La Roux verdient in drei Monaten 100 Pfund mit Spotify

Lady Gagas Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen Plattenfirmen

Immer mehr Künstler veröffentlichen ihre vernichtenden Abrechnungen von Streamingplattformen wie Spotify. So dankte La Roux via Twitter Spotify für eine 100 Pfund Überweisung für drei Monate. Lady Gagas ehemaliger Manager spricht nun sogar von Betrug.

". @Spotify thanks for the £100 for this quarter just gone, one more month and I might be able to afford your premium service. Lucky me!" twitterte die Electropop-Künstlerin La Roux vergangene Woche. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie in einem Interview offen darüber gesprochen, dass sie trotz mehrerer international erfolgreicher Hits noch kein Geld mit ihren Veröffentlichungen verdient habe. Alles, was sie bisher verdient habe, komme ausschließlich vom Radio-Airplay. 

La Roux Spotify
La Roux Spotify

Noch krasser ist die Geschichte von Songwriter Kevin Kadish, der mit "All About That Bass" von Meghan Trainor einen Nummer-1-Hit in 78 Ländern hatte. Nach eigenen Aussagen bekam er für 178 Millionen Streams bisher gerade mal 5679 Dollar von den Streamingdiensten ausgezahlt, ohne näher darauf einzugehen von wem genau. 

 

 

Im April diesen Jahres beschwerte sich Portishead-Kopf Geoff Barrow lautstark darüber, dass ihm seine Plattenfirma für 34 Millionen Streams über Youtube und Spotify gerade einmal 2300 Euro überwiesen habe. 

Während diese Aussagen einen Schatten auf die Streaminganbieter werfen, sucht Lady Gagas ehemaliger Manager Troy Carter die Schuld an den lächerlichen Beträgen für die Urheber und Künstler ganz woanders: Bei einer Veranstaltung von TechCrunch in San Francisco sagte der Manager, dass seine Künstlerin jahrelang systematisch von ihrem Label um Tantiemen betrogen worden sei.

Erst vor wenigen Wochen habe er von Spotify eine Präsentation mit den Umsatzzahlen seiner Künstler erhalten. Diese Zahlen waren auf den Abrechnungen der Labels allerdings nicht zu sehen. "Die Labels verdienen eine bedeutende Menge Geld mit Spotify, das nicht in den Abrechnungen der Künstler auftaucht", so Carter.

Bahnt sich hier ein ähnlicher Skandal an, wie ihn VW derzeit durchleidet? Würde es sich herausstellen, dass die Plattenindustrie ihre Künstler systematisch betrügt, hätte das vermutlich drastische Folgen für die gesamte Musikwirtschaft. Schließlich ist fast der gesamte Musikmarkt in der Hand von nur noch drei großen Plattenfirmen.

Der neue Apple Music-Chef Jimmy Iovine war früher Plattenfirmen-Boss von Lady Gagas Label und dürfte sich von den massiven Vorwürfen also ganz direkt angesprochen fühlen. 

Portishead verdienen 2300 Euro mit 34 Millionen Streams

Teile diesen Beitrag und like TONSPION, um keine wichtigen Musik News, Video-Premieren, exklusiven Streams oder kostenlose MP3 Downloads zu verpassen:

amazon music unlimited

Tonspion Update

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox. Kein Spam!
* Pflichtfeld

Ähnliche News

Stranger Things Staffel 2 (Promo-Poster)
TONSPION TIPP

Stranger Things - Netflix präsentiert zweite Staffel der Kultserie

Das Mystery-Highlight geht in die nächste Runde
Im Jahr 2016 dürfte wohl kaum ein Serienfan an "Stranger Things" vorbeigekommen sein. Die Netflix-Eigenproduktion verbindet Sci-Fi, Horror und Mystery-Elemente zu einem unvergleichbaren Mix und legt damit die Genre-Messlatte um einige Stufen nach oben. Ende 2017 erscheint nun endlich die zweite Staffel.
Spotify for Artists App

Wie funktioniert Spotify for Artists?

Wie Künstler und Labels das neue Spotify-Tool zur Analyse ihrer veröffentlichten Musik nutzen können
Von vielen Usern geliebt, von Künstlern gelegentlich immer noch missverstanden und unterschätzt: Spotify ist das Flaggschiff aller Musik Streaming Dienste. Die gute Neuigkeit für Künstler, Management und Labels ist, dass es nun endlich, nach ca. 1,5 Jahren Testphase, offiziell “Spotify for Artists” gibt. Was das genau ist und was es kann, zeigt der Künstler-Manager Robert Helbig hier.
Mu-So-Qb
VERLOSUNG

Naim Mu-So-Qb: die All-in-one Hi-Fi-Box im Test

Kompakter wird Hi-Fi nicht
Seit den Siebzigern baut die britische Hi-Fi-Marke Naim hochklassige Hi-Fi-Komponenten. Mit der Mu-So betraten sie 2014 mit einer hochwertigen All-in-one Box den Markt für kabellose, kompakte Heimlösungen. Wir verlosen den Nachfolger der Mu-So, die Mu-So-Qb!

Aktuelles Album