Miserable Monday: Playlist von A Tale Of Golden Keys

Die Playlist zum schlimmsten Tag der Woche

Der Soundtrack zum Start in die Woche. Mit dabei: Feist, The Album Leaf und Das Paradies. Zusammengestellt von den wunderbaren A Tale Of Golden Keys. 

ATOGK_Pressefoto_32020_(c)_Marri Ferrari

Zu behaupten A Tale Of Golden Keys hätten mit ihrer aktuellen Single nun den perfekten Song für den beginnenden Herbst geschrieben, wäre A einfallslos und B abgedroschen. Doof ist halt nur, wenn es dann aber irgendwie doch genauso ist. Whirling heißt der Song, um den es geht (VÖ: 28.8. auf Listenrecords) und der mit typisch warmer ATOGK–Melancholie, einer arschcoolen Baseline, verträumten Melodien und verspielten Sounds uns ganz behutsam in die kalte Jahreszeit trägt. On top of that hören wir hier auch das erste Feature der Bandgeschichte - die ebenfalls aus Nürnberg kommende Songwriterin Elena Steri setzt dem Song mit ihrer Stimme die Krone auf. Alles passt wundervoll zusammen, alles geht direkt ins Herz, man will gar nicht aufhören zuzuhören.

Zum Glück, denke ich mir, erscheint am 30.10. das neue, mittlerweile dritte Album der Band. “The Only Thing That’s Real” wird es heißen und kann ab sofort vorbestellt werden.

DIE PLAYLIST

The Album Leaf - Shine

Da bin ich beim Songs raussuchen wieder drübergestolpert und hab es davor bestimmt 5 Jahre nicht gehört. Dafür aber vor rund 10 Jahren ganz schön oft, während ich des Nachts durch eine Studentenstadt gelaufen bin und mir Gedanken über die Zukunft des Lebens, der Liebe und der Welt gemacht habe. Würde ich sofort wieder machen.

John K. Samson - Select All Delete

„When it gets too complicated, when you can‘t get to sleep, when the morning seems impossible - Select All Delete“ Sagt alles. Ziemlich fatal. Vielleicht aber auch ein bisschen tröstlich. Das Stück ist übrigens auf einem wunderschön traurigen Album zu finden. Klare Empfehlung für den Herbst!

Feist - I Wish I didn‘t Miss You

Spätestens als ich das live erleben durfte war ich hin und weg und habe seitdem nicht mehr erlebt, wie ein Mensch mit Gitarre und Stimme dafür sorgen kann, dass sich auf einem Festival genervt umgedreht wird, wenn sich irgendwo im Publikum jemand räuspert.

Elliott Smith - Miss Misery 

Elliott Smith ist ein Meister des traurigen Songs und „Miss Misery” sticht für mich hervor…nicht zuletzt auch nachdem ich den Song in Good Will Hunting gehört habe. Die perfekte Wahl, wenn man sich seiner Melancholie mal so richtig hingeben will. 

Damien Rice - Cannonball

Wie so viele traurige Songs verschiedenster Künstler*innen (Sufjan Stevens, Death Cab, Imogen Heap) lernte ich auch Cannonball als pickliger Teenie mit Herzschmerz beim O.C. California schauen kennen. „Stones taught me to fly, love taught me to lie and life taught me to die…” und ich war gekauft! 

Julien Baker - Something

Wer kennt’s nicht, die unerfüllte, unerwiderte oder einseitige Liebe? Julien Baker schafft es wie niemand anderes mich in den Bann zu ziehen und obwohl ihre Songs beinahe vor Melancholie und Herzschmerz platzen, funktionieren diese bei mir in jeder Lebenslage. Julien Baker als eine stete Begleiterin durch den Alltag, die Hochs und Tiefs.

Radiohead - True Love Waits

Obwohl ich eigentlich gar nicht so tief im Radiohead-Game bin habe ich versucht die Band bei meiner Auswahl zu vermeiden, kam dann aber letztendlich nicht darum herum, zumal „True Love Waits“ der erste Song war, der mir bei meiner Recherche als erstes in den Kopf kam. „I’m not living, I’m just killing time.“

Julia Jacklin - Don’t know how to keep loving you

Ich weiß nicht ob Julia Jacklin jemals auf meinem Radar erschienen wäre, wenn sie nicht überschwängliches Lob für ihr aktuelles Album über Matt Berninger’s Instagram-Account erhalten hätte? Jedenfalls bin ich umso glücklicher, wenn mich ein Song wie dieser dann auch noch genau dort abholen kann wo ich derzeit stehe und es schafft, mir den ein oder andere Spiegel vor Augen zu halten. Aber das ist vermutlich auch die Aufgabe von guten/traurigen Songs oder? 

Das Paradies - Hier bist du sicher

Strophen bei denen man auch beim 100. Mal Durchhören nicht so wirklich weiß wie sie zu verstehen sind und ein Refrain bei dem sich bei mir Haare an diversen Körperstellen aufstellen. Wenn ein deutschsprachiger Pop-Song eine trostspendende Umarmung wäre, wäre es für mich dieser.

Yesterday Shop - Paralyzing

Wir warten schon die ganze drauf irgendwo die Band Yesterday Shop zu erwähnen. Zum einen haben die wirklich ganz tolle Herzschmerz-Songs geschrieben. Zum anderen wissen wir nicht, ob wir diese Liste von Liedern schreiben würden, hätte der Zufall uns nicht mit dieser Band zusammengebracht. Danke dafür!

Der Autor:

Der Miserable Monday ist die Erinnerung an verrauchte Pubnächte in Bristol, UK, in denen der DJ jeden Montagabend ausschließlich traurige Musik aufgelegt hat. Niemand hat getanzt, keiner gesprochen und alle gingen erfrischt nach Hause. Diese Erinnerung lebt hier weiter, wird neu entdeckt und erfunden. 

Ich bin Martin, 31 Jahre alt, wohne in Leipzig. Ich bin Musiker, Musiknerd, Radiomacher, ehemals Bookingagent und Tourmanager. Hier streue ich alles, was mich musikalisch beschäftigt. Alt und neu, Indie, Shoegaze, Folk, Dreampop, Electronica. Einzige Bedingung - traurig muss es sein. Warum? Weil der eine Song, den alle zu düster finden, genau der ist, der mein Leben erhellt.

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziere ich zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem ich frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören: www.mixcloud.com/Miserable_Monday

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