Miserable Monday: Playlist von Fuzzy Sun

Die Playlist für den einfachsten Montag des Jahres

Wer auch am Feiertag nicht auf die traurige Montags-Melancholie verzichten möchte, bekommt von den Indie-Newcomern Fuzzy Sun den perfekten Soundtrack vorgelegt. 

Fuzzy Sun (Pressefoto)

Die heutige Playlist kommt von Fuzzy Sun – einer Indie-Band aus UK, die bei uns hier noch gar nicht so bekannt ist (you heard it here first!), auf der Insel aber gerade ihren Durchbruch hat. Ich habe mich in die neue EP „Warm Evening / Cold Morning“ verliebt und darum die Band eingeladen beim Miserable Monday mitzumachen. 

Fuzzy Sun sind eine fünfköpfige Band aus Stockport bei Manchester. Ihre aktuelle EP „Warm Evening / Cold Morning“ erschien letzten Oktober und ist eine tolle Indie-Pop Platte, mit treibenden Drums und vielen 80er Jahre Synthies, die hier und da in Shoegaze, Dreampop und gitarrenlastigen Bruce Springsteen Rock abdriftet. Die Platte macht Spaß und wird auch beim zweiten und dritten Mal nicht langweilig, im Gegenteil. Kopfnicker Pop, der gute Laune macht, dabei aber nicht pathetisch ist. 

2018 war das breakthrough Jahr für die Band – 2 EPs veröffentlicht, Radio Plays bei BBC Radio1 und Radio X, sowie Support Shows für Blossoms und ausverkaufte Soloshows. Daran wollen sie dieses Jahr anknüpfen. Im Mai sind sie auf großer Headline Tour durch UK. Ich werde mir sie in Bristol schon mal live anschauen, bevor sie hoffentlich bald auch nach Deutschland kommen. 

Witzigerweise war ich total aufgeregt, als man uns gefragt hat, ob wir eine Playlist kuratieren wollen, denn alle meine Lieblingssongs sind melancholisch und traurig. 

In diesen Songs geht es im Grunde immer um Verlust und auf verschiedenste Weise darum, wie man mit diesem umgeht. Sie sind damit ein ehrlicher Blick in die Seele und das Leben des Künstlers. Wie John Marty einmal in Bezug auf Songwriting gesagt hat: „Wenn es dir emotional richtig schlecht geht, sei ehrlich und sag es. Weil wenn du nicht ehrlich bist, tust du nur dir selber weh.“

Darum musste zum Beispiel „Hurt in your Heart“ auf die Liste. Das ist so ein wahnsinnig emotionaler Song über seine Scheidung, den Verlust seiner Frau, seines Kinds, seines Hauses und irgendwie auch seines Lebens. 

Oder „Little Green“ von Joni Mitchell. Ein Song darüber, wie sie ihre Tochter zur Adoption frei gab. Wahrscheinlich das schwierigste, was man machen kann. Aber daraus ist so ein wunderschöner Song entwachsen. Bei Dr. Dre genauso – der ultimative Verlust – der Tod seines kleinen Bruders. 

Der Autor

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen. 

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören.

Fuzzy Sun

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