Miserable Monday: Jackie Charles

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche

Montag. Rechtzeitig aufgestanden? Gerade so!
Starker Kaffee? Check!
Gute Musik? Klar und zwar genau hier.

Jacki Charles (Foto: Knut Aserud)

Die heutige Playlist mit zehn Montagsliedern kommt von der Band Jackie Charles, dem Alter Ego der norwegischen Musikerin Kaja Bremnes. ​Seit 2017 hat Jackie Charles einen Fuß fest auf einem arktischen, norwegischen Fischerboot platziert, während der andere frei auf den Dächern der Berliner Skyline bzw. des Berliner Untergrunds läuft. Zusammengefasst klingt das dann nach herzzerreißendem Dream-Pop à la Ariel Pink, The Cure und Alvvays. In ihrer zweiten Single „Time Travel“ heißt es: “​Haven’t you ever wanted to travel back to a time when things were less complicated and you felt safe, even if that time perhaps never existed?” 

Am 19. April erscheint ihr erstes Album „Future Fantasies“.

Roy Ayers Ubiquity - Everybody Loves The Sunshine

Berlin fühlt sich in dieser Jahreszeit an, wie ein Jucken, das nicht gekratzt werden möchte. Der Sommer ist so nah und doch noch so weit weg. Jedes Mal, wenn es hier so kalt wird, hören wir diesen Song und tun so, als wäre es gerade drückend heißer Berliner Sommer und wir säßen mit warmer, dampfender Haut am See.

Cocteau Twins - Cherry-coloured Funk

Wo wir gerade beim Träumen sind – das ist der ultimative Song für die letzte Zigarette, spät abends, verliebt auf der Fensterbank. Er lässt dich alle Emotionen fühlen und ist dabei trotzdem aufbauend. Er ist wie ein Neonlicht, was durch eine dunkle, verregnete Stadt leuchtet.

Noname - Yesterday

Noname kam in unser Leben, genau an dem Punkt, als wir echte, wahre Geschichten brauchten. Man findet das nur selten in der Musik. Style überscheint oft den Inhalt. Niemand aber erzählt Geschichten wie Noname. Sie sind reine Poesie und voller Jazzvibes. Wir durften mit ihr diesen Song auf einem norwegischen Festival singen. Es war ein grauer Tag, doch sie zwang die Sonne hinter den Wolken hervor.

The Cure - Why can’t I Be You?

Natürlich muss hier ein Song von The Cure dabei sein. Dieser Song ist quirlig und fröhlich und dennoch so voller Wut und Bitterkeit. Nur ein Genie schafft es einen Song zu schreiben, der böse ist, zu dem man aber tanzen möchte. Und wer war noch nie genervt von jemandem, der besser aussieht und erfolgreicher ist, als man selbst? Fröhlich sein ist überbewertet.

The Cleaners From Venus - Only a Shadow

Ein eingängiger Song darüber, dass man mit jemanden zusammen sein will, der einen an seinen Ex erinnert, wenn man aber eigentlich doch lieber seinen Ex möchte. Das erinnert uns an eine Friends Folge, in der Rachel diesen Typen dated, der genauso aussieht wie Ross.

Unabhängig davon sieht man ziemlich cool aus, wenn man diesen Song auf Kopfhörern hört.

Virna Lindt - Underwater Boy

Dieser Song klingt so als wäre er gerade herausgekommen. Dabei ist er aber ein Pionier der 80er Jahre. Virna Lindt, diese schwedische Götting, muss gewusst haben wie Zeitreisen funktionieren, denn sie war ihrer Zeit so weit voraus. Es ist echt verrückt. Wir wären definitiv mit ihr befreundet gewesen, weil sie einfach so großartig ist.

Motorpsycho - Wearing Your Smell

In Norwegen, wo wir aufgewachsen sind, war das der number one Song für jeden Außenseiter-Teenager. Unser Leben bestand aus folgenden Dingen: Nach der Schule Freaks And Geeks im Fernsehen gucken, besser als dein Kumpel sein, der noch nie einen Jim Jarmusch Film gesehen hat, versuchen so auszusehen wie Daria oder Enid aus Ghostworld und Schlagzeug spielen in einer reinen Frauen-Punkband. Auch Jahre später können wir nicht fassen, wie gut die Zeile: „I’m still wearing your smell“ ist. Motorpsychso ist die beste norwegische Band ever.

Kevin Abstract - American Boyfriend

Schon wieder so eine großartige Geschichte. Da will man einfach im Auto sitzen und fahren, ohne Ziel, mit Joint in der Hand. Und zusammen mit seinem Soulmate. Einfach mit einem kaputten Auto irgendwohin fahren, durch Maisfelder oder sowas. Das Gitarrensolo am Ende ist so krass, dass wenn du in einem luziden Traum wärst, du sicher einfach abheben und fliegen könntest.

Okay Kaya - IUD

Ok, unsere Sängerin heißt Kaya, aber wir sind nicht befangen. Dieser gechillte und anstößige Song ist so entzückend. Einen so smoothen Track mit so einem unanständigen Text muss man einfach lieben.

The Scorpions - Rock You Like A Hurricane

Der beste Song aus den 80ern! Als wir die Chance bekamen in Rudi Schenkers Studio aufzunehmen, konnten wir es kaum glauben. Dieser Song schickt uns einen Schauer den Rücken runter und erinnern an die Bilder von diesem heißen Typen aus Stranger Things, der da Gewichte hebt.

Der Song ist dazu heute extrem relevant, wenn es um das Thema Global Warming geht und wir alle dem Untergang geweiht sind (Hurricane...). Zur Apokalypse wird dieser Song spielen. Definitiv!

Jackie Charles - Time Travel

Über den Autor

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zwei- bis dreimal im Monat einen Musikpodcast, in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt und ein paar Geschichten dazu erzählt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier.

The Cure – Desintegration

The Cure

40 Jahre The Cure ein Ende ist nicht abzusehen. 2019 wird ihr 14. Album erscheinen. Das gab Robert Smith in einem Radiointerview bekannt.

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