Miserable Monday mit Ten Fé

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche

Mittlerweile freue ich mich schon fast auf den Montagmorgen, weil ich dann endlich die neue Playlist teilen kann. Die heutige kommt von Ben Moorhouse – einem der beiden Köpfe der Londonder Band Ten Fé.

Ten Fé - „Here Again“

Die Geschichte der Band ist letztendlich die Geschichte der beiden Frontmänner Ben Moorhouse und Leo Duncan. Beide waren zwar schon in verschiedenen Bands mehr oder weniger erfolgreich unterwegs, fanden dann aber irgendwann zueinander und wussten, dass musikalisch etwas Besonderes zwischen ihnen passieren kann. Sie hatten ein Gefühl und tiefes Verständnis und Vertrauen für das was der andere tut.

Ob daher auch der Bandname Ten Fé – aus dem Spanischen soviel wie hab vertrauen – herrührt, kann ich nur vermuten. Wenn man die Musik der beiden hört, wird aber klar, dass sie Recht hatten. Schon ihr Debütalbum „Hit The Light“ (2017) klingt nach zwei alten Hasen, die wissen, wie man Songs schreibt, die auf den Punkt sind und den Hörer fesseln. Elegant mäandern die Melodien zwischen The War On Drugs und hippen Indiepop durch das Album.

Letzten Freitag, am 08.03., erschien nun ihr zweites Album mit wunderschönem Titel „Future Perfect, Present Tense“ auf Some Kinda Love / PIAS. Ein Album über Zeit – die Zeit, die etwas andauert, die Zeit, die man niemals zurückbekommt und die Zeit, die noch bevorsteht - von einer Band, deren Haltung es ist, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen. 

Ten Fé Tourdaten 2019

11.05.19 - Musik & Frieden (Berlin)
13.05.19 - Molotow (Hamburg)
14.05.19 - Studio 672 (Köln)

Spotify Playlist

Roy Orbison - In Dreams

Früher haben wir diesen Song immer am Ende unserer Probe im Chor gesungen. Eine emotionale Tour de Force von einem Mann, der wusste, wie sich Herzschmerz anfühlt.

Twin Peaks - Walk To The One You Love

Twin Peaks sind eine unserer Lieblingsbands im Moment. Wir lieben sie für ihren energiegeladenen Rock’n’Roll. Und es ist echt cool, wie sie es schaffen einen traurigen Song fröhlich klingen zu lassen.

The War On Drugs - Suffering

Diese melancholische Stimmung, die schon mit den ersten Synthie-Tönen und den coolen Drums beginnt, zieht sich durch jede Note dieses Songs.

John Lennon - Mother

Wir hören das Plastic Ono Album viel in der Band. Dieser Song ist echt roh.

Bruce Springsteen - Racing In The Street

Die Geschichte eines Mannes, der für seinen Chevy lebt und der nachts damit Rennen fährt. Das zärtlichste was Bruce je gemacht hat. Seine Stimme und das Piano strotzen vor Emotionen.

Bob Dylan - A Simple Twist Of Fate

Ich habe “Blood On The Tracks” erst vor ein paar Jahren das erste Mal gehört und war sofort angefixt. Dieser Song, die Geschichte und seine Stimme sind fesselnd.

Robert Johnson - Love In Vain

Die Einsamkeit in diesem Song ist greifbar. Ich liebe die Version von den Rolling Stones, aber diese hier ist einfach trauriger.

Fleetwood Mac - Dreams

Purer kalifornischer Herzschmerz Pop!

The Cure - Pictures Of You

Wir haben unsere Band auf diesem Song gegründet. Und zwar auf der Live-Version „Live At Wembley“ von der VHS Kassette „Sell Out“.

U2 – Bad

Wenn uns früher Leute gefragt haben, wie wir unsere Musikrichtung beschreiben würden, haben wir immer gesagt „Power Sad“. Für uns hieß das immer eine Kombination aus dem energiegeladenen 80er Jahre Power-Pop und der Melancholie von verhallten Grooves. Genau wie hier.

Über den Autor

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zwei- bis dreimal im Monat einen Musikpodcast, in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt und ein paar Geschichten dazu erzählt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier.

▹ Abonniere den wöchentlichen TONSPION Newsletter, um keine Musikneuheiten zu verpassen und gewinne tolle Preise!

 

Empfohlene Themen

Miserable Monday: Playlist von Josin

Miserable Monday: Playlist von Josin

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche
Miserable Monday: Jeden Montag kuratiert ein Künstler oder eine Künstlerin eine Playlist mit tieftrauriger Musik. Diese Woche hat die Kölner Durchstarterin Josin diese Aufgabe übernommen, uns irgendwie durch den Montag zu bringen.
Miserable Monday: bdrmm

Miserable Monday: bdrmm

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche
Die heutige Miserable Monday Playlist kommt von einer ganz jungen Band aus Hull, UK, über die ich eher zufällig gestolpert bin, die mir dann aber nicht mehr aus dem Kopf ging. Bdrmm (gesprochen: Bedroom) verzaubern ihre Hörer mit verträumtem Shoegaze und Dreampop à la DIIV, Beach House und Slowdive.
Jackie Charles (Foto: Knut Aserud)

Miserable Monday: Jackie Charles

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche
Montag. Rechtzeitig aufgestanden? Gerade so! Starker Kaffee? Check! Gute Musik? Klar und zwar genau hier.
Miserable Monday: Sivert Høyem (Madrugada)

Miserable Monday: Sivert Høyem (Madrugada)

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche
Die heute Montagsplaylist ist ein ganzes Stück länger, als die anderen. Es gibt einfach zu viele wundervolle, traurige Songs, die Sivert Høyem, Sänger von Madrugada nicht missen wollte. 
Miserable Monday: Petula

Miserable Monday: Petula

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche
Montag. Jeder hasst ihn, alle jammern über ihn. Ab sofort gibt's bei Tonspion die passende Musik zum traurigsten Tag der Woche. Willkommen beim "Miserable Monday". Die heutige Playlist mit zehn perfekten Montagssongs kommt von Sebastian Cleemann, ehemaliger Autor von Tonspion und musikalischer Tausendsassa in Krach-Bands wie UNS oder seinem leisen Soloprojekt Petula.

Aktuelles Album

Hit The Light - The Remixes

Ten Fé - Hit The Light - The Remixes

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Aus neu mach anders
Ten Fé stellten wir euch schon letztes Jahr als eine der großen britischen Newcomerhoffnungen vor. Ihr Debütalbum "Hit The Light" ist seit einer Weile draußen. Jetzt launchen die Briten in Zusammenarbeit mit Electronic Beats eine Remix-EP mit einigen namhaften Glanzlichtern.