Limewire ohne bittere Kerne

In der letzten Woche gab es Aufregung um die Meldung, die Filesharing-Programme Limewire und Grokster würden ein trojanisches Pferd auf dem Rechner installieren und so die Surfgewohnheiten ausspionieren. Im Falle von Limewire gibt es nun unkonventionelle Abhilfe: Ein Programmierer mit dem lustigen Namen TrueStarWarrior bringt im Alleingang eine "Clean Limewire"-Version heraus.

Das Antiviren-Unternehmen Network Associates hatte in der letzten Woche Filesharing-Freunde mit der Nachricht schockiert, dass sie möglicherweise ungefragt eine Menge privater Informationen an den Rechner einer Online-Lotterie schicken würden. Hintergrund der Warnung war ein so genannter "Trojaner", der mit den beiden Tauschbörsen-Programmen Grokster und Limewire ausgeliefert wurde. Als Trojaner bezeichnet man ein Spionageprogramm, dass sich unbemerkt im eigenen Rechner einnistet.

Grokster und Limewire haben das fragliche Programm nach eigenen Angaben mittlerweile aus ihrer Software entfernt. Limewire entschuldigte sich zudem bei der eigenen Nutzergemeinde. Man sei davon ausgegangen, dass der Lotterie-Anbieter lediglich einen Installer für seine Spiel-Software installiere, nicht jedoch ein Spionageprogramm.

Im Falle von Limewire hat die Affäre zudem jetzt noch ein ungewöhnliches Nachspiel. Ein Programmierer mit dem Nickname TrueStarWarrior hat damit begonnen, auf seiner Geocities-Homepage eine "Clean Limewire"-Version herauszubringen, die garantiert ohne irgend ein anderes Programm ins Haus kommt. Dies ist möglich, weil Limewire Open Source ist. Jeder kann also mittels des Source Codes seine eigene Programmversion kompilieren. TrueStarWarrior hat uns Programmiersprachen-Analphabeten diese Arbeit netterweise abgenommen.

Mit der Clean Limewire-Version bleiben die Nutzer auch von Gator, TopText und dem BonzoBuddy verschont - weiteren Programmen, die Limewire normalerweise (nach einer Nachfrage) mitinstalliert, um die Software zu finanzieren. Auch andere Filesharing-Programme wie Audiogalaxy, Morpheus oder BearShare installieren aus eben diesem Grund oft eine Vielzahl von mehr oder weniger unangenehmen kleinen Programmen. Wer ganz sicher gehen will, dass sich nicht bereits unbemerkt Spione auf der eigenen Festplatte angesiedelt haben, sollte den eigenen Rechner deshalb regelmäßig mit dem kostenlosen Ad-Aware-Programm untersuchen. (jr)

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