Community, wenn sein Coming Out mit einer Debatte über Kindesmissbrauch vermischt wird. Denn das ist ein uralter Vorwurf gegen schwule Männer, die in der Vergangenheit häufig mit Pädophilen gleichgesetzt wurden. Es ist die denkbar schlechteste Antwort auf einen Missbrauchsvorwurf.

Ein Coming Out sollte im Jahr 2017 eigentlich gar kein Thema mehr sein, Kindesmissbrauch hingegen darf niemals verharmlost werden.

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