Miserable Monday: Playlist von Sorry

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche

Neue Woche, neues Feature - heute mit der Band Sorry. Nachdem am 27.03. ihre aktuelle Platte "925" herauskam, verraten sie uns heute ihre traurigsten Lieblingssongs. Mit dabei - Yo La Tengo, The Smashing Pumpkins und Broken Family Band.

Sorry, photo by Sam Hiscox

Im Mittelpunkt von Sorry stehen Asha Lorenz und Louis O'Bryen. Die beiden 22-Jährigen sind beste Freunde seit ihrer Kindheit. Gemeinsam mit ihrem Co-Produzenten James Dring (Gorillaz, Jamie T, Nilüfer Yanya) haben sie in "925" eine Traumlandschaft entworfen, in der sich idyllische und höllische Szenen vermischen und die Frage nach Realität und Illusion aufgeworfen wird. Inspiriert von Hermann Hesse, über Aphex Twin bis hin zu Oldschool-Cronner Tony Bennet, zeichnen sie sich durch ihren experimentellen und ganzheitlichen Ansatz als eine Band des 21. Jahrhunderts aus; von ihrer Genreoffenheit bis hin zu ihrer Kreativität, die es ihnen ermöglicht, die Musik und die detailverliebten Videos selbst zu entwickeln.   

Zusammen mit dem Schlagzeuger Lincoln Barrett und Campbell Baum am Bass entstand Sorry aus einer blühenden Szene Londoner Bands, und obwohl "925" ihr Debütalbum ist, ist es keineswegs ihr erstes Statement. Es folgt auf eine Reihe von Mixtapes, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht wurden und als Experimentierfeld für unterschiedliche Einflüsse und Klänge dienten, die "925" seinen unverkennbaren Klang verleihen. Ihren Status als eine der wichtigsten und innovativsten neuen britischen Bands wird dieses Album zweifellos festigen.

DIE PLAYLIST

1. Tarentel - Open Letter To Hummingbirds

Das ist ein makellos schönes Lied des Ambient-Komponisten Jefre Cantu-Ledesma. Die einfachen Gitarrenakkorde, die wiederholt klimpern, versetzen mich in einen Grenzbereich, in dem ich mich nur mit den Noten zusammenrollen und ihre Haare streicheln möchte. Es ist eine Erinnerung an Zerbrechlichkeit und Natur.

2. Jason Molina - Let Me Go Let Me Go Let Me Go

Jason Molina von der Band „Songs:Ohias“. Die Solo-Platte, die kurz vor seinem Tod gemacht wurde, ist ein Bild der Verzweiflung und Einsamkeit und dieses besondere Lied schwingt wie kein anderes mit. Ein Aufruf an den Himmel, alles zu beenden, es ist tragisch und rein, so nackt, dass es ein sehr unangenehmes Hören ist.

3. Cody Chestnut - 5 On A Joyride

Ein Rückblick auf eine denkwürdige Nacht in einer Beziehung ist etwas, das wir alle hin und wieder tun. Dieser Track ist so bittersüß in seiner Erinnerung. Ich habe diesen Song in einem meiner Lieblingsfilme gefunden - Miranda Julis „Me And You And Everyone We Know”. Er ist so einfach und beruhigend.

4. The Roches - Hammond Song

Der Song ist von der ersten Platte von The Roches und featured Robert Fripp von King Crimson in den Bereichen Produktion und Gitarre. Der Song ist ziemlich faszinierend, noch bevor man sich die Texte genauer ansieht.

5. Sandy Denny - Who Knows Where The Time Goes?

Weithin als eines ihrer besten angesehen, war sie erstaunlicherweise erst 20 Jahre alt, als sie das schrieb! Textlich ist es ziemlich direkt.

6. John Prine- Caravan of Fools

John Prines neuestes Album ist sehr schön und durch seinen kürzlichen Tod besonders ergreifend. Seine Stimme ist in dieser Melodie besonders eindringlich und die Texte sind wunderschön und sehr überzeugend, wenn er so singt. RIP John Prine!

7. Yo La Tengo- Tears are in your eyes

Das ist so ein trauriger, aber auch fröhlicher Song. Ich mag die Art und Weise, wie er optimistisch endet. Die Texte sind zerbrechlich und unschuldig und werden auf diese Weise dargestellt. Letztens, als ich im Flugzeug saß, war das mein Landungs- und Startsong…

8. The Smashing Pumpkins - Pennies

Für mich ist dieses Lied über die Liebe, die nicht wirklich zu einer Beziehung und der Sehnsucht nach jemandem führt, zwar ziemlich verspielt und optimistisch, aber es ist trotzdem so traurig.

9. Broken Family Band - It’s all over 

Dieser Text ist wirklich klug.

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören: www.mixcloud.com/Miserable_Monday

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