Miserable Monday: Playlist von Grant

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche

Eine Playlist voller Klassiker für euren Wochenstart. Die Miserable Monday Playlist kommt heute von Grant. 

Grant, Credit: Angelina Bergenwall

Schwedischer geht’s wohl kaum: die 25-jährige Sängerin Alma Caroline Cederlöf, die sich für ihre musikalischen Aktivitäten mit dem Künstlernamen Grant schmückt, verbrachte ihre Kindheit außerhalb Stockholms auf einer Farm, wo sie, umgeben von Pferden, vergnügt vor sich hinsang und sich die mannigfaltigen Möglichkeiten ausmalte, die ihr das Leben später einmal offenbaren würde. Mit neun besuchte ein „After School Music Program“, studierte später Jazz-Gesang und war großer Fan von Alternative-Music-Acts wie PJ Harvey, Tricky, Massive Attack und Björk. Nach dem Schlussabschluss nahm sie sich vor, einen Song pro Tag zu schreiben, die sie fortan unter dem Namen Grant präsentierte – inspiriert von Schauspiel-Legende Cary Grant. „Ich wollte einen Namen, der etwas Männlichkeit hat, da ich eine sehr zarte, mädchenhafte Person bin”, erklärt sie.

2018 erschien ihr Debütalbum „In Bloom“, sie unternahm eine Headliner-Tour, supportete Popstar Tovy Styrke auf ihrer Konzertreise durch Skandinavien und trat bei einigen Festivals auf. 

Nachdem sie das Jahr 2019 komplett mit dem Schreiben neuer Songs verbracht hatte, legt Grant nun die Single „Words“ vor, auf der sie sich dem Thema „Beziehungsprobleme“ widmet. 

„Ich bin in meiner ersten längeren Beziehung und habe festgestellt, dass Worte Chaos verursachen und zu schlimmen Verwechslungen führen können, obwohl sie eigentlich nur Schallwellen in der Luft sind”, erklärt Grant. „Mein Freund sagt mir die ganze Zeit, wie sehr er mich liebt, und trotzdem habe ich immer noch ein Problem damit, diesen Worten zu vertrauen. Deshalb habe ich ein Lied darüber geschrieben.”

Diesen Freitag, am 15.10., erscheint nun die neue EP "Vertigo". 

DIE PLAYLIST

Joy Division - Love will tear us apart

Ein Herzschmerz-auf-der-Tanzfläche-Meisterwerk. Gemacht, um alleine zu oder von einer Party zu gehen, sehr spät in der Nacht oder sehr früh am Morgen.

Nina Simone - He needs me

Eines meiner Lieblingslieder von Nina. Sie offenbart eine unerwiderte Liebe, indem sie beschreibt, wie sie ihn nicht gehen lässt, weil er sie braucht, genau wie sie ihn braucht. Selten beziehe ich mich auf ein Lied so, wie ich mich auf dieses beziehe. Es ist kompliziert, aber doch so einfach, dass es dein Herz auseinanderbricht.

James Blake - Limit to your love

Mein Herz war gerade gebrochen, als ich das zum ersten Mal hörte. Wir haben zusammen in einer Band gespielt und ich habe dies zu unserem Repertoire hinzugefügt, solide Selbstquälerei. Aber das war es wert. Diese Version ist mein Favorit, aber das Original von Feist ist auch unglaublich.

Gloria Ann Taylor - Love is a hurting thing

Dieses Album ist einer meiner absoluten Favoriten. So klingen Liebe und Wut.

Leonard Cohen - Hey, that’s no way to say goodbye

Es ist zart, traurig und auf seltsame Weise sehr beruhigend. Mein Opa und ich hörten viel von Leonard Cohen und speziell dieses Lied, nachdem meine Oma gestorben war.

Sinead O´Connor - Nothing compares 2 U

Dies sollte keine Erklärung erfordern, es ist die ultimative liebeskranke Ballade. Klasse!

FKA Twigs - Cellophane

Ich habe mir dieses im letzten Jahr viel angehört. Die Melodie und der Text sind spektakulär. Es tut wunderbar weh.

Weezer - Say it ain’t so

Über den Sänger Rivers Cuomo, der verzweifelt über Alkohol ist, der seine Familie zerreißt und sich selbst die Schuld gibt. Verheerend.

The Cure - Pictures of you

Sich an eine Beziehung erinnern, sie im Nachhinein liebevoll, aber auch mit Reue und Melancholie sehen. Wie kannst du lieben und weitermachen, ohne den Komfort von Musik und The Cure?

Björk - Stonemilker

Dies ist aus Björks Scheidungsalbum. Es beschreibt den Versuch, ihren Partner dazu zu bringen, seine Gefühle auszusprechen. Es ist fast so persönlich, als ob es nicht von anderen gehört oder verstanden werden soll.

Der Autor:

Der Miserable Monday ist die Erinnerung an verrauchte Pubnächte in Bristol, UK, in denen der DJ jeden Montagabend ausschließlich traurige Musik aufgelegt hat. Niemand hat getanzt, keiner gesprochen und alle gingen erfrischt nach Hause. Diese Erinnerung lebt hier weiter, wird neu entdeckt und erfunden. 

Ich bin Martin, 31 Jahre alt, wohne in Leipzig. Ich bin Musiker, Musiknerd, Radiomacher, ehemals Bookingagent und Tourmanager. Hier streue ich alles, was mich musikalisch beschäftigt. Alt und neu, Indie, Shoegaze, Folk, Dreampop, Electronica. Einzige Bedingung - traurig muss es sein. Warum? Weil der eine Song, den alle zu düster finden, genau der ist, der mein Leben erhellt.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziere ich zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem ich frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören: www.mixcloud.com/Miserable_Monday

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