Last.FM stellt neues Tantiemenmodell vor

Musiker werden an Umsätzen beteiligt

Last.FM erfreut sich als Alternative zum Radio großer Beliebtheit. Die Nutzer können sich ihre Playlists selbst zusammenstellen und von dem Know-How anderer Nutzer profitieren. Jetzt öffnen sich dort auch für Musiker ganz neue Möglichkeiten.

Bisher gingen die Musiker weitgehend leer aus, wenn ihre Musik im Netz gespielt wurde. Doch das soll sich jetzt ändern. Ab sofort soll jeder einzelne Stream eines Musikstücks dem Urheber Geld einbringen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um Musik eines Superstars handelt oder um die eines Hobby-Produzenten. Alle Künstler erhalten die gleichen Tantiemen, die nach Angaben einer Sprecherin etwa doppelt so hoch sind, wie bei einem kommerziellen englischen Radiosender. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

Finanziert werden soll das Ganze über Werbebanner, sowie über ein kostenpflichtiges Premium-Abo, das Nutzern die unbegrenzte Nutzung des Angebots bieten soll. Bis dahin kann ein Stück kostenlos nur 3x in voller Länge abgespielt werden. Natürlich wird es sehr viele Zugriffe auf ein Musikstück brauchen, bis sich nennenswerte Summen einspielen lassen, doch immerhin zeigt dieses neue Geschäftsmodell, dass im Musikbusiness der Zukunft die Künstler nicht leer ausgehen werden. Nicht zuletzt wird allerdings Last.FM von den Bemühungen von Labels und Künstlern profitieren, die ihre Last.FM Songs im Web durch Verlinkung des Angebots pushen werden.

Last.FM hat sich erst kürzlich mit allen vier Major-Musikfirmen über die Lizenzierung ihres Repertoires geeinigt, deren Songs und Alben nun auch in voller Länge gestreamt werden dürfen, so dass das Angebot inzwischen als größte Jukebox der Welt bezeichnet werden kann. In Kürze will Last.FM Details zu seinem Abomodell bekannt geben. Ob dort auch Downloads angeboten werden, dürfte viele Musikfans interessieren. Schließlich will man seine Lieblingsmusik ja auch besitzen, auf mobile Geräte übertragen und nicht nur online hören.

Udo Raaf / Tonspion.de

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