Miserable Monday: Playlist von Bartleby Delicate

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche

Motiviert in die neue Woche? Das geht mit unserer Miserable Monday Playlist. Darauf sind heute unter anderem Songs von Bon Iver, Big Thief und Aldous Harding. Zusammengestellt von dem luxemburgischen Songwriter Bartleby Delicate. 

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Deadly Sadly Whatever heißt die Debüt-EP des luxemburgischen Songwriters Bartleby Delicate, die diesen Freitag (14.05.21) via Listenrecords erscheinen wird. Schon allein der traurig-schöne Titel der Platte würde Georges Goerens, den Mann hinter Bartleby Delicate, für ein Feature hier auf dem Blog qualifizieren. Die fünf Songs halten aber auch, was der Titel verspricht. Subtile Arpeggios, melancholische Klavierakkorde, eigensinnige Sounds und Field Recordings bestimmen die EP. Abgerundet wird das alles von verträumten Vocals und Textzeilen wie „I’ve bought you some plastic flowers, because I’ve got nothing real to share.”

Für den unwiderstehlichen Drive der fünf Songs sorgen die akustische Gitarre – und das allem unterliegende Pochen eines menschlichen Herzens.

Die EP entstand im ersten Lockdown, im Frühjahr 2020. Aus der Not heraus nahm Goerens alle Instrumente und Sounds allein in seiner Wohnung und dem Umfeld im Spazierradius auf. Produziert wurde die EP im ausschließlich digitalen Austausch mit dem befreundeten Produzenten Napoleon Gold aus Brüssel, fürs Mixing reisten die Songs zum Produzenten John Foyle (Ibeyi, Sampha, FKA Twigs) nach London. Die EP wurde von Thomas Harsem (Intergalactic Lovers, Faces on TV) in Schweden gemastert. Eine Europa umspannende Herangehensweise, die Bartleby Delicates Sound in seiner Internationalität gerecht wird.

“Deadly Sadly Whatever” erscheint digital, auf CD und Vinyl.

DIE PLAYLIST

1. Bon Iver - Blood Bank

Die Liebesgeschichte, die Bon Iver erzählt ist so seltsam, vom Treffen in einer Blood Bank, dass sie nur wirklich passiert sein kann. Sie berührt durch ihre Alltäglichkeit, doch so einzigartig und random die Begegnung ist, so sehr finde ich mich darin wieder. Besonders gern mag ich die Zeile: “I’m in love with your cheeks” - die hätte ich auch gerne geschrieben.

2. Daniel Johnston - True Love Will Find You in the End

Ich cover eigentlich nie Songs, aber dieses Lieb spiele ich manchmal in der Zugabe. Für mich handelt es sich hier nicht um einen normalen Song, sondern vielmehr ein Abdruck einer Lebensgeschichte. Für mich ist es der schmerzvollste Song aller Zeiten und trotzdem steckt so viel Hoffnung drin. Wenn man die Geschichte von Daniel Johnston als Musiker kennt, dann entfaltet der Song eine noch tiefere Bedeutung. Nachdem mandiesen Song gehört hat, kann man gar nicht aufhören mit weitermachen.

3. Angela Aux - The Reason is You

Ich hab in meinem Leben nur einmal ein Konzert (das nicht mein eigenes war) organisiert. Für Angela Aux in einer Kirche. Die Akustik, die Musik, der ganze Abend waren sehr magisch, ich erinnere mich gerne daran, ich war verliebt. Ich bin mir nicht sicher ob es wirklich ein Liebeslied ist - aber wenn ja, vielleicht hat er es ja für mich geschrieben?

4. Jose Gonzales - Heartbeats

Ich höre diesen Song seit Jahren immer wieder. Obwohl das Original von The Knife, steht diese Version für mich immer an erster Stelle. Was soll ich hierzu noch sagen? Vielleicht: </3

5. Big Thief - Paul

Ich war noch nie in Amerika, Paul kenne ich auch nicht. Wenn ich dieses Lied höre, dann sehe ich ihn trotzdem vor mir: untersetzt mit Whiskey Breath in seinem Vierradantrieb. Die Anziehung die Adrienne Lenker verspürt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, aber vielleicht stehen wir einfach auf einen unterschiedlichen Typ Mann. Ihr Melancholie trifft mich trotzdem voll ins Herz.

6. Aldous Harding - Blend

Ich durfte einmal ein Konzert für Aldous Harding eröffnen. Eine intensive Erfahrung, sie auf der Bühne zu sehen in ihrer eigenen Welt. Hat mich sehr inspiriert und mich in höhere Sphären gebracht. Im Backstage haben wir beide noch so geerdet gewirkt.

7. Sufjan Stevens - Make Out in My Car

So einfach, so schön. Sufjan Stevens reduziert die jazzige, aufwendige Produktion des Songs von Moses Sumney auf ein paar Gitarrenakkorde und Vocal Hamonien. Zurück bleibt der Song, den man alleine im Auto, auf dem Nachhauseweg nach einem ersten Date, hört. 

8. Cat Power - Sea Of Love

Meistens gehe ich ans Mittelmeer, manchmal an den Atlantik, aber eigentlich will ich heimlich zum Sea Of Love und da mit Cat Power über Musik sprechen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie ziemlich viel zu erzählen hat.

9. St. Vincent - New York

St. Vincent ist eine Poetin auf ihre Art. Mal direkt ehrlich, mal verkopft. Manchmal gefällt mir die Musik auch nicht, aber St.Vincent inspiriert mich trotzdem immer. In ‘New York’ drückt sie alles aus, wenn sie singt: “you’re the only motherfucker in the city who can stand me. Widersprüchliche Gefühle liegen oft nah aneinander, bei St. Vincent fallen sie einfach zusammen.

10. James Blake - You’re Too Precious

Ich finde die Produktion in diesem Song einfach unglaublich gut. James Blake hat ohnehin immer einen großen Einfluss auf meinen Musikgeschmack. Nachdem ich diesen Song gehört habe, habe ich mich an die Produktionen meiner Songs Winter’s Dark und Plasic Flowers gesetzt. Die Referenzen sind nicht immer offensichtlich, aber sie machen meine neue EP dennoch für mein Gefühl so precious.

Der Autor:

Ich bin Martin, 32 Jahre alt, wohne in Leipzig. Ich bin Musiker, Musiknerd, Radiomacher, ehemals Bookingagent und Tourmanager. Hier streue ich alles, was mich musikalisch beschäftigt. Alt und neu, Indie, Shoegaze, Folk, Dreampop, Electronica. Einzige Bedingung - traurig muss es sein. Warum? Weil der eine Song, den alle zu düster finden, genau der ist, der mein Leben erhellt.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziere ich einen Musikpodcast mit bis zu vier Folgen pro Monat. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören: www.mixcloud.com/Miserable_Monday

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