King Buzzo: "Kurt Cobain Doku ist totaler Bullshit"

Melvins-Frontmann lässt kein gutes Haar an "Montage of Heck" - und Courtney Love

Vor einigen Wochen feierte die Doku "Montage Of Heck" mit zahlreichen privaten Aufnahmen von Kurt Cobain Premiere und zeichnet das kurze Leben des Nirvana-Frontmanns nach. Mit der Realität habe diese nicht viel zu tun, meint einer der es wissen muss: einer von Cobains engsten Freunden, Buzz Osborne von den Melvins.

The Melvins 2014
The Melvins 2014

Buzz Osborne und seine Band Melvins gelten als die Urväter des Grunge. Er ging mit Cobain auf die Highschool und war ein riesiger Einfluss für Nirvana. Die beiden Bands spielten im Lauf ihrer Karriere viele Shows gemeinsam.

Auf dem Musikerblog Talkhouse veröffentlichte Osborne nun einen Artikel über die neue Cobain-Doku und findet deutliche Worte: "Zuerst müssen die Leute verstehen, dass 90% von 'Montage Of Heck' Bullshit ist. Totaler Bullshit. Das ist eine Sache, die nie jemand bei Cobain versteht: dass er die Leute nach Belieben an der Nase rumgeführt hat."

Viele Geschichten, die in der Doku erzählt werden und nur auf Interviews mit Cobain oder Courtney Love basierten seien einfach nur gelogen. Zum Beispiel die Geschichte, dass Cobain eine Affäre mit einem geistig behinderten Mädchen gehabt habe. Auch dass er sich auf Bahngleisen habe umbringen wolle, sei reine Fiktion, obwohl Cobain diese Episode im Film selbst erzählt. Nur weil er es so erzählt habe, müsse man es aber noch lange nicht für bare Münze nehmen.

Dass Cobain eine chronische Magenkrankheit gehabt habe und deshalb medikamentensüchtig geworden sei, sei nichts weiter als die Ausrede eines Junkies, der versuchte seine Heroinsucht zu vertuschen und ein paar Sympathien einzuheimsen.

Auch Courtney Love habe es - wie immer - im Film mit der Wahrheit nicht besonders genau genommen. Am Ende des Films wird eine vermutete Affäre von Love in engen Zusammenhang mit Cobains Selbstmord gestellt. Das Verhalten von Courtney Love in dieser Zeit habe Cobain ihm persönlich allerdings ganz anders dargestellt. Details lässt Osborne aus, offenbar möchte er keine schmutzige Wäsche waschen.

"Kurt in diesen peinlichen Heimvideos zu sehen, in denen Courtney ihre Brüste präsentierte, war für mich wie in die Sonne zu starren", schließt Osborne seine vernichtende Abrechnung mit dem Film. "Jesus! Mit so einer Scheiße musste sich Kurt vermutlich jeden Tag rumschlagen. Was für eine superkolossale Travestie!"

Lediglich die Animationen, die zeigten, was für ein deprimierendes Drecksloch ihre Heimatstadt Aberdeen doch gewesen sei, seien zu 100 Prozent korrekt und dafür zollt er den Produzenten schließlich doch noch seinen Respekt. 

Filmkritik: "Kurt Cobain: Montage Of Heck"

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