Kostenlose Musik bringt höhere Umsätze

Last.FM meldet steigende Verkaufszahlen dank kostenloser Streams

Lange Zeit wehrte sich die Musikindustrie erbittert gegen die Idee, Musik im Netz kostenlos spielen zu lassen. Schließlich verdiene man dann kein Geld. Dass es genau andersrum funktioniert, belegen die aktuellen Zahlen von Last.FM.

Last.FM konnte seine Musikumsätze über seinen Affiliate-Partner Amazon nach eigenen Angaben um 119 Prozent steigern, seit auf der Plattform kostenlose Streams von Alben angeboten werden. Außerdem führte das Angebot dazu, dass die Nutzer länger auf der Seite bleiben und sich mehr Musik anhören und auf diese Weise kennenlernen. Denn nur was man kennt, wird auch gekauft.

Diese Zahlen bestätigen auch den Ansatz von Tonspion, in dem wir seit Jahren - teils gegen den Widerstand der Major-Industrie - auf einzelne kostenlose Downloads verweisen, um so auf neue Musik und Künstler aufmerksam zu machen.

Im Netz führen kostenlose Angebote also doch ganz unmittelbar zu mehr Aufmerksamkeit und in der Folge höheren Absatzzahlen - und nicht umgekehrt, wie in der Branche häufig unterstellt wird. Ob diese Erkenntnis zu einem großzügigeren Umgang mit Musik im Netz führen wird? Wir würden es uns wünschen, denn oftmals ist es auch heute noch für uns mit langwierigen Diskussionen verbunden, bis ein Label oder Künstler einen free MP3 Download heraus gibt. Für viele Independent-Labels ist dies aber seit einigen Jahren die einzige und kostengünstigste Möglichkeit, ein Publikum zu erreichen.

Udo Raaf / Tonspion.de

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