The Love is back

Loveparade am 15. Juli 2006 in Berlin

Sie gehört zu Berlin wie der Karneval zu Köln. Die Loveparade feiert am Samstag ihr Comeback. Und das ist auch gut so.

Man kann sie hassen oder man kann sie lieben. Genauso wie die närrischen Tage im Rheinland. Trotzdem wäre es schade, wenn es sie nicht mehr gäbe. Nach zwei Jahren Pause aufgrund von organisatorischen und vor allem finanziellen Problemen, hat sich die Loveparade wieder berappelt und eingesehen, dass Berlin sie braucht. Auch wenn keine 1,5 Millionen Menschen mehr erwartet werden, wie zu ihren besten Zeiten Ende der 90er, so ist die Loveparade immer noch ein internationales Aushängeschild für die Hauptstadt. Internationale DJ-Prominenz versammelt sich anlässlich der Parade in Berlin und bringt auch nachts die Tanzflächen der unzähligen Clubs zum Beben.

Diesmal wurde im Gegensatz zu den letzten Jahren auch dem Underground wieder ein entsprechender Platz eingeräumt, schließlich entspringt alles dem Underground, auch die heutigen Stars der Szene. Die treffen sich ab 18 Uhr zur Abschlusskundgebung an der Siegessäule. Unter anderem werden dort Ewan Pearson, Onur Özer, Tom Novy, Tiefschwarz, Tiesto, Ricardo Villalobos, Westbam und Paul van Dyk die zusammengeschlossenen Soundsystems der über 40 Trucks bespielen.

Draußen bleiben muss diesmal allerdings Loveparade-Urvater Dr. Motte, der mit seinen Friede, Freude, Eierkuchen-Reden der Loveparade den politischen Anstrich verpasste, den die Party in den Neunzigern brauchte, um als Demonstration durchzugehen. Doch seit ihr dieser Status aberkannt wurde, war das Sendungsbewusstsein von Motte nicht mehr gefragt. Stattdessen wird er eine Woche später auf der Gegenveranstaltung, der Fuck Parade, zum Mikro greifen und gegen die Kommerzialisierung "seiner" Parade schimpfen.

Doch ohne potente Geldgeber wäre die Loveparade schon lange nicht mehr möglich. Schließlich müssen die Veranstalter im Unterschied zu früher heute selbst für die enormen Kosten der Müllbeseitigung aufkommen. Dieses Jahr werden knapp eine Million Besucher erwartet. Und das bei schönstem Sommerwetter.

"Techno ist tot, es lebe die elektronische Musik", so könnte man das neue Konzept der Loveparade zusammenfassen. Auf der Parade sollen sich alle aktuellen Stilrichtungen präsentieren können, schließlich hat sich auch die elektronische Musik in den letzten 17 Jahren seit der ersten Parade 1989 enorm gewandelt. Wir wünschen den Machern gutes Gelingen und der Loveparade ein langes Leben. Und dass sie endlich von den Berlinern so geliebt wird, wie der Karneval von den Kölnern. (ur)

Line Up

Siegessäule Kundgebung:

Paul van Dyk, Tiesto, Westbam, Ricardo Villalobos / Luciano Back to Back, Onur Özer, Ewan Pearson, Tiefschwarz, Anja Schneider, Tom Novy

Underground Floors:

Sweet n´Candy, Dan Curtin, Anja Schneider, Matthias Tanzmann, Dapayk, Butane
Jay Haze, Benno Blome, Konrad Black und viele mehr. Bitte checkt das komplette Line Up auf: http://www.myspace.com/loveparade_berlin

Floats:

Internationale Club Kultur Crews auf den Floats:
Tiesto, Ministry Of Sound, Epsilonlab, Club Space, Nature One, U60311, Privilege Ibiza, Time Warp, Electric Kingdom und viele mehr...

Das DJ Lineup der Floats ist vollstaendig auf www.loveparade.net und http://www.myspace.com/loveparade_berlin zu sehen.

Die Line Ups der Siegessäule, Live Stage, Underground/ Talent Floors and Chill Out Area sind noch nicht endgueltig, es gibt wöchentlich Updates.

Thema: 

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