Miserable Monday: Playlist von Friedberg

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche

Wie kommt man am besten durch den Montag? Das letzte Feature und die letzte Playlist vor der Sommerpause – heute von Anna F.

Anna F. ist eine Musikerin, die scheinbar überall zuhause ist - Graz, Berlin, Kalifornien, London. Friedberg heißt ihre neue Band und diese bringt sie zumindest namentlich zurück in ihre Heimat in der Steiermark. 

Angefangen hat alles 2009, als Lenny Kravitz sie zufällig beim Soundcheck in Innsbruck hörte und sie für seine Europatour als Support engagierte. Es folgten zwei Soloalben, Umzug nach Berlin, Konzerte mit James Blunt und Gold in Österreich, Deutschland und Italien. 

In der Wüste von Kalifornien schrieb sie "Boom", die erste Single ihrer neuen Band. Ein Song "wie eine Antithese zur Stille der Wüste, wo jedes Wort, jede Bewegung - ja sogar jeder Gedanke ein Echo erzeugt.". 

Für die Aufnahme rief sie ihre Berliner Freunde, Daniel Brandt vom Akustik-Techno- Ensemble Brandt Brauer Frick, und Matthias Biermann von der Disco-Pop-Band Rooseveltan, die zufällig zur selben Zeit gerade in L.A. weilten. Im improvisierten Studio begannen sie, noch im Einfluss der endlosen Weite ihrer Umgebung, den rohen und minimalistischen, gitarrengetriebenen Sound einzuspielen, während Anna ins verzerrte Mikrophon sang und nebenbei den pulsierenden Beat auf der Cowbell spielte.

Anna zog schließlich nach London, wo sie die Musikerinnen Emily Linden, Laura Williams und Cheryl Pinero kennenlernte. Im Sommer 2018 begannen die vier Frauen, einige geheime Shows in London zu spielen und kurz darauf einen Vertrag mit dem Londoner Indie Label LGM Records (Goldheart Assembly, Amaroun) und der Free Trade Agency (The National, The War On Drugs) nach sich zog.

Am 7. Juni erschien mit "Go Wild" die zweite Single. Etwas ruhiger als "Boom", aber mindestens genauso cool. Friedberg erinnern mich an Bands wie Stealing Sheep, Our Girl, My Ugly Clementine oder Savages. All female rock bands, die die Branche aufmischen und die sich mit guter Musik und der klaren Message "wir sind jetzt dran" Gehör verschaffen. Ich hoffe ganz doll auf ein Album und freue mich auf das Konzert in Berlin. - Martin 

Tourdates:

25.09.19 - Hamburg - Prinzenbar
26.09.19 - Berlin - Musik und Frieden

Spotify Playlist

Cat Power - Where is my love

Diesen Song hab ich in meiner ersten Wien-Studien-Zeit vor einigen Jahren auf meinem Plattenspieler rauf und runtergespielt - jeden Tag zum Frühstück. Einfach zu schön!

Mac de Marco - Without Me

Trotz des Titels und des Inhalts hab ich den Song paradoxerweise gehört, als ich vor ein paar Jahren in Berlin ganz frisch verliebt war. Deswegen werd ich mich immer an diese Zeit erinnern, wenn ich das höre.

Damien rice - Delicate

Ich hab ihn zufällig live in Berlin gesehen in einer Mini-Venue mit ein paar Freunden. Seither find ich den Song total super. Nach dem Gig sind wir mit Damien durch Berlin gezogen und haben Marlene Dietrich Songs gemeinsam mit einem Straßenmusiker gesungen.

Laura Gibson - Thomas

Eine tolle Singer/Songwriterin die ich kürzlich erst in einer BBC6 Live Session für mich entdeckt habe und die auch in „Thomas“ so eine wunderschöne traurige Stimmung kreiert, aber dabei trotzdem nie zu kitschig wird.

Phoenix - If I ever feel better

Ich erinnere mich noch gut, als mich mein erster Freund verlassen hatte und meine Mama extra von Friedberg (meinem Heimatort) losgefahren ist um mich in Graz mit dem Auto abzuholen, weil ich einfach nicht mehr wusste was ich machen soll und mir nicht vorstellen konnte jemals wieder auch nur einen Funken Glücklichkeit zu verspüren. Auf der Heimfahrt haben wir diesen Song gehört.

Warpaint - Baby

Ich liebe Warpaint. Ich hab kurz überlegt einfach nur Warpaint Songs hier reinzuschreiben:)

Savages - T.I.W.Y.G.

Damit ihr beim Durchhören der Playlist auch sicher nicht einschläft. Definitiv ein etwas anderer Love Song.

„This is what you get when you mess with love!“ Beste Band.

Radiohead- High and dry

Ein Klassiker. Bin schon ziemlich früh großer Radiohead Fan gewesen und diesen Song habe ich so oft gehört, dass mir meine Eltern irgendwann ein Verbot auferlegt haben.

John Lennon - Jealous Guy

Was für ein wunderschöner Song. Zeitlos und so berührend. Ein Klassiker meiner Kindheit.

Frank Ocean - Bad Religion

Unfassbar schön und traurig.

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen. 

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören.

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