Miserable Monday: Playlist von Hannah Cohen

Die Playlist für den nervigsten Tag der Woche

Hannah Cohen bemüht die 60er-Jahre, um uns durch den Montag zu bringen und setzt dabei unter anderem auf die Beatles und Neil Young. Hier hört ihr die ganze Playlist. 

Hannah Cohen (Pressefoto / Credit: Josh Goleman)

Ein neuer Montag, eine neue Playlist, um uns über den Tag zu bringen. Die heutige ist fest in der Hand der 60er Jahre und kommt von Hannah Cohen, einer Künstlerin aus Woodstock, NY, die gerade ihr drittes Album veröffentlicht hat. 

Hannah Cohen betitelt ihr nunmehr drittes Album „Welcome Home“. Ein doch recht merkwürdiger Name, wenn man weiß, dass alle Songs 2017 entstanden, während sie noch in New York City wohnte und eigentlich genug von dieser Stadt hatte. Vielleicht war Welcome Home ein Blick in die Zukunft, für die Künstlerin, die mittlerweile im ruhigeren Woodstock, NY lebt. 

Produziert zusammen mit ihrem Partner Sam Owens, der unter dem Namen Sam Evian Musik macht, sprechen die Songs auf der Platte von Cohens Unruhe, Unwohlsein in der Stadt und ihrem Drang nach einer neuen Heimat. "What about this city do you still love? // 'Cause it’s making me crazy // I can't get a new job // Gotta make it work // Or we can move to the country."

Immer im Vordergrund steht ihre Stimme, die mühelos über mehrere Register hinweg singt. Musikalisch bewegen sich die Songs zwischen Dream-Pop, klassischen Singer-Songwriter Stücken und hier und da auch elektronischeren Ausflüchten. Auffällig ist, dass alles, gewollt oder auch nicht, in einen coolen 60er Jahre Charme und Vibe verpackt wurde. 

„Ich habe nicht das Gefühl, etwas vertuschen zu müssen“, sagt Cohen. „Es gibt auf der Platte weniger Interpretationsspielraum. Ich bin viel sichtbarer. Und ich denke nicht mehr über die Dinge nach, die in meiner Vergangenheit schiefgelaufen sind. Das habe ich hinter mir gelassen. Denn das war es alles wert, um da anzukommen, wo ich jetzt bin.“ 

„Welcome Home“ ist eine tolle Platte von einer wirklich großartigen Künstlerin. 

The Equatics - Where is Love

Den Song habe ich letztens erst entdeckt und er hat mich sofort nicht mehr losgelassen. Ich liebe die Produktion. Eine akustische Perle!

The Flying Burrito Brothers - Hot Burrito #1

Einer meiner Lieblingssongs. Der Gesang ist so aufrichtig. Und das Plattencover ist auch großartig. 

Linda Perhacs - Dolphin

Vor sechs Jahren begann meine große Leidenschaft für Linda Perhacs’ Musik. Das Album „Parallelogramm“ ist fantastisch. Ich habe es sicher schon 5000 Mal gehört. 

Sly & The Family Stone - Just like a baby

Da steckt so viel Seele und Freunde in diesem Groove und diesem Song. “There’s A Riot Going On“ ist eins meiner Lieblingsalben. 

Neil Young - Motion Pictures

Ich habe diesen Song letztens auf einer langen Autofahrt sieben Stunden lang am Stück gehört. Die Lyrics waren mir so nah, weil ich gerade aus New York City weg und die Berge gezogen war. Ich arbeite an einer Cover Version von diesem Song. 

Peggy Lee - Me and My Shadow

Peggy Lee ist eine meiner Lieblingssängerinnen. Sie hatte ein echt wildes Leben und eine lange Karriere. (über 60 Jahre). Ich schaue gern alte Interviews von ihr. Sie war sehr scharfsinnig und das gefällt mir. Und sie konnte alles - singen, Songs schreiben, komponieren, schauspielern. 

Duke Ellington - In a Sentimental Mood

Eine wundervolle Zusammenarbeit von Duke Ellington und John Coltrane. Das ist ein besonderes Album und ich höre es zuhause sehr oft, wenn ich mich ein bisschen schwach oder ängstlich fühle. Danach geht es mir immer besser. 

The Beatles - Julia

Als ich den Song zum ersten Mal hörte, habe ich sofort geheult. Ich hatte viel Weißwein getrunken und habe sofort geheult. 

George Harrison - I Live For You

Auch dieser Song bringt mich zum Heulen. Das Pedal Steel ist so verträumt. Ich liebe den Song wirklich sehr. 

Buffalo Spring - Expecting to Fly 

Der Song bringt mich in eine andere Welt. Die Produktion ist so dramatisch und himmlisch. 

Sam Evian - Cherry Tree

Ich habe Sam diesen Song live auf der Bühne spielen sehen, während Leute im Publikum angefangen haben zu weinen. Jeder weint bei diesem Song. Der Song ist hart und Sams Slide-Gitarre so gefühlvoll.

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen. 

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören.

Hannah Cohen

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