Miserable Monday: Playlist von Luke Sital-Singh

Die Playlist für den traurigsten Tag der Woche

Gerade hat er sein drittes Album veröffentlicht, nun versorgt er uns mit dem besten Montags-Soundtrack: Luke Sital-Singh bringt euch mit Bon Iver, Leonard Cohen u.v.a. durch den Wochenstart. 

Luke Sital-Singh (Credit: Hattie Ellis)

Der Song “The Last Day” war der erste Song, den ich von Luke Sital-Singh gehört habe und mir war sofort klar – wer so traurige Songs schreibt, musst unbedingt eine Miserable Monday Playlist kuratieren. 

Nach hunderten Millionen Streams, Placements in diversen TV Shows wie Grey‘s Anatomy, Suits, Auftritten bei TED Talks, weltweiten Tourneen und einem Umzug von Bristol nach LA, veröffentlichte Luke Sital-Singh am 05. April sein drittes Album „A Golden State“.

Das Album wurde von Tommy McLaughlin (Villagers, Soak) produziert, der auch schon Lukes letztes Album „Time Is A Riddle“ produzierte, und wurde in den von Elliot Smith gegründeten Jackpot Studios in Portland aufgenommen. Im Video zu „Raise Well“ gewährt Luke einen intimen Einblick in die Arbeit daran.

“Working in the studio is definitely one of the best parts of this job. To disappear from the world and focus solely on creating is so fulfilling. I’m glad we captured some of the process so you can all have a glimpse of what went in to making these songs.”, sagt Sital-Sigh zum Video.

Der Song selbst ist ebenso intim wie aussagekräftig. Sital-Singh dazu:

“I’m not having a kid, but I think about it a lot. That’s the thing about this album: we’re at that moment in our lives. We’ve been married for so long, we’ve got a groove going. It skips around a bit – our jobs are a bit weird – but this is the point where you buy a house… have a kid… or move to America.”

A Golden State ist ein fokussiertes, hoffnungsvolles und intimes Werk eines Künstlers, der damit sowohl seinen kreativen, als auch geografischen Neuanfang verkündet.

Mit diesem Album spielt Luke drei Konzerte im deutschsprachigen Raum.

02.06. Zürich - Papiersaal
03.06. Wien - Das Werk
07.06. Dortmund - FZW Indie Night

1. Big Thief - Mary 
Den Song habe ich entdeckt, als ich auf Tour war. Mein Supportact, Ciaran Lavery, hatte ihn im Tourbus laufen und er hat mich einfach umgehauen. Ich kannte Big Thief, aber nicht diesen Song. Ich liebe ihn wirklich. Die Stimme, der Raum, die Lyrics. Großartig. 

2. Iain Archer - Frozen Lake 
Iain ist wirklich mein absoluter Lieblings-Songwriter. Ich durfte schon viel mit ihm zusammenarbeiten. Wir haben sogar meine erste Platte zusammen gemacht. Seine eigenen Alben sind aber wie ein kleines, gut gehütetes Geheimnis. Dieser Song gefällt mir am besten. Die Melodie und die Zärtlichkeit in seinem Gesang sind großartig. 

3. Bon Iver - re:stacks
Mein Lieblings-Bon Iver Track. Wie bei so vielen Bon Iver Songs habe ich auch hier keine Ahnung, von was die Lyrics handeln. Es geht hier nur um das Gefühl und die Atmosphäre. Dieses Gitarrenmotiv beamt mich irgendwo hin. An einen traurigen, schönen Ort. 

4. Phosphorescent - Song For Zula
Ich wünschte ich hätte diesen Song geschrieben. Ich wünschte ich könnte ihn jeden Abend auf der Bühne spielen. Der Gesang ist berauschend. Der Song ist permanent in Bewegung. Er wächst und wird immer intensiver. So viele herzzerreisende Sätze in den Lyrics. Ich liebe ihn. 

5. Leonard Cohen - Come Healing 
Leonard Cohen wurde einfach immer und immer besser. Seine letzten beiden Alben mag ich am meisten. Dieser Song fesselt mich. Ein Schlaflied mit einer epischen Struktur, welche viele verschiedene Emotionen in mir hochbringt. Die Lyrics sind wie immer meisterhaft. Wenn ich nicht bei mir bin, höre ich diesen Song als eine Art Meditation. 

6. Gang of Youths - Persevere
Den Song habe ich von allen hier als letztes entdeckt. Ein Freund hat ihn mir empfohlen und ja, er hat mich umgehauen. Es passiert nicht oft, aber manchmal höre ich einen Song zum ersten Mal und alles ist perfekt. Manchmal liegt das an meiner generellen Grundstimmung zu der Zeit. Es gibt sicher unzählige großartige Songs, die an mir vorbeigegangen sind, als ich sie zum ersten Mal hörte, nur weil ich da gerade nicht in der Stimmung war. Aber ich war ready für diesen! Ich saß einfach da und hörte zu. Der Song fühlt sich traurig an, hat aber so viel Hoffnung in sich. Solche Songs liebe ich. 

7. Jackson Browne - These Days 
Keine Ahnung ob es der Songs selber ist, oder der Fakt, dass er ihn geschrieben hat, als er 16 Jahre alt war. Wenn nur die Songs, die ich mit 16 geschrieben habe oder gar heute noch schreibe so gut wären, wie dieser. Ich liebe die Melodie. Jackson Browne hat ein Gespür für Melodien. Obwohl sie immer in Bewegung sind und sich nie wiederholen, erscheinen sie so einfach und verständlich. Und diese Lyrics! Oh man, er war erst 16 Jahre!

8- Mark Kozelek & Jimmy LaVelle - You Missed My Heart
Mark Kozelek ist ein großartiger Texter. Ich finde seinen gesprächartigen Stil sehr inspirierend. Ich würde auch gern solche Geschichten schreiben, wie er. Wenn er mit der Line „You Missed My Heart“ so viele wunderschöne dunkle Bilder malt, haut mich das um. Ich liebe auch die Produktion zusammen mit Kimmy LaVelle, dem Mann hinter The Album Leaf.

9. Sigur Rós - Ára Bátur
Wenn es mir nicht gut geht, höre ich eigentlich immer diesen Song. Auch hier weiß ich nicht, was die Lyrics bedeuten. Es ist einfach ein wunderschönes Stück Musik, was live in einem Take aufgenommen wurde. Es nimmt dich auf eine Reise. Ich liebe Songs mit guten Lyrics, aber manchmal brauche ich einfach Musik, um die Gedanken in meinem Kopf abzuschalten. Das ist der Song dafür. 

10. Sharon Van Etten - Afraid of Nothing 
Der erste Song von Sharon Van Etten, den ich gehört habe und sofort wusste ich, dass ich eine neue Künstlerin in meinem Leben habe. Ihre Stimme ist so wunderschön. Sie hat mir die Tür zu diesem Song geöffnet. Wenn ich die Stimme nicht mag, fällt es mir schwer den Song zu mögen. Ich glaube Sharon jedes Wort, was sie singt. Und ich liebe die Spannung, die sich am Anfang aufbaut. 

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen. 

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören.

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