Miserable Monday: Playlist von Maria Basel

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche

Die Wuppertaler Künstlerin Maria Basel hat uns eine wunderschöne Miserable Monday Playlist gebastelt. Mit dabei unter anderem Josin, Little Dragon und Villagers.

Pressefoto 1 Maria Basel © Norman Tebel

Maria Basel wurde in der Ukraine geboren, lebt mittlerweile in Wuppertal und arbeitet als Musikerin, Komponistin, Produzentin und DJ in verschiedenen Konstellationen und Genres. 

Seit letztem Jahr ist sie solo unterwegs und hat mit „Wake Up Tired“, „Lioness“ und „Same But Different“ drei wunderschöne erste Songs veröffentlicht, die sowohl in meiner Sendung, als auch in meinem Kopfhörer immer wieder einen Platz gefunden haben. Das Gerüst ihrer Songs baut sie mit Piano und ihren Vocals. Klassisch ausgebildet, schafft sie es eindringlich und ergreifend die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es braucht oft nur ein paar Takte, um das Leben für eine Songlänge anzuhalten. Ich mag es, wenn Musik genau das schafft. Mit sanften Beats, warmen Synthies, und sich auftürmenden Gesangsparts klingt das alles mal düster-poppig, mal nach Downtempo Electronica, mal nach R’n’B, aber vor allem immer irgendwie nach Maria Basel.

Ihre Debüt-EP „Layers“ erscheint nun diesen Freitag, am 12.03., auf dem Berliner Label Listenrecords. Zu den drei schon veröffentlichten Songs kommen mit „Traveller“ und „The Climb“ noch zwei weitere hinzu. Und um es ganz kurz zu machen: Ich habe selten so ein starkes Erstlingswerk gehört. Da muss sich niemand mehr ausprobieren, testen oder eine Richtung suchen. Maria Basel weiß genau, was sie musikalisch will und was es braucht, um das auf den Punkt zu formulieren. Ich bin verzaubert von dieser tollen Platte, die in meiner Liste "Best Of 2021" einen sicheren Platz hat.  

Die EP gibt es digital, als CD und in einer kunstvollen Download-Edition: Zusammen mit dem Wuppertaler Künstler David Friedrich hat die Musikerin eine exklusive Layer Doll designt, jedes Objekt ein handbemaltes Unikat. Die fünf ineinander geschachtelten Figuren symbolisieren Schichten (“Layers”), stehen für die fünf Songs der EP und verweisen gleichzeitig auf Maria Basels Herkunft aus der Ukraine. Im Inneren befindet sich der Download-Code zur EP. Die Edition ist auf 50 Exemplare begrenzt.

DIE PLAYLIST

Sufjan Stevens - Fourth of July

Eines der traurigsten Lieder die ich kenne. Es packt mich jedes Mal. Ich habe es zum ersten Mal gehört, als ich vor vielen Jahren mit auf Tour bei Jonas David war. Wir haben ein Wohnzimmerkonzert gespielt und danach mit den Gästen im Garten gesessen und bis tief in die Nacht Musik gehört. Und dann kam dieses Stück und hat mich komplett rausgerissen. Das ist mir bis heute ziemlich in Erinnerung geblieben. „We’re alle gonna die.“ Ein Satz so einfach und offensichtlich, ein Mantra das auch nach Ende des Songs im Kopf bleibt und einem die eigene Endlichkeit kurz wieder bewusst macht.

RY X - YaYaYa

Schwierig, sich für ein Stück von RY X zu entscheiden. YaYaYa hat etwas so wunderschön Fließendes an sich. Stehe sehr auf die Chorparts und die natürliche Instrumentierung.

Tigran Hamasyan - The Boatman (Prelude)

Vor ein paar Monaten hab ich mein Equipment zusammengepackt, mir ein kleines Häuschen gemietet und dort das fünfte Stück „The Climb“ für meine EP geschrieben. In dieser Woche habe ich Tigran für mich entdeckt und jeden Tag rauf und runter gehört. Das Stück drückt so eine tiefe Traurigkeit und Sehnsucht aus. Es braucht keinen Gesang, keine Worte. 

Villagers - Dawning On Me

Immer wenn ich den Song höre muss ich an eine Zugfahrt denken. An den Wunsch einfach fortzufahren, weit weg. Und das leise Dämmern von etwas, was man eigentlich schon lange weiß.

Thom Yorke - Suspirium

Liebe das verstimmte Klavier und die Bläser gegen Ende von Suspirium. Vor allem wenn Stimme und Querflöte zu einem kurzen Duett verschmelzen. Manchmal gibt es Abende, da kann ich mich stundenlang in Songs von Thom Yorke hinein hören und die Zeit verschwimmt einfach.

Pete Josef - Hope

Bei dem Stück handelt es sich um die Vertonung eines Gedichtes von Emily Dickinson. Ich finde diese Metapher wunderschön - die Hoffnung als ein Vogel, der von einem Menschen zum anderen fliegt und mit seinem Gesang wieder Hoffnung in deren Herzen trägt und nichts im Gegenzug dafür verlangt.

Little Dragon - Twice

Ich glaube in den Song geht es um eine Trennung und um die Frage was für Gründe dazu geführt haben könnten. Es hat eine Traurigkeit, eine Ruhe und etwas Finales an sich. 

Josin - Evaporation

Evaporation hat fast etwas von einem Kirchenlied. Ich liebe den Minimalismus dieses Stückes. Die Art wie Josin singt - da ist so viel Gefühl drin. 

CATT - Moon II

Vor vielen Jahren bin ich CATT zum ersten Mal auf dem New Talent Day auf der c/o pop in Köln begegnet. Es gab eine Art Panel mit verschiedensten Menschen aus der Musikbranche, denen man sein Stück vorspielen konnte und dann Feedback dazu bekam. Als ich dann Moon gehört habe, war ich vollkommen überwältigt. Es hat für mich diese schöne Mischung aus etwas Positiven und Warmen und einem Gefühl von tiefer Melancholie. Den Abschied von etwas Altem und den Übergang zu Neuem.

Umso schöner, dass sich unsere Wege nach den vielen Jahren irgendwie wieder gekreuzt haben, da wir beide beim selben Label gelandet sind.

James Blake - Lullaby For My Insomniac

Ein Song für die Nacht. Zum Eintauchen und sich darin Verlieren. James Blake ist seit Ewigkeiten eine unfassbare Inspiration für mich. Seine Art zu produzieren, die Harmonien die er verwendet, puh.

Der Autor:

Der Miserable Monday ist die Erinnerung an verrauchte Pubnächte in Bristol, UK, in denen der DJ jeden Montagabend ausschließlich traurige Musik aufgelegt hat. Niemand hat getanzt, keiner gesprochen und alle gingen erfrischt nach Hause. Diese Erinnerung lebt hier weiter, wird neu entdeckt und erfunden. 

Ich bin Martin, 31 Jahre alt, wohne in Leipzig. Ich bin Musiker, Musiknerd, Radiomacher, ehemals Bookingagent und Tourmanager. Hier streue ich alles, was mich musikalisch beschäftigt. Alt und neu, Indie, Shoegaze, Folk, Dreampop, Electronica. Einzige Bedingung - traurig muss es sein. Warum? Weil der eine Song, den alle zu düster finden, genau der ist, der mein Leben erhellt.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziere ich zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem ich frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören: www.mixcloud.com/Miserable_Monday

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