Miserable Monday: Playlist von Tom Williams

Die Playlist für den einfachsten Montag des Jahres

Der Pfingstmontag mag für die meisten von uns auszuhalten sein, diejenigen, die aus dem Urlaub zurückkommen, bringen aber mit Sicherheit den klassischen Montags-Blues mit. Tom Williams hilft! Unter anderem mit Bruce Springsteen, Bob Dylan und Cat Stevens.

Tom Williams (Pressefoto)

Auch wenn der Montag heute nicht ganz so schrecklich ausfallen dürfte, ist hier dennoch eure Dosis traurige Indiemusik. Heute von Songwriter Tom Williams. 

"What Did You Want To Be?" - so heißt das aktuelle Album des britischen Musikers Tom Williams, der, wenn er nicht im Studio oder auf Tour ist, als Musik- und Gitarrenlehrer arbeitet. Und genau dort läuft ihm diese Frage immer wieder über den Weg. What did you want to be, also was wolltest du mal werden, ist das, was seine Schüler von ihm wissen wollen: 

"Ich glaube wenn Kinder diese Frage stellen, dann heißt das für sie so viel wie, ging dein Plan auf? Ist das, was du jetzt gerade machst, das was du immer schon machen wolltest? Sie wollen wissen, ob sie das auch schaffen können."

Für Williams der perfekte Titel für sein Album und die Themen, die er auf diesem bearbeitet - Mental Health und seine Erwartungen an das Erwachsenwerden. 

Das Album, das von Tim Rice-Oxley, dem Sänger der Band Keane, in dessen Studio in Sussex produziert wurde, kommt erstmal als klassische, aber dennoch überzeugende Songwriter Platte daher. Nichts schlimmes daran. Hin und wieder muss man unweigerlich an Bruce Springsteen oder The War On Drugs denken. Relativ schnell merkt man aber, dass da mehr ist. Das Album ist extrem vielseitig und hält mit "Stay Afloat" und "Early Morning Rain" kleine Britpop-Perlen im Rialto Stil und mit "Crying At The TV" eine coole Rocknummer bereit.

"What Did You Want To Be?" ist der perfekte Soundtrack für lange Autofahrten auf leeren Autobahnen oder den Sonntagnachmittag auf dem Balkon.

1. Bruce Springsteen - Downbound Train
Meine wirklich erste Liebe – Mit 4 oder 5 hörte ich zum ersten Mal Bruce Springsteen im Auto meiner Mutter. Sie war ein riesiger Fan und hatte die Born In The USA Kassette laufen. Dieser Song ist mein Favourit. 'Now I work in the carwash, where all it ever does is rain. Don't you feel like a rider on a downbound train?' ist die beste Line, die es gibt. 

2.Phoebe Bridgers - Scott Street
Ich habe Phoebe Bridgers erst spät entdeckt, liebe aber die Better Oblivion Community Centre Platte, die letztens erst rauskam. 

Auf Phoebes Album Stranger In The Alps ist Scott Street der Song, der für mich am meisten heraussticht. Vom ersten Akkord, haut einen die Stimmung einfach um. Clevere Lyrics und ein spielerisches Arrangement. Ich liebe wie das Schlagzeug in der zweiten Strophe reinkommt, wenn sie singt „How’s playing drums?“

3. Bob Dylan - You're Gonna Make Me Lonesome When You Go
Eigentlich ein sehr fröhlicher Song. Aber genau das bringt den Clash mit der letzten Zeile jeder Strophe – „...you're gonna make me lonesome when you go“. Ich liebe es!

4. Martha Wainwright - Bloody Mother Fucking Asshole
Der Song handelt von ihrem Vater Loudon. Das erste Mal hat sie ihn gespielt, als sie mit ihm auf Tour war. Loudon stand am Bühnenrand und dachte der Song handelt von Marhtas Partner, der zu dieser Zeit in ihrer Band spielte. Als dieser nach dem Gig von der Bühne kam, sagte Loudon zu ihm: „Krasser Song da über dich!“ und der Typ sagte einfach: „Der handelt von dir!“ Großartige Geschichte! 

5. Margo Price - All American Made
Ein wunderschöner, melancholischer Song über die Gefahren und das Verderben von Stolz, Gier, Kapitalismus, Nationalismus und Panikmache. Perfekt für einen Montagmorgen. 

6. Cat Stevens - Trouble 
Ein perfekter Song! Einfach wie ein Schlaflied und dennoch trifft es einen so sehr. Das macht Cat Stevens oft so. Das Cover von Father John Misty ist auch großartigt!

7. Elliott Smith - Angeles
Ich kann keine Miserable Monday Playlist machen, ohne Elliot Smith dabei zu haben. Als ich 15 war, musste ich auf einen besonders miserablen Schultrip nach Bordeaux. Ich hatte eine Elliot Smith CD bei mir, “Either/Or”, und kaufte noch zweite weitere in der Stadt. Ich lief zwei Wochen lang im Regen durch die Stadt, hatte meine Kopfhörer auf und hörte Elliots Musik. Angeles klingt wie der Regen in Bordeaux. 

8. Tobias Jesso Jr - How Could You Babe
Tobias Jesso Jr ist der Mann, der Adeles Song 'When We Were Young' geschrieben hat. Der Song hat sich über 50 Millionen Mal verkauf. Vor 5 Jahren er hat seine großartige Soloplatte veröffentlicht – “Goon”. Ich hoffe er bringt bald noch eine weitere raus. 

9. Girls - Hellhole Ratrace
Der Produzent, der oben erwähnten Platte „Goon“ von Tobias Jesso Jr war Chet White. Dieser spielte in der Band Girls zusammen mit Christopher Owens. Das ist mein Lieblingssong von deren Debütalbum “Album”. 

10. Joni Mitchell - River
Joni ist ein Genie und definitiv talentierter als anderen in Laurel Canyon. Dieser Song ist ein melancholisches Meisterwerk. 

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen. 

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören.

Tom Williams

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