Konzert-Rückblick: Wie war`s eigentlich bei The Mars Volta?

Zwischen Zahnweh und Zukunftsmusik

Des einen Freud ist des anderen Leid: The Mars Volta werden als eine der innovativsten Rockformationen dieser Tage geliebt, aber auch als die Ausgeburt der Unhörbarkeit gemieden. Live ist dieser Grenzgang eine fantastische Reise .

Die Türen des „Huxleys“ öffnen überpünktlich um 20.00 Uhr. Nur kurze Zeit später betritt die Band die Bühne, wohlgemerkt nicht der Supportact, sondern die (einzige) Band des Abends. Wer aufgrund der frühen Stunde Tokio Hotel vermutet, wird lauthals eines Besseren belehrt. The Mars Volta starten – früh, aber das nicht ohne Grund. Denn es sollte eine Reise ihren Lauf nehmen und für die nächsten zweieinhalb Stunden musikalisch wie auch visuell zwischen den Siebzigern und einer Art Zukunftsvision pendeln.

Erinnert man sich an die ersten Konzerte von At the Drive-In in hiesigen Gefilden zurück, sieht man die ehemalige Band von Omar Rodriguez Lopez und Cedric Bixler Zavala vor einer Handvoll Leuten in kleinen Barlöchern ekstatisch rocken. Heute stehen ein paar mehr Leute im Publikum der Nachfolge–Band The Mars Volta, obgleich diese um Längen uneingängiger, virtuoser und abgespacter ist. Ein unerklärliches Phänomen oder groß angelegter Hype? Vermutlich nichts dergleichen, denn das, was an der aktuellen musikalischen Ausformung von The Mars Volta so fasziniert, ist trotz ihrer Ungewöhnlichkeit ein einfaches Zusammenspiel. Es ist die unbändige Energie, ihr unbegrenzter Ideenreichtum und ihre mitreißenden Momente im Wust der Virtuosität, die in ihrem Aufeinandertreffen begeistern.

Was bei dem einen Zahnweh hervorruft, beschert den Anwesenden hier und heute ein extraordinäres Spektakel zwischen Dies- und Jenseits, das selbst bei der genannten Spieldauer ein kurzweiliges Vergnügen ist. Ohne große Gesten und ohne eine Zugabe verabschiedet sich die achtköpfige Reiseleitung. Perfekt.

Björn Bauermeister | Tonspion.de

Teile diesen Beitrag und like TONSPION, um keine wichtigen Musik News, Video-Premieren, exklusiven Streams oder kostenlose MP3 Downloads zu verpassen:

amazon music unlimited

Tonspion Update

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox. Kein Spam!
* Pflichtfeld

Ähnliche News

Konzerte in Berlin 2017
TONSPION TIPP

Konzerte in Berlin 2017

Die besten Konzerte empfohlen von Tonspion
Wer spielt 2017 live in Berlin? Tonspion empfiehlt die besten Konzerte in einer kompakten Übersicht. 
Nick Cave (© Kerry Brown)

Nick Cave & The Bad Seeds für fünf Konzerte in Deutschland

Die ersten Auftritte seit dem Tod seines Sohnes
Nick Cave ist zurück! Nachdem er im letztes September nach über einem Jahr Funkstille mit "Skeleton Tree" musikalisch den Tod seines Sohnes verarbeitete, wagt er nun wieder den Schritt auf Bühne. Wir verraten euch, wo er spielt, wann er spielt und wo es die Tickets gibt.
Opeth live (Foto: Andreas Machl)

Bilderstrecke: Opeth live in München

Fotos und Setlist des Konzerts in der Theaterfabrik
Am 12. November 2016 machten Opeth auf ihrer Tour Halt in München und begeisterten die Theaterfabrik mit einer perfekt gemischten Setlist. Wir haben die Bilder. (Fotos: Andreas Machl / tonspion.de)

Aktuelles Album

The Return Of The Mummy

Live - The Return Of The Mummy

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Filmhit ägyptisch wiederaufbereitet
Für einen der erfolgreichsten Kinohits des Jahres 2001 durften Live mit "Forever Will Not Be Long Enough" den Titelsong beisteuern. Richtig passen wollte der Song jedoch nicht in den Film - bis Mike Tuppin seinen ägyptischen Traum-Remix verwirklichte.