Miserable Monday: bdrmm

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche

Die heutige Miserable Monday Playlist kommt von einer ganz jungen Band aus Hull, UK, über die ich eher zufällig gestolpert bin, die mir dann aber nicht mehr aus dem Kopf ging. Bdrmm (gesprochen: Bedroom) verzaubern ihre Hörer mit verträumtem Shoegaze und Dreampop à la DIIV, Beach House und Slowdive.

bdrmm aus Hull 

Bdrmm (gesprochen: Bedroom) ist eine fünfköpfige Shoegaze-Dreampop Band aus Hull, UK. Entstanden aus dem Soloprojekt von Sänger und Gitarristen Ryan Smith, erspielt sich die Band seit 2017 eine treue Fangemeinde und die Aufmerksamkeit der britischen Medien (BBC 6Music, BBC Radio 1, MTV, Clash Magazine). Ihre dritte Single „C:U“ veröffentlichte die Band auf dem renommierten Londoner Label Permanent Creeps. 

Gepaart mit ehrlichen und bittersüßen Lyrics (“Heaven is for everyone who deserves an apology, but knows they won’t get it” – In den Himmel kommen alle, die eine Entschuldigung verdienen, aber wissen, dass sie keine bekommen.) ergibt das alles eine frische Mischung, die hängen bleibt. Am 7. März erscheint die neue Single „Heaven“ und bis dahin hören wir doch einfach die Playlist von Ryan Smith, dem Sänger und Gitarristen der Band.

1. Trent Reznor And Atticus Ross - Hand Covers Bruise

Das ist der erste Track vom Album „The Social Network“. Er hatte einen riesigen Einfluss auf mein Songwriting. Zweifellos ist dieser Song ein Beleg dafür, dass weniger oft mehr ist. In seinen drei Minuten schafft der Song die perfekte Balance aus Melancholie und lähmender Angst.

2. Noah And The Whale - The First Day of Spring

Der Opening-Track des zweiten Albums von NATW schafft den perfekten Einstieg für die Platte voller Pein und einem merkwürdigen Optimismus. Eines der besten und bewegendsten Gitarrenstücke und so herzzerbrechend. Viele Leute denken bei Noah And The Wahle an Pop-Folk-Ukulelen-Scheiß. Aber dieses Album ist wirklich eins der besten Konzeptalben über Liebe und Verlust dieses Jahrzehnts (meine Meinung!)

3. Aphex Twin - Avril 14th

Um ehrlich zu sein, könnte jeder Aphex Twin Ambient-Song in dieser Playlist sein. Dieser hier aber sticht für mich am meisten raus. Wenn ihr „Four Lions“ gesehen habt, erkennt ihr den Song sicher wieder. Er lief über den Abspann. (Ich verehre dich Chris Morris!). Der Track verändert die komplette Bedeutung des Films. Für mich ist er einer  der wichtigsten modernen Klassiksongs unserer Zeit.

4. (Sandy) Alex G - Animals

„I Do animals, not people“ - fünf Wörter, die Alex G. liebevoll für seinen alten Hund Rosie heraus kreischt. Ein Typ, der über seinen toten Hund singt? Come on! Alex G.’s Musik ist mal besser, mal schlechter (oft schlechter für mich) aber der Track ist das schönste Tribut an den besten Freund eines Mannes, seit Willy Nelsons „Buddy“.

5. Jonny Greenwood - Tree Synthesisers

Unser Jahrzehnt ist voller Künstler, die sich an Film Scores versuchen und Jonny Greenwood hat die Messlatte dafür astronomisch hoch gelegt. Dieser Song eröffnet die Platte „You Were Never Really Here“ und lässt dich genauso fühlen - als wärst du niemals irgendwo gewesen. Die Akkorde sind so wunderschön arrangiert. Man kann sich einfach zurücklehnen und in dieses Stück voller endlos-scheinender Synthesizer eintauchen.

6. This Will Destroy You - The Mighty Rio Grande

Seit ich diesen Song das erste Mal im Film „Room“ gehört habe, bekomme ich ihn nicht mehr aus dem Kopf. Ich mag es, wenn sich Songs langsam aufbauen und dieser tut das wirklich so krass emotional. Wenn du Sigor Roos magst, dann ist das ein Song für dich.

7. Bon Iver - Woods

Das ist die erste EP, die ich auf Vinyl gekauft habe und die somit immer einen besonderen Platz bei mir hat. Dass dieser Song nur aus geloopten Vocals besteht, die wiederum nur eine Line singen, macht ihn so interessant und persönlich. Er baut sich übermächtig groß auf, aber man kann spüren wie schlecht es Justin Vernon ging.

8. Brian Eno - The Big Ship

Ich habe erst in den letzten paar Jahren angefangen mich mit der Arbeit von Brian Eno zu beschäftigen und muss sagen, dass es echt so viel zu entdecken gibt. Das ist erste Song, den ich bewusst gehört habe. Dabei musste ich feststellen, dass ich ihn kenne, weil er in so vielen Filmen benutz wurde.

9. Elliott Smith - Everything Means Nothing to Me

Der Titel sagt schon alles. Ich würde dem Miserable Monday Blog einen schlechten Dienst erweisen, wenn ich nichts von Elliott Smith auf die Liste packen würde. Dieser Song ist mein persönlicher Favorit!

10. Radiohead - True Love Waits

Es gibt eine Live Version von diesem Song von Thom Yorke aus dem Jahr 2003 - eine der bewegendsten Perfomances, die ich je gesehen habe. Als ich hörte, dass er auf „A Moon Shaped Pool“ erscheinen wird, war ich begeistert und auch wenn die Albumversion nicht an den Live-Auftritt herankommt, ist das immer noch einer der schönsten Songs, die je geschrieben wurden.
 

Der Autor

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zwei- bis dreimal im Monat einen Musikpodcast, in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt und ein paar Geschichten dazu erzählt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier: 

MP3 Download: Tonspion präsentiert die besten Musik Downloads, die kostenlos und legal im Netz bereit gestellt werden. 

Empfohlene Themen