Mode-Trends: Was ist eigentlich "Slow Fashion"?

Shop Less, Think More

Fair Fashion und Slow Fashion erhalten immer mehr Einzug in den gesellschaftlichen Diskurs. Doch was steckt hinter den nachhaltigen Modekonzepten? Wir liefern euch die wichtigsten Infos und eine sehenswerte Doku-Empfehlung. 

Klamotten gibt es im Überfluss. "Slow Fashion" will dafür sorgen, dass ein gesellschafltiches Umdenken stattfindet. (Credit: Parker Burchfield)

Der 24. April 2013 wurde lange Zeit als Weckruf für die weltweite Modeindustrie verstanden. Der Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch forderte über 1000 Menschenleben und veränderte für den Moment die gesellschaftliche Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen von "Fast Fashion"-Anbietern wie H&M, Zara, Forver 21 & Co.

Ob fünf Jahre nach dem Unglück noch viel Wirkung von diesem Weckruf übrig ist, sei dahingestellt. Zwar mag innerhalb der Modebranche kein allgemeines Umdenken stattgefunden haben, stattdessen setzen sich jedoch immer mehr eigenständige Mode-Labels und Designer dafür ein, ihren Beitrag zu einem weltweiten "Slow Fashion"-Konzept zu leisten.

"Slow Fashion", das bedeutet, dass bei Mode nicht mehr der möglichst günstige Preis, sondern stattdessen Aspekte wie Transparenz, Fairness, Nachhaltigkeit oder Umweltschutz im Vordergrund stehen sollen. Die Beteiligten wollen ein neues Verständnis für Mode schaffen. Dabei ist aber nicht nur der Kauf bei "Slow Fashion"-Herstellern eine Möglichkeit, seinen Teil beizutragen.

Auch Second-Hand-Kauf, Tausch oder selbstständiges Umgestalten von Kleidung können wichtige Schritte sein, um ein allgemeines Verständnis für eine nachhaltigere, menschen- und umweltfreundliche Modekultur zu etablieren. Grundsätzlich soll es darum gehen, mehr über den Kauf von Kleidung nachzudenken. 

ARTE-Doku: Slow Fashion und nachhaltige Kleidung

Einen genaueren Einblick in das Thema liefert die neue ARTE-Dokumentation zu Slow Fashion. Hier werden verschiedene Ansätze und Herngehensweisen vorgestellt, welche für eine fairere Modewelt sorgen wollen. Ob Rückkehr zum klassischen Handwerk oder doch lieber der Griff zum 3D-Drucker - Ideen gibt es viele, sie müssen sich nur durchsetzen. 

Innerhalb der Modebranche fassen solche Konzepte schon länger Fuß. Bei der diesjährigen Fashion Week in Berlin gab es beispielsweise einen eigens eingerichteten "Greenshowroom", welcher sich auf die Präsentation von veganer, nachhaltiger und fairer Mode konzentrierte. 

Das Problem liegt wohl eher innerhalb der Gesellschaft. Klar, wieso sollte man für ein fair produziertes T-Shirt 25€ zahlen, wenn ich ein optisch ähnliches Produkt bereits für wenige Euro bei der "Fast Fashion"-Konkurrenz bekommen? Die Argumente gegen Slow bzw. Fair-Fashion sind dabei zumeist die selben: Die Klamotten sind zu teuer, schwer zugänglich oder gehen nicht mit den Trends. 

Ersteres mag im Vergleich zu Zara & Co. zwar stimmen, gleichzeitig sind die meisten Menschen ebenfalls bereit, für etablierte Marken wie Adidas, Nike & Co. Preis zu bezahlen, die sich in einem ganz ähnlichen Rahmen bewegen. Wieso also nicht dazu beitragen, dass sich neue, faire Marken etablieren können?

Dass "Fair Fashion" leichter zugänglich ist als jemals zuvor und dabei auch noch absolutes Stilbewusstsein zeigt, beweisen Marken wie Elsien Gringhuis, j.jackman oder Johanna Riplinger schon längst. Oder sehen solche Designs wirklich altbacken aus?

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