Miserable Monday: Playlist von Sophia

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche

Wir starten die Woche mit einem Helden meiner Jugend. Robin Proper-Sheppard, Kopf der Band Sophia, verrät uns seine 10 traurigsten Lieblingssongs. Mit dabei: Nick Cave, Sharon Van Etten und Ólafur Arnalds.

Sophia; Credit: Philip Lethen

Manchmal frage ich ganz vorsichtig bei Künstlern an, die ich zu meinen großen Helden*innen zähle und schon Jahre lang verfolge. Wirklich Hoffnung, dass da dann eine positive Antwort kommt, mache ich mir selten. Wahrscheinlich um nicht enttäuscht zu werden. Wenn dann aber nicht nur ein „Ja“, sondern eine wunderschöne Playlist und eine persönliche Nachricht an mich in meiner Mailbox landen, kann der Montag gar nicht so schlimm sein.

Robin Proper-Sheppard, Kopf der großartigen Band Sophia, ist heute unser featured artist. Die Platte „Technology Won’t Save Us“ aus dem Jahr 2006 gehört wie kaum eine andere zu denen, die meine junge Erwachsenenzeit geprägt haben. Da hängt nach wie vor eine ganze Menge Herzschmerz dran.

Umso freudiger bin ich darüber, dass ein neues Album in der Pipeline steht. Eigentlich hätte „Holding On / Letting Go“ schon im April erscheinen sollen. Auf Grund der aktuellen Lage ist der Release aber auf den 21.08. verschoben wurden. Die zwei Singles „Alive“ und „Wee See You (Taking Aim)” versprechen aber auf jeden Fall die typische Schwere und Melancholie der Band und machen so Lust auf mehr. Und ganz nebenbei ist diese Platte, die erste seit 1996 und „Fixed Water“, die in voller Bandbesetzung entstanden ist. Wir können gespannt sein!

DIE PLAYLIST

Hallo Martin,

Danke, dass du mich beim Miserable Monday dabei haben willst. Als mir gesagt wurde, dass du eine Top 10 meiner traurigen Lieblingslieder haben willst, dachte ich: „Oh, das wird einfach“, aber weißt du was? Das war es überhaupt nicht. Ganz und gar nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ein Song, den die meisten als erhebend und positiv empfinden, mich genauso gut an eine Zeit mit so viel Unglück erinnern kann und daher den völlig entgegengesetzten Effekt hat? Oder liegt es vielleicht daran, dass ein Lied, das die meisten für unglaublich traurig halten, mein Leben leichter zu machen scheint? All meine Lieblingsmusik hat einen bestimmten Sinn für Melancholie und ich dachte, ich würde dir lieber eine Liste meiner Lieblingslieder geben, die ich als "nachdenklich melancholisch" betrachte. Ich hoffe das ist OK?

Und ich weiß, dass du um zwei oder drei Sätze pro Song gebeten hast, aber um ehrlich zu sein, erzeugen all diese Songs so viele verschiedene Emotionen in mir (ich war wirklich ziemlich überrascht über die Gefühle, die einige dieser Songs zurückfluten ließen…), dass ich es ziemlich unmöglich fand jeden einzelnen so prägnant zusammenzufassen.

Musik ist für mich eine Möglichkeit, mich auf Momente in meinem Leben zu beziehen, sei es Musik, die ich schreibe oder Musik, die ich höre, und genau wie in jedem Interview, das ich jemals über meine eigene Musik geführt habe, fand ich es fast unmöglich diese Momente in nur wenigen Zeilen zu rendern. (Vielleicht finde ich Songwriting deshalb auch so schwierig?)

Ich habe aufrichtig versucht, diese wenigen Zeilen für dich zu schreiben, aber von dem Moment an, als ich mit 'Sad Eyes' anfing und als alles (die Erinnerungen an damals und heute und an all das Leben dazwischen…) wieder auftauchte, gebe ich zu, dass ich ziemlich überwältigt war. Dann dachte ich ok das überspringe ich jetzt erstmal. Warum versuche ich nicht "Are You The One? " und wieder das gleiche. Und weiter und weiter und weiter. So viel von meinem Leben ist in diesen Liedern.

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören: www.mixcloud.com/Miserable_Monday

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