Miserable Monday: Playlist von ViVii

Die Playlist zum Start in den unnötigsten Tag der Woche

Wie kommt man am besten durch den Montag? Wenn es nach dem schwedischen Duo/Trio ViVii geht, braucht man dafür vor allem viel Jon Hopkins, Sufjan Stevens und Nils Frahm. Hier gibt's die Playlist, die euren Wochenstart rettet.

Starten wir den Montag mit einer zauberhaften Geschichte - Die heutige Playlist kommt von einem Paar, was sich aus Kindertagen kennt und mittlerweile selbst gemeinsamen Nachwuchs hat. Please meet - ViVii.

ViVii – das sind vor allem Caroline und Emil Jonsson. Beide kommen aus Göteborg und lernten sich als Schüler im Sommercamp kennen. Aus Kinderfreundschaft wurde irgendwann Jugendliebe und gar nicht viel später Ehe. „He was beautiful, he was gorgeous, and I fell in love instantly!” sagt Caroline über ihr Aufeinandertreffen. 

Ihren Honeymoon verbrachten die beiden in New York, blieben viel länger als geplant und saugten soviel Musik auf, wie sie nur konnten. Als das Geld knapp wurde, zogen sie nach Stockholm, bereit ihre Eindrücke, ihr gemeinsames Leben, in eigene Songs zu packen. Doch erst kam Nachwuchs, der die beiden zwar eher noch strukturierter arbeiten lies, aber irgendwas passte nicht. Irgendwas fehlte. 

“We work with another guy, but he doesn't like the limelight at all...” sagt Emil. “Anders is amazing, he loves all noises.” vervollständigt Caroline. “It took ages, we were so slow before, but once we met Anders it became easy – we are all slow workers individually but together it's beautiful. It's always so natural.” Anders Eckborn, der dritte im Bunde, wurde zum stillen Produzenten, Gitarristen und dem fehlenden Puzzleteil. 

Letztes Jahr veröffentlichten ViVii ihre erste EP „Savant“ und legten nun im März mit ihrem Debütalbum „ViVii“ nach. Die Platte ist wundervoll verträumt, irgendwo zwischen The Knife, Cocktail Twins und Lana Del Rey. Musik für wenn es draußen regnet. 

Jon Hopkins - Abandon Window 

Jon Hopkins ist der Meister der traurigen und wunderschönen Songs. Als ich seine Musik zum ersten Mal gehört habe, haben mich diese Melodien und Klanglandschaften völlig umgehauen. Nichts kommt dem, was er erschafft, wirklich nahe!

Sufjan Stevens - Forth of July

Ich weiß nicht wie oft ich zu diesem Song geweint habe. Diese Verletzlichkeit und die Lyrics ergreifen mich immer wieder. 

Jon Hopkins - Monsters Theme

Und nochmal…Jon Hopkins. Auch der Song muss in meine Top Ten! Traurig und wunderschön. 

Chris Isaak - Wicked Game 

Bei einem Konzert in Stockholm hat er mal erzählt, wie er diesen Song in 10 Minuten geschrieben hat. Dennoch – einfach ein Meisterwerk!

Sufjan Stevens - all of me wants all of you

Was soll ich sagen, ich könnte alle Songs vom Album „Carrie and Lowell“ hier draufpacken. Sufjan schreibt einfach die traurigsten Lieder. 

Sade - No ordinary Love. 

Ich erinnere mich als ich diesen Song mit 15 zum ersten Mal hörte. Es fühlte sich an, wie als hätte mich jemand mit einem stumpfen Messer ins Herz gestochen. So herzzerreißend ist der. 

Duran Duran - Ordinary World

Der perfekte Popsong mit interessanten Harmonien. Etwas ungewöhnlich im Vergleich zum Rest von Duran Durans Repertoire. Aber dieses traurige Gefühl, was über ihm schwebt, macht ihn einfach besonders.

Edward Elgar - Enigma Variations

Mein Vater zeigte mir dieses klassische Meisterwerk. Die Melodien bauen sich so perfekt auf und gehen immer weiter. Den würde ich gern irgendwann zu einem Popsong umschreiben. 

Nils Frahm – Ambre

Er spielt das Klavier so echt und gefühlvoll. Ich liebe es, mich in seiner Musik fallen zu lassen. 

Françoise Hardy - Voilà

Ich weiß nichts über den Künstler oder den Song, aber er schaffte es direkt auf diese Playlist. Hört ihn euch an, dann versteht ihr warum.

Der Autor:

Martin Hommel ist freier Medienschaffender, Musiker und Musikliebhaber. Er betreibt den Blog Miserable Monday, auf dem es nur um traurige Indiemusik geht. Eine Idee, die er aus einem englischen Pub importiert hat, in dem jeden Montag ein DJ nur traurige Musik auflegte, niemand tanzte, keiner sprach und dennoch alle wahnsinnig erfrischt nach Hause gingen. 

Zu den regelmäßigen Künstlerfeatures produziert er zweimal im Monat einen Musikpodcast für Radio T (jeden 1. und 3. Montag um 21.00 Uhr), in dem er frisch-releaste, traurige Musik vorstellt. Den aktuellen Podcast findet ihr hier zum Nachhören.

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